Dimitrij Nazarov spuckt Wasser aus.
Erzgebirge Aues Dimitrij Nazarov macht es vor - regelmäßig und genügend Wasser ist das A und O bei diesen Temperaturen. Bildrechte: imago/photoarena/Eisenhuth

Fußball | Saisonvorbereitung Wasser marsch!

Es ist wüstenheiß, die Sonne treibt das Thermometer bis an die 40-Grad-Celsius-Marke heran, Schatten bleibt nur den Tribünengästen im Bruno-Plache-Stadion vergönnt und auf dem Rasen duellieren sich der 1. FC Lok Leipzig und Erzgebirge Aue. Was raten Sportmediziner bei diesen Bedingungen?

Dimitrij Nazarov spuckt Wasser aus.
Erzgebirge Aues Dimitrij Nazarov macht es vor - regelmäßig und genügend Wasser ist das A und O bei diesen Temperaturen. Bildrechte: imago/photoarena/Eisenhuth

Vorsicht ist das oberste Gebot

Die aktuellen Hitzewallungen muten unerträglich an. Selbst körperlich dauerhaft beanspruchte Leistungssportler treibt die Wetterlage durchaus an ihre Grenzen - so auch beim Testspiel zwischen Regionalligist 1. FC Lok Leipzig und Zweitligist FC Erzgebirge Aue (1:3), den die "Leipziger Volkszeitung" als "Sahara-Kick" betitelte.

"Es ist der wärmste Tag des Jahres angesagt. Das wird schon sehr, sehr anspruchsvoll für die Spieler. Ich hoffe, dass alle gut durchkommen", sagte Loks Sportdirektor Wolfgang Wolf am Dienstag dem MDR. Zwar sei "anstrengender Ausdauersport" unter den aktuell gegebenen Wetterumständen nicht ohne weiteres zu empfehlen, bemerkte der renommierte Mainzer Sportmediziner Professor Dr. Perikles Simon im Interview mit dem "Südwestrundunk". Anders sieht das jedoch bereits aus, "wenn man ihn auch regulär betreibt und es gewohnt ist."

Prof.Dr Tim Meyer
DFB-Teamarzt Professor Dr. Tim Meyer. Bildrechte: imago/Chai v.d. Laage

"Trinken, trinken, trinken"

"Das A und O ist die Flüssigkeitszufuhr, also trinken, trinken, trinken, wobei es nicht der entscheidende Punkt ist, um welches Getränk es sich handelt", unterstrich Professor Dr. Tim Meyer, einer der Mannschaftsärzte der Nationalmannschaft, im Interview auf der offiziellen DFB-Website. "Wenn Nieren und Herz gesund sind, kann man kaum zu viel trinken. Die Grenze für Spieler ist natürlich ein zu stark gefüllter Magen."

All das ist unverzichtbar für einen dringend benötigten ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt, denn "die Schweißabgabe ist unser effektivster Regulationsmechanismus und wenn wir viel schwitzen, müssen wir auch viel Flüssigkeit aufnehmen, damit keine Kreislaufprobleme durch Flüssigkeitsmangel auftreten", führte Meyer weiter aus.

Prof. Dr.Perikles Simon
Ebenso mit gutem Beispiel voran: Professor Dr. Perikles Simon nimmt einen Schluck aus dem Wasserglas. Bildrechte: imago/Martin Hoffmann

Prophylaxemaßnahmen der DFB-Kommission Sportmedizin

Ebenso wichtig in Bezug auf Fußballspiele und Co.: Anstoßzeiten möglichst in die Abendstunden verlegen, wenn die direkte Sonneneinstrahlung merklich abgenommen hat, durchweg Abkühlungsmöglichkeiten - nicht zuletzt durch Wassereimer am Spielfeldrand - bereithalten, gekühlte Getränke sowieso, entsprechende erhöhte Pausenzeiten ansetzen, Sonnencreme nicht vergessen - unter anderem diese prophylaktischen Maßnahmen fordert die "DFB Kommission Sportmedizin".

Trotzdem sollte die Vorsicht zu jeder Zeit oberstes Gebot sein und auf jegliche Symptome und Schwächeanzeichen der Akteure umgehend reagiert werden - seien sie zunächst auch noch so marginal. "Wenn man sich sehr unwohl fühlt bei der Wetterlage, hat das schon seinen Grund. Wenn der Körper klar sagt, es geht nicht, dann sollte man seine Aktivität erst einmal deutlich reduzieren", betonte Perikles Simon.

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mhe

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 26. Juni 2019 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2019, 21:32 Uhr

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