Eröffnung der Regionalliga-Saison - Kinder mit Schildern und Trikots der teilnehmenden Vereine. 1. Spieltag
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Fußball | Regionalliga | Reform Keine Zerschlagung der Nordost-Staffel

Vorerst wird es keine Zerschlagung der Regionalliga Nordost geben. Darauf einigten sich Vertreter der Drittligisten sowie der Regionalligavereine aus dem Norden, Nordosten und Bayern bei einem Treffen am Dienstag (19.03.2019) in Peißen in Sachsen-Anhalt.

Eröffnung der Regionalliga-Saison - Kinder mit Schildern und Trikots der teilnehmenden Vereine. 1. Spieltag
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47 Vereinsvertreter stimmten nach einer etwa vierstündigen Verhandlung für einen Erhalt der aktuell fünf Regionalligen. Zudem gab es vier Enthaltungen. Für eine mögliche Zerschlagung der Nordost-Staffel stimmte keiner. DFB-Vizepräsident Rainer Koch, der auch Sitzungsleiter war, sagte: "Es ist nicht möglich, dass aus fünf Regionalligen vier gemacht werden, ohne dass es irgendwo in Fußball-Deutschland große Probleme gibt."

Alexander Küpper berichtet aus Peißen. 2 min
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Aus den drei Regionalligen Nordost, Nord und Bayern soll es in Zukunft zwei Aufsteiger geben. "Wie die drei Meister die beiden Aufstiegsplätze in einer Relegation ermitteln, muss noch geklärt werden", erklärte Koch. Eine mögliche Lösung könnte eine Aufstiegsrunde sein, in welcher die Erstplatzierten aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Aufsteiger ermitteln. Die Meister der Staffel West und Südwest haben ein direktes Aufstiegsrecht. Langfristig könnte eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Klubs fokussiert werden, aus der fünf Teams absteigen sollen. Bis zur vergangenen Saison gab es drei Absteiger aus der 3. Liga, 2018/19 sind es vier. Aktuell spielen 20 Mannschaften in der dritthöchsten Spielklasse.

DFB-Vizepräsident und Sitzungsleiter Rainer Koch
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DFB-Bundestag Ende September

Dass der Meister unbedingt aufsteigen soll, dazu sei bei dem Treffen 47 Mal Nein gesagt worden, sagte Koch über die Stimmungslage. Ob es jetzt soweit kommt, ist fraglich. Koch betonte: "Bindend ist nur, was der DFB-Bundestag beschließt." Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) kommt am 29. März zu einer Präsidiumssitzung zusammen. Der DFB-Bundestag könnte am 27. September eine Reform verabschieden.

Reaktionen nach der Abstimmung

Erwin Bugar, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes:
"Wir sind noch nicht durch. Das kann ein dorniger, steiniger Weg sein. Der Bundestag entscheidet, da sind die Mehrheiten ganz anders. Da hätten wir bei einer Kampfabstimmung keine Chance."

Reenald Koch (NFV) und Erwin Bugar ( NOFV) sitzen nebeneinander.
Reenald Koch (Norddeutscher Fußball-Verband) und Erwin Bugar (NOFV) Bildrechte: imago images / Köhn

Wolfhardt Tomaschewski, Präsident des Thüringer Fußballverbandes:
Über die Tatsache, dass einige Meister direkt aufsteigen und andere nicht: "Ich bin damit nicht glücklich, aber wenn die Vereine damit leben können, soll es so sein."
"Die Vereine (in den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern, Anm. d. Red.) sind unterm Strich froh, dass die Gefahr des Abstiegs gebannt worden ist. 24 Mannschaften hätten die Regionalligen verlassen müssen. Das wäre überhaupt nicht nachvollziehbar."

Rainer Koch, Präsident des Bayerischen Fußballverbandes und Vizepräsident des DFB:
"Es wäre fatal, wenn wir die drei Ligen zu zwei zusammenlegen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht mehr darstellbar sind. Diese Lösung, die jetzt gefunden worden ist, ist keine gute, aber unter allen schlechten die mit Abstand beste."
"Vielleicht schaffen wir es in Abstimmung mit den anderen Ligen, dass unsere Ligen etwas früher den letzten Spieltag haben, um die Relegation parallel zu den letzten Spieltagen in den anderen Ligen zu spielen."

