Fußball | Regionalliga ZFC Meuselwitz: Heiko Weber sucht im Sommer "neue Herausforderung"

Regionalligist ZFC Meuselwitz steht vor einer schwierigen Suche. In den nächsten Monaten muss ein Nachfolger für den scheidenden Cheftrainer Heiko Weber gefunden werden, der seinen Abschied zum Saisonende verkündet hat.

Heiko Weber
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Beim ZFC Meuselwitz geht in wenigen Monaten eine Ära zu Ende. Cheftrainer Heiko Weber wird seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern und die Zipsendorfer im kommenden Sommer nach dann fünf Jahren Amtszeit den Rücken kehren. Was zunächst die "Bild"-Zeitung berichtete, bestätigten am Samstag (11. Januar) sowohl Weber als auch ZFC-Präsident Hubert Wolf auf Nachfrage von "MDR Sport im Osten".

Hubert Wolf, Präsident des ZFC Meuselwitz und Chef der Firma bluechip Fußball.
ZFC-Präsident Hubert Wolf. Bildrechte: imago/opokupix

Lob an Wolf und den "top geführten Verein"

"Ich habe mir seit Herbst über meine Zukunft Gedanken gemacht und bin dann mehr und mehr zu dem Entschluss gekommen, mich nach dieser Saison noch einmal zu verändern und eine neue Herausforderung zu suchen", sagte Weber. Er sei zugleich "unglaublich dankbar für die Zeit. Es ist nicht mehr die Regel, so lange bei einem Verein zu bleiben. Der ZFC ist top geführt."

Manche sind traurig, manche sind froh und manche interessiert es überhaupt nicht.

Cheftrainer Heiko Weber über die Reaktion der ZFC-Spieler nach seinem angekündigten Abschied aus Meuselwitz

Der 54-Jährige lobte zudem vor allem die Zusammenarbeit mit dem Präsidenten: "Hubert Wolf hat mir auch in schlechten Phasen immer den Rücken gestärkt. Das ist nicht selbstverständlich." Auf die Frage, wie seine Mannschaft auf die intern bereits kommunizierte Trennung reagierte, entgegnete der frühere Jenaer Profi gewohnt trocken: "Manche sind traurig, manche sind froh und manche interessiert es überhaupt nicht."

Weber: "Lieber trennt man sich im Guten"

Hubert Wolf findet den angekündigten Schritt seines langen Wegbegleiters weg aus Meuselwitz "nachvollziehbar und zu akzeptieren", denn "Heiko Weber hat Ansprüche, ist vom sportlichen Ehrgeiz getrieben, hat selber höher gespielt und trainiert." Man sei darauf eingestellt gewesen, "dass es irgendwann passieren" werde, ergänzte der Unternehmer und sprach von einer "beeindruckenden Geschichte. Wir sind in den letzten Jahren grundsätzlich ein ganzes Stückchen vorangekommen."

v.l: Denny Krahl (Meuselwitz) vorTrainer Heiko Weber (Meuselwitz).
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Gleichwohl deuteten beide im Gespräch mit "MDR Sport im Osten" an, dass die Zusammenarbeit gerade auch in den letzten Monaten nicht immer einfach war. "Natürlich nutzen sich gewisse Dinge ab und man weiß nicht, was in einem sechsten oder siebten Jahr passiert", gestand Wolf. Weber widersprach dem nicht: "Lieber trennt man sich im Guten."

Keine Sorge vor einem Spannungsabfall

Die Rot-Weißen spielen seit ihrem Aufstieg 2009 unter dem früheren DDR-Nationalspieler Damian Halata ununterbrochen in der Regionalliga Nordost. Auch Heiko Weber führte den ZFC in seinen bisherigen vier Spielzeiten jeweils zum Klassenerhalt (10. - 2019, 10. - 2018, 14. - 2017, 14. - 2016). Vor Beginn der aktuellen Restrückrunde liegt die Mannschaft um die Routiniers Fabian Stenzel, Henrik Ernst und René Weinert mit 24 Punkten in der oberen Tabellenhälfte auf Rang neun.

