Fußball | Regionalliga ZFC Meuselwitz empfängt Chemie zum "kleinen Derby"

Am Freitagabend treffen auf der Glaserkuppe zwei Teams aufeinander, die richtig gut in die Regionalliga-Saison gekommen sind. Der ZFC Meuselwitz beklagt gegen die noch ungeschlagene BSG Chemie Leipzig einen Ausfall. Bei den Gästen sind einige Kicker noch wackelig.

Spieler des ZFC Meuselwitz und von Chemie Leipzig betreten den Rasen 1 min
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Wer hätte das gedacht: Die BSG Chemie Leipzig steht nach fünf Spieltagen der Regionalliga Nordost noch ungeschlagen auf dem vierten Platz. Und nicht, weil die Leutzscher glücklich Punkte gesammelt haben. Die Siege gegen den BFC Dynamo oder TeBe waren ebenso verdient, wie die Punktgewinne gegen Lichtenberg, Hertha II oder den Berliner AK.

Chemie hat einen Knipser

Ein großer Unterschied: Anders als in der vergangenen Saison treffen die Leipziger das Tor, nach zwei Spielen hatte es beim Gegner schon sieben Mal geklingelt, auch ein Verdienst von Neuzugang Stephané Mvibudulu, der 3 Buden machte. Letzte Saison war es bei Lok Leipzig in 20 Spiele eins. "Mich wundert nicht, dass Chemie Leipzig da steht. Alle Spieler haben Geschwindigkeit und vorn gute Abnehmer", sagte der Meuselwitzer Trainer Koray Gökkurt vor dem "kleinen Derby". Beide Städte liegen nur gut 40 Kilometer auseinander.

ZFC Trainer Koray Gökkurt
ZFC Trainer Koray Gökkurt freut sich auf "kleines Derby". Bildrechte: Katrin Tretbar

Wackelkandidaten bei Chemie

Das Kompliment gibt Chemie-Trainer Miroslav Jagatic gern zurück. "Meuselwitz spielt einen ganz anderen Stil, da wird ordentlich gearbeitet, da ist Qualität. Das ist eine schlagkräftige Truppe." Der Leipziger Trainer indes muss vermutlich auf einige Spieler verzichten. Sechs sind angeschlagen, Jagatic erhält "tägliche Wasserstandmeldungen": "Man muss aber auch mit Blick auf das nächste Spiel kommenden Mittwoch davon ausgehen, dass einige Akteure geschont werden müssen", sagte der Coach, der ein Spiel auf Augenhöhe erwartet, aber auch ergänzt: "Wir wissen, was wir können. Wir wollen weitere Punkte für den Klassenerhalt sammeln." 

Miroslav Jagatic
Chemie-Coach Miroslav Jagatic Bildrechte: imago images/opokupix

Meuselwitzer Trübenbach fällt aus

Verstecken muss sich der ZFC freilich nicht. Mit acht Punkten kamen die Zipsendorfer gut aus den Startlöchern. Die Spielpause nach der englischen Woche hat der Mannschaft gut getan, so Gökkurt. Das letzte Wochenende inklusive dem Montag war frei. "Jetzt ist die Frische wieder da." Stürmer Andy Trübenbach wird aber fehlen. Ihm muss operativ Knorpel am Knie entfernt werden. Im ungünstigsten Fall ist die Hinrunde für ihn gelaufen. Dennoch hat Gökkurt genügend Optionen auch im Angriff. "Wir können selbstbewusst die Aufgabe angehen. Wir haben genügend Fähigkeiten, um das Spiel zu gewinnen."

Spielszene Lichtenberg - Meuselwitz Richard Ohlow (SV Lichtenberg 47) gegen Andy Trübenbach (ZFC Meuselwitz)
Andy Trübenbach (re.) fällt länger aus. Bildrechte: Matze Koch

Stadion ausverkauft

Drei Mal spielten der ZFC und die BSG Chemie Leipzig bisher gegeneinander. In der vergangenen Saison fiel wegen Corona das Spiel auf der Glaserkuppe aus, in Leutzsch setzte sich Meuselwitz mit 2:0 durch. Das einzige Duell in Zipsendorf holte sich auch der ZFC mit 4:1, am 24. September 2017. Damals kamen knapp 2.000 Fans ins Stadion. Diesmal dürfen nur 1.253 rein, das Spiel ist seit Mittwoch bereits ausverkauft. Eine Tageskasse wird es nicht geben. Dafür aber, für alle Zuhause gebliebenen, ab 19:00 Uhr einen Livestream auf sport-im-osten.de und in der SpiO-App.

rei

Dieses Thema im Programm: MDR+ | 18. September 2020 | 18:55 Uhr