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Bildrechte: IMAGO / Matthias Koch

Fußball | RegionalligaBFC Dynamo gegen VfB Oldenburg - Traditionsklubs kämpfen um den AufstiegHinspiel

Stand: 28. Mai 2022, 10:25 Uhr

Beide haben schwere Jahre hinter sich, spielen eine fantastische Saison und dennoch kann nur einer aufsteigen: Am Samstag steht das erste Aufstiegsspiel zur 3. Liga in Berlin an. Und auch in Eilenburg wird mitgezittert.

Zwei Traditionsvereine wollen zurück in den bezahlten Fußball. Der VfB Oldenburg, einst Zweitligist, trifft auf den zehnfachen DDR-Meister BFC Dynamo, der seit der Wende komplett in der Versenkung verschwunden war. Beide haben schwere Jahre hinter sich und nun die große Chance, in die 3. Profiliga aufzusteigen. Die Oldenburger konnten sich in einer spannenden Saison in der Regionalliga Nord knapp gegen Weiche Flensburg durchsetzen. Der BFC Dynamo holte sich die Meisterschaft in der Regionalliga Nordost, nach einem kleinen Hänger gegen Ende der Serie. Am 28. Mai (14 Uhr im Ticker in der SpiO-App) steigt in Berlin das Hinspiel, eine Woche später wird sich in Oldenburg entscheiden, wer in der kommenden Saison in der 3. Liga spielen darf.

VfB Oldenburg – der lange Weg zurück

Seit zehn Jahren hängen die Oldenburger in der Regionalliga fest. Es war aber schon schlimmer, als es nach einer Insolvenz bis in die Oberliga ging. Dabei spielte der VfB einst sogar in der 2. Bundesliga. 1990 gelang mit dem damaligen Spielertrainer Wolfgang Sidka der Sprung in Liga zwei, zwei Jahre später stieg Oldenburg um ein Haar sogar in die Bundesliga auf. In der Aufstiegsrunde fehlte am Ende ein Punkt. 1996 schaffte es der VfB noch einmal für eine Spielzeit in die zweite Liga. Seit einem Jahr haben die Oldenburger übrigens ihren damaligen Aufstiegshelden Wolfgang Sidka zurück. Der 67-Jährige (24.05.) ist Vorstandsvorsitzender und Präsident des VfB.

Einst Spielertrainer, jetzt Präsident in Oldenburg: Wolfgang Sidka Bildrechte: imago images/Bernd König

Trainer ist seit 2020 Dario Fossi, dem es gelungen ist, eine schlagkräftige und sehr ausgeglichen besetzte Mannschaft zusammenzustellen. Den großen Knipser haben die Oldenburger nicht. Maik Lukowicz mit acht Toren ist aktuell bester Torschütze. Ayndele Adetula (fünf Tore) überragt als Vorlagengeber, mit 13 Assists. Der 24-Jährige wird aktuell heiß umworben vom 1. FC Saarbrücken.

Stadionfrage noch ungeklärt

Der VfB Oldenburg kann im Falle eines Aufstiegs möglicherweise viele Heimspiele nicht im Marschweg-Stadion absolvieren. Es fehlen Flutlicht und Rasenheizung. Bis zum 1. Juni muss ein Ausweichstadion benannt werden, aktuell wird das 60 Kilometer entfernte Wilhelmshaven favorisiert. Doch auf lange Sicht, so die Hoffnung im Verein, muss ein neues Stadion her. In der vergangenen Woche wurde eine Pressemitteilung mit der Forderung an die Stadt Oldenburg veröffentlicht, eine neue Spielstätte zu bauen.

Die Meisterschaft haben die Oldenburger schon klargemacht, es fehlt auch hier die Krönung. Bildrechte: IMAGO/Nordphoto

BFC Dynamo – schlafender Riese kehrt zurück

Zehn Mal holte der BFC Dynamo in der DDR den Meistertitel, und zwar in Folge. Doch mit der Wende kam auch der Niedergang des BFC, der zwischenzeitlich auch in FC Berlin umbenannt wurde. Seit 1999 heißt der Klub wieder BFC Dynamo, es folgte 2001 eine Insolvenz und damit sogar der Absturz aus der Oberliga. Erst 2014 stiegen die Berliner schließlich in die Regionalliga Nordost auf.

Seit 2019 ist Christian Benbennek Trainer des Traditionsvereins. Der 49-Jährige bringt die Erfahrung von mittlerweile 22 Trainerjahren mit und schaffte es, eine vor allem offensiv schlagkräftige Truppe zusammenzustellen. Die Verpflichtung von Christian Beck (23 Saisontore) erwies sich als absoluter Glücksgriff. Zudem stabilisierte Sebastian Hertner, der in der Winterpause geholt wurde, die Abwehr des BFC. "Wir können stolz auf die Mannschaft sein, was sie geleistet hat. Zwei Meister treffen aufeinander, die über 80 Punkte haben. Das ist aus sportlicher Sicht eine Katastrophe. Es sind zwei Endspiele gegen Oldenburg. Wir brauchen die Unterstützung, auch wenn es nicht so läuft", sagte Benbennek bei BFC-TV..  

BFC-Trainer Christian Benbennek hofft auf große Unterstützung. Bildrechte: dpa

Bürgschaft fast zusammen

Zwei Dinge könnten jetzt den Berlinern die Sache noch verhageln. Da wäre die verlangte Bürgschaft über 900.000 Euro, die zwingend bis zum 1. Juni beim DFB hinterlegt werden muss. Sonst droht der Entzug des Spielrechts. Doch die Chancen stehen mittlerweile gut, dass man das Geld zusammenkratzt. Nachdem drei Hauptsponsoren noch einmal die Schatulle geöffnet haben, sind – Stand Mittwoch – über 718.000 Euro aufgetrieben. Die zweite Sache betrifft das Sportliche. Der VfB Oldenburg muss aus dem Weg geräumt werden. Das Hinspiel im Sportforum wird mit 5.000 Zuschauern ausverkauft sein.  

Eilenburg drückt dem BFC die Daumen

Vom Abschneiden des BFC Dynamo hängt auch ab, ob der FC Eilenburg in der kommenden Saison in der Regionalliga Nordost antreten darf. Schaffen die Berliner den Aufstieg, reicht der fünftletzte Platz, der Klassenerhalt wäre dem FCE sicher. Scheitert der BFC an Oldenburg, müsste Eilenburg nach einem Jahr Regionalliga einen Neustart in der Oberliga Süd wagen.

Ob Eilenburg jubeln darf, entscheidet sich erst am 4. Juni. Bildrechte: MDR/Hofmeister, Dirk

rei

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 28. Mai 2022 | 19:30 Uhr

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