Einem womöglichen Spannungsverlust bei den Spielern aufgrund des bevorstehenden Abschiedes blicken die Verantwortlichen gelassen entgegen. "Wir haben eine gute Mannschaft und keine Angst, dass wir noch abrutschen", betonte Präsident Wolf. Außerdem "befinden wir uns im bezahlten Leistungssport, bei dem es um Siegprämien geht." Weber pflichtete vor Beginn seiner letzten Meuselwitzer Monate bei: "In jedem Sommer werden die Karten neu gemischt. Jeder spielt für seine eigene Karriere, will sich entweder für höhere Aufgaben empfehlen oder um hier bleiben zu können.

Schlussjubel Aue, u.a. Trainer Heiko Weber;
Zwischen 2008 und 2009 war Weber etwas mehr als ein Jahr Teammanager beim FC Erzgebirge Aue. Bildrechte: imago/Picture Point

Wer folgt auf Weber?

Bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger wollen die Verantwortlichen nichts überstürzen. Es sei nun genügend Zeit dafür, sagte Hubert Wolf. Elementar ist, dass sich die potenziellen Interessenten "mit unseren Gegebenheiten in Meuselwitz arrangieren - so wie das Heiko Weber oder Damian Halata über ihre Jahre hinweg getan haben." Das heißt: Die Mittel des kleinen Vereins im engen Konkurrenzkampf der Regionalliga Nordost bleiben begrenzt und es kann immer wieder aufs Neue nur darum gehen, in diesem zu bestehen.

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mhe

Heiko Webers bisherige Trainerstationen
ZFC Meuselwitz seit 7/2015
SSV Markranstädt 7/2013 - 6/2015
FC Carl Zeiss Jena 4/2011 - 10/2011
FC Erzgebirge Aue 4/2008 - 6/2009 (Teammanager)
FC Energie Cottbus 9/2007 (Interimstrainer)
FC Energie Cottbus II 7/2007 - 4/2008
FC Carl Zeiss Jena 7/2004 - 4/2007
FC Carl Zeiss Jena U19 7/2003 - 6/2004

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 01. Februar 2020 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2020, 16:05 Uhr

5 Kommentare

Ali vor 5 Wochen

Warum schreibt man nicht die Wahrheit warum Heiko Weber, Meuselwitz verlassen muss? Er sollte eigentlich schon vor dieser Saison gehen. Sei arrogante Art wie er zum Beispiel mit den Ehrenamtlichen Mitarbeitern umgeht (ignoriert diese und kann nicht einmal grüßen) ist vielen ein Dorn im Auge. Einige langjährige Sponsoren haben deshalb angekündigt ihr Sponsoring einzustellen, wenn man sich nicht von Weber trennt. Es hat überhaupt nichts mit sportlichen Aspekten zu tun.

Fan Achim vor 5 Wochen

Heiko Weber hat in Meuselwitz sehr gute Arbeit geleistet und wird das auch bis zum Ende der Saison tun. Immer optimistisch, immer für einen coolen Spruch gut, jeden Spieler immer in seiner Leistung verbessert, nie gejammert wenn er nicht die Mittel für mehr oder bessere Spieler bekam. So war und ist der Trainer unseres ZFC und er wird uns auch bestimmt in dieser Spielzeit den Klassenerhalt sichern. Heiko, großes Dankeschön für deine erbrachte Leistung! Das ein Trainer mit so einen Können nicht bis zur Rente im kleinen Meuselwitz seinen Vertrag immer wieder verlängern möchte war auch klar. Ein Verein, der diesen Trainer verpflichtet macht keinen Fehler. Heiko, danke für alles und viel Erfolg für deine neue Aufgabe.

Fury85 vor 5 Wochen

Kann ihn als Jena Fan alles gute Wünschen. Hat da Top Arbeit abgeliefert. Einfach auch ein sympathischer Mensch. Würde ihm das Große nochmal gönnen. Hab so das Gefühl, dass RB Leipzig ihn mit einen Job gelockt hat.