Harald Reinkind (Kiel 06) versucht sich gegen Zeljko Musa (Magdeburg 02) und Piotr Chrapkowski (Magdeburg 03) durchzusetzen
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Handball | DHB-Pokal SC Magdeburg verpasst dritten Pokal-Triumph

Final4 - Finale

Der SC Magdeburg hat im Traumfinale gegen THW Kiel seinen dritten Triumph im DHB-Pokalwettbewerb verpasst. Der SCM verlor am Sonntag, den 7. April 2018 mit 24:28 (14:15). Dabei zeigte das Team von Bennet Wiegert nach kleinen Startproblemen eine starke Leistung und bot den "Zebras" besonders im ersten Abschnitt die Stirn. Im darauffolgenden Abschnitt ging dem SCM jedoch komplett die Luft aus.

Harald Reinkind (Kiel 06) versucht sich gegen Zeljko Musa (Magdeburg 02) und Piotr Chrapkowski (Magdeburg 03) durchzusetzen
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Kiel findet besser in die Partie

Nach einem wahnsinnig emotionalen und spannenden Halbfinale gegen die TSV Hannover-Burgdorf traf der SC Magdeburg im Traumfinale auf THW Kiel. Im Duell der Pokalsieger der Jahre 2016 (SC Magdeburg) und 2017 (THW Kiel) fanden die „Zebras“ am Anfang besser in die Partie und gingen durch zwei Tore von Harald Reinkind und einem Treffer von Nikola Bilyk mit 3:1 In Führung (3.). Daran änderte sich auch bis zur 16. Spielminute nicht viel. Erst dann kam der SCM in das gewohnt gefährliche Umschaltspiel.

SCM setzt zum Überholmanöver an

Die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga startete durch Tore von Matthias Musche und Albin Lagergren den Turbo und ging zum ersten Mal in Führung (16.). Zwischenzeitlich führten die Sachsen-Anhalter sogar mit 13:10 gegen die Norddeutschen (24.). Einer der treffsichersten Akteure auf dem Parkett war mal wieder Michael Damgaard. Der Däne kam in der Partie auf sechs Treffer. Schon im Halbfinale glänzte Damgaard und stellte mit 15 Treffern einen neuen Final4-Rekord auf. Der Bundesliga-Zweite aus Kiel ließ sich davon aber nicht abschrecken und setzte ebenso zum Überholmanöver an. Domagoj Duvnjak durchbrach 15 Sekunden vor der Pause die SCM-Abwehr und sorgte für den 13:14-Halbzeitstand.

Robert Weber jubelt
Starker Zwischensprint des SC Magdeburg. Nach anfänglichen Problemen gingen die