Handball | 2. Bundesliga Norman Rentsch: "Aufstieg ist eine kleine Sensation"

Das große Ziel ist erreicht: Norman Rentsch hat den BSV Sachsen Zwickau nach einem Vierteljahrhundert zurück in die Bundesliga geführt. Dort soll das Team weitestgehend zusammenbleiben. Verstecken will man sich nicht, sondern die etablierten Teams ärgern. Noch gibt es Redebedarf bei der Spielstätte.

Am vergangenen Samstag war der Jubel groß beim BSV Sachsen Zwickau - so groß, dass Norman Rentsch erst in der Nacht von Sonntag auf Montag wieder etwas mehr Schlaf bekam. Doch die Handballerinnen aus Zwickau und ihr Trainer hatten es sich verdient. Gegen TuS Lintfort gelang der Aufstieg in die Bundesliga - 25 Jahre nach dem Abstieg aus der höchsten Spielklasse war der BSV nun wieder erstklassig.

Leistung über die gesamte Saison hochgehalten

"Wir haben im Kreise der Mannschaft gefeiert. Wir haben ein paar Spielerinnen verabschiedet und auch noch ein paar Ehrungen vorgenommen, für alle Leute, die in den letzten Jahren eine wichtige Rolle gespielt haben", beschreibt der Rentsch die Stunden nach der Entscheidung. Noch ist die Saison aber nicht vollständig zu Ende, ein Spiel in Berlin steht noch an - jedoch erst in zwei Wochen bei den Füchsen Berlin. Bis dahin bleibt noch viel Zeit, das Erreichte Revue passieren zu lassen.

Mit nur zwei Niederlagen sind die Zwickauerinnen durch die Saison gekommen, das Leistungsniveau wurde über die komplette Saison hochgehalten - ein Spannungsabfall war kaum zu erkennen. "Das war eine kleine Sensation", blickt Rentsch zurück.

Planungen laufen - Kader soll zusammengehalten werden

Trotz des noch ausstehenden Saisonabschlusses in der Bundeshauptstadt laufen natürlich die Planungen für die kommende Saison. Den Kader will der Übungsleiter größtmöglich zusammenhalten, damit die Spielerinnen das Erreichte auch in der Bundesliga genießen können. "Wir haben uns gut entwickelt und wussten, dass in einigen Spielerinnen noch viel Potential war. Das ist auch noch nicht voll ausgereizt", sieht Rentsch noch weiteres Entwicklungsvermögen.

Dennoch solle es punktuelle Verstärkungen geben, schließlich steht der Abschied von vier Spielerinnen - Elaine Rode, Katarina Pavlovic, Lisa Felsberger und Nadja Bolze - bereits fest. "Wir suchen auf der Rechtsaußenposition und wir müssen uns im Rückraum verstärken. Dort brauchen wir noch eine Linkshänderin, die für einfache Tore sorgen kann. So soll unser Spiel in der Breite noch ausgebaut werden", umschreibt Rentsch die Suchkriterien.

Dafür hat Zwickau dann einen Etat von etwa 550.000 Euro zur Verfügung. Dank positiver Gespräche mit Sponsoren könne diese Summe auch noch steigen.

Norman Rentsch, Trainer BSV Sachsen Zwickau
Norman Rentsch, Trainer BSV Sachsen Zwickau Bildrechte: IMAGO / Eibner

Doppelfunktion auch in der Bundesliga

Im Oberhaus will Rentsch an seinen beiden Funktionen als Trainer und Geschäftsführer festhalten. Dank der Unterstützung des gesamten Vereins sieht er sich da gut aufgestellt. In seinem Bürojob gilt es für ihn dann noch eine wichtige Sache zu klären: die Spielstätte.

Denn die aktuelle, in die Jahre gekommene Halle in Neuplanitz entspricht nicht wirklich den Anforderungen der Handball Bundesliga der Frauen (HBF). "Es ist wichtig, dass jetzt etwas passiert. Die Gespräche gehen in die richtige Richtung. Wir können nicht in der 40 Jahre alten Halle spielen. Dem sind sich die Entscheidungsträger aber bewusst", erklärte Rentsch. Der Vereine habe sportlich vorgelegt, nun sei die Politik gefragt. Bei positivem Verlauf könne schon im September der Spatenstich für eine neue Spielstätte erfolgen.

Die etablierten Teams ärgern

Zunächst wolle man sich bei der HBF um eine Ausnahmegenehmigung für die aktuelle Sporthalle bemühen. Die Gespräche sollen dazu in Kürze aufgenommen werden: "Bis vor zwei Tagen waren wir noch Zweitligist. Jetzt reden wir mit der HBF, um das Prozedere abzusprechen."

Egal, wo sein Team auflaufen wird, Rentsch sieht gute Chancen auch in der Bundesliga ein Wörtchen mitzureden. "Wir wollen das Vertrauen in uns haben und die Euphorie nutzen. Dann können wir auch solche Dinos wie Buxtehude oder Leverkusen schlagen", gibt er sich zuversichtlich. Die Handballerinnen aus Halle-Neustadt haben vorgemacht, wie man es als Aufsteiger schaffen kann.

___
rho

Aktuelle Beiträge zum Handball

O-Ton Bennet Wiegert
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit dem 32:26 gegen RB Nexe in der European League war Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert zufrieden. Sein Team habe fokussiert agiert. Am Donnerstag geht es nun schon weiter.

Di 07.12.2021 23:00Uhr 01:16 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-bennet-wiegert-scm-nexe-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Alle anzeigen (116)

Dieses Thema im Programm: MDR+ | "SpiO"-Talk | 02. Mai 2021 | 10:00 Uhr

0 Kommentare