Rainer Koch
Rainer Koch im Gespräch mit MDR-Reporter Alexander Küpper Bildrechte: imago images/Köhn

Drittliga-Sprecher Sven-Uwe Kühn (Chemnitzer FC):
"Die Abstimmungsergebnisse der letzten Monate gipfeln in die heutige Abstimmung der drei Verbände. Die respektieren wir aus der Sicht der 3. Liga, auch wenn wie uns nicht hundertprozentig zufrieden stellt."
"Weiterhin ist eine Ungleichbehandlung gegeben. (…) Die Debatte wird damit weitergehen. Wir sind mit dem Ziel angetreten: vier Aufsteiger, vier Absteiger und vier Regionalligen. Das tritt hier nicht ein. Dann geht man nicht zufrieden aus der Runde heraus. Aber man muss sich den Realitäten stellen."

Volkhardt Kramer, Manager VfB Auerbach:
"Das scheint ein sportpolitischer Kompromiss zu sein, über den die Regionalliga Nordost erhalten wurde. Das ist nicht so schön, aber muss man so schlucken."
"Es ist problematisch. Wir haben heute so entschieden, weil Prioritäten gesetzt werden sollten. Die Priorität war eindeutig der Erhalt der Regionalliga Nordost."

Abstimmungsergebnis: Viele für eine Aufstockung der 3. Liga

Schwarzer Tag für die Fans im Fußball-Osten: 30 Jahre nach der Wende droht die Zerschlagung der Regionalliga Nordost. Wie ist Ihre Meinung? Stimmen Sie ab!

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red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 19. März 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. März 2019, 16:58 Uhr

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59 Kommentare

21.03.2019 17:31 Machdeburjer 59

@Bernd
Danke, für die Blumen.
Den Rest vom Text konnte ich leider nicht übersetzen.
Am Besten, jemand anderes übernimmt das Schreiben.
Mit freundlichen Grüßen

21.03.2019 16:48 thomas zorn 58

Ich würde die 2 Staffeln auflösen, welche in den letzten Jahren am erfolgslosesten beim Aufstieg waren. Durch entsprechende Relegation sollte das möglich sein. dann hätten wir drei Auf -und Absteiger. der Meister würde immer aufsteigen.
Oder wir schauen uns Deutschland geographisch an. Eine Staffel Nord, Süd und Ost würdens auch tun.

21.03.2019 15:58 Ein Hallenser 57

Am besten es bleibt alles so wie es bis letzte Saison war. Aufstiegsrelegation für 3 Aufsteiger! Die Regionalligen sollten sich einigen! Und das schaffen sie offensichtlich nicht. Warum bitte schön sollte die 3.Liga auf 22 Vereine aufgestockt oder geteilt oder sonst was werden. Nur damit die Regionalligen für Ihre Unfähigkeit zum Konsens noch belohnt werden? Glaubt Ihr denn andersrum interessiert es in Südwest auch nur einen was es hier für Derbys gibt. Die ganzen Argumente die hier pro Nordost genannt werden, kann man genau so Pro Südwest verwenden. Das einzige Argument das in einem Verein wie dem DFB zählen kann, sind die Anzahl der gemeldeten Mannschaften/Mitglieder. Das ist Demokratie! Das muss nicht jeden passen, aber so funktioniert das eben mal am besten. Und unsere Tradition ist nicht mehr und nicht weniger Wert als sonst wo in Deutschland. Wenn die Bayernliga so schwach ist, dann Spielen bald nur noch Mitteldeutsche Vereine hier und wir hätten jedes Jahr einen Aufsteiger hier

21.03.2019 14:52 Hallinho 56

Wir können doch hier diskutieren und Vorschläge machen wie wir wollen, der DFB hat doch seine Entscheidung eh schon getroffen. Es wird so bleiben wie es jetzt ist. Leider

[Hallo, Hallinho! Es muss nicht so bleiben. So sagte der NOFV-Präsident Erwin Bugar: "Der Bundestag entscheidet, da sind die Mehrheiten ganz anders. Da hätten wir bei einer Kampfabstimmung keine Chance." Beste Grüße aus der MDR.de-Redaktion]

21.03.2019 12:54 torben74 55

Aber man hat doch jahrelang eine zweigeteilte dritte Liga gehabt.
Das hat doch auch nix gebracht.
Meiner Meinung nach müssen alle über ihren Schatten springen, endlich!!! Wir haben doch erst letzte Woche darüber diskutiert, dass sich die Qualität im deutschen Fußball rapide auf einer Abwärtsspirale befindet und wir immer mehr in Rückstand geraten gegenüber anderen Ländern.
Eine dritte Liga mit 22 oder mehr Mannschaften wäre da der endgültige Selbstmord, geschweige den eine Zwei oder gar Dreiteilung.
Ich finde, im Sinne einer Weiterentwicklung und der Qualitätssteigerung im deutschen Fußball sollte es eine eingleisige vierte Liga geben (siehe England!!). 20 Mannschaften, mit nem potenten Namenssponsor und ner Pay per View Internetbasis oder so.
Darunter können ja dann die ganzen Provinzfürsten von mir aus 97 Regionalligen betreiben, damit auch noch der letzte Dorfverein Semi-Professionell dahinwurschteln kann und nen 3 Minuten Bericht einmal die Woche beim MDR abbekommt :-)
...

