Handball | 2. Bundesliga BSV Sachsen Zwickau vor Bundesliga-Rückkehr nach 25 Jahren

Der Traum von der Handball-Bundesliga könnte für den BSV Sachsen Zwickau wahr werden. Nach dem Sieg gegen TV Nürtingen fehlen dem Team von Trainer Norman Rentsch nur noch zwei weitere Erfolge, um direkt in die hiesige Eliteliga zum Thüringer HC und Union Halle-Neustadt aufzusteigen.

BSV-Jubel nach Spielschluss.
Bildrechte: IMAGO / Kruczynski

Die Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau stehen nach 25 Jahren vor der Rückkehr in die 1. Bundesliga. Nach dem 19:16-Heimsieg am Samstag (17. April) gegen TV Nürtingen hat das Team von Trainer Norman Rentsch sechs Punkte Vorsprung auf die Füchse Berlin, bei noch ausstehenden drei Partien. "Wir haben einen ganz großen Schritt gemacht. Noch zwei Siege, dann ist es soweit", freute sich Rentsch nach dem elften Sieg in Folge. Die Berlinerinnen haben noch vier Partien. Am letzten Spieltag kommt es in Berlin zum Topduell, doch viel sieht danach aus, dass die Westsächsinnen da bereits als Aufsteiger feststehen.

Abwehr stark - Angriff fehlerhaft

Ganz zufrieden war der Coach und Geschäftsführer aber nicht mit dem Auftritt seines Teams gegen Nürtingen. "Wir waren souverän in der Abwehr, im Angriff haben wir viele Chancen liegen gelassen. Wir spielen eine tolle Saison, müssen aber jede Begegnung konzentriert gehen. Heute fehlte der große Spannungsbogen, aber wir haben gewonnen", sagte Rentsch.

Erfolgsduo Rentsch/Schmidt

Der Coach ist ein Vater des Aufschwungs. Bereits zwischen 2011 und 2014 hatte er die Zwickauerinnen trainiert, bevor es ihn zum HC Leipzig und nach dessen Insolvenz zu Borussia Dortmund zog. 2019 kehrte er nach Zwickau zurück. Seit vergangenem Sommer steht Rentsch zudem mit Dietmar Schmidt eine Handball-Ikone zur Seite. Der 68-Jährige war Mannschaftskapitän der Olympiasieger-Mannschaft von 1980 in Moskau und als Trainer jahrelang für den Erfolg des Frankfurter HC verantwortlich.

Norman Rentsch Trainer, BSV Sachsen Zwickau jubelt.
Bildrechte: IMAGO / Eibner

Hallenproblem muss gelöst werden

Doch während die Zwickauerinnen nunmehr unaufhaltsam in Richtung Bundesliga marschieren, müssen die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Eliteliga noch geschaffen werden. Gespielt wird nach wie vor in der vor fast 40 Jahren erbauten Sporthalle Neuplanitz. Vereinspräsidentin Sylvia Wössner sprach sogar beim sächsischen Innenminister vor. Ein ist klar: Die jetzige Halle entspricht nicht den Auflagen des Deutschen Handball-Bundes. Spätestens nach einer Saison müsste eine Lösung her. Die Optionen: Sanierung in Neuplanitz oder eine neue Ballsporthalle . "Wir haben Signale bekommen, die in die richtige Richtung gehen. Ich bin ganz positiv, dass sich nicht nur das sportliche gesteigert hat, sondern es auch wichtige strukturelle Entscheidungen gibt", so Rentsch. Rein sportlich kann Zwickau am 1. Mai beim HC Rödertal den nächsten Schritt in Richtung 1. Liga machen.

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rei

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 18. April 2021 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Dieter1943 vor 3 Wochen

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Der MDR berichtet erstmalig über die fantastische sportliche Leistung der Handball Frauen aus Zwickau. Mit dem Aufstieg von Sachsen Zwickau in die 1. Bundesliga ist endlich wieder eine sächsische Frauenmannschaft im Oberhaus vertreten. Ich hoffe das nun auch die Stadt Zwickau aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und das Hallenproblem löst. Offensichtlich ist denen gar nicht bewusst welcher Imagegewinn für die Stadt Zwickau dieser Aufstieg ist.

Zwickauer1 vor 3 Wochen

Bravo Mädels. Bravo MDR das ihr mal darüber berichtet.
Das Trainerduo macht ne super Arbeit.
Ich würde Euch den Aufstieg von Herzen gönnen.