21.03.2019 12:44 Sr.Raul 54

Ja, wäre eine akzeptable Variante, @50 (Chemieschwein). Guter Hinweis, hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm, die gute alte Aufstiegsrunde zur DDR-OL. Steht jetzt bei mir auf Platz 2 im Ranking.

21.03.2019 11:56 Sr.Raul 53

@49 (Paul) auch an die Vereine unterhalb der RL muss gedacht werden und deshalb kann es nach menschlichen Ermessen einzig und nur die Lösung "Cottbuser-Weg" geben! Alles andere würde bei einer Übergangssaison in den unteren Ligen ab Liga 5 (OL)-13 (II.KL) durch diverse Abstiegsregularien erdbebenartige Verschiebungen geben. Ich gehe soweit, einige Vereine in existenzbedrohliche Lagen bringen. Dagegen ist der "Wahnsinn" 5 Absteiger Liga 3 , 5 Aufsteiger RL und 04 Spiele/Saison in Liga 3 mehr, Kindergeburtstag.

21.03.2019 11:16 Konrad 52

Als es die 3. Liga noch nicht gab hatten wir schon mal drei Regionalligen. Warum wird das nicht in Erwägung gezogen. Ich lese immer das die Fahrten zu weit wären. Das ist aber nicht der Fall. Mannschaften wie Bautzen, Neugersdorf oder Bischofswerda spielen da eh keine Rolle, da sie jetzt schon absteigen. Genau so wird es in den anderen Regionalligen sein. Die "unattraktiven", die eh kaum Zuschauer haben können sich die Regionalliga gar nicht leisten. Im gleichen Atemzug werden die Ligen darunter aufgewertet. Im NOFV hätte man dann zwei starke Oberligen. Die einzelnen Landesverbände natürlich dann auch. Der finanzielle Kraftakt bleibt dem ein oder anderen Verein erspart.

21.03.2019 10:47 Kalle 51

...ich habe als Mutmaßung gehört:
2 feste Aufsteiger Süd + Südwest + 2 Aufsteiger aus Nord - Nordost - Bayern, aus einer wie immer gearteten Relegation. Der gescheiterte 3.Meister (also Nichtaufsteiger) erhält als Trostpflaster die Teilnahme an 1.Hauptrunde DFB - Pokal.
Weiß jemand was darüber oder ist es eine Ente?

21.03.2019 10:34 Chemieschwein 50

Eine Aufstiegsrunde wie zu DDR Zeiten in die Oberliga ... mit jeder gegen jeden .. und die ersten 3 Steigen auf , da sehe ich kein Problem drin ... aber da verlieren ja die avisierten Aufsteiger ausm Westen / Südwesten ihre direkten Aufsteiger . Da musste nix aufstocken .. abspecken oder auflösen .

Übergangslösung 2019 und 2020

Eine Übergangslösung für die Spielzeiten 2018/2019 und 2019/2020 sieht vier Aufsteiger vor, wobei es drei feste Aufstiegsplätze für die Meister der fünf Regionalligen gibt. Im Sommer 2019 steigen die Meister der West-, Nordost- und Südwest-Staffel direkt auf. 2020 haben die Meister der Nord-, Bayern- und Südwest-Staffel das Recht, direkt aufzusteigen.

Der DFB-Bundestag

... setzt sich zusammen aus 259 stimmberechtigten Delegierten, zu denen die Mitglieder von DFB-Präsidium und -Vorstand ebenso zählen wie Abgesandte der DFB-Landes- und -Regionalverbände sowie des Ligaverbandes. Hinzu kommen u. a. Ehrenmitglieder und Mitglieder der Rechtsorgane.
Ein ordentlicher DFB-Bundestag wird alle drei Jahre einberufen. Ein außerordentlicher Bundestag kann vom DFB-Präsidium aus wichtigem Grund einberufen werden.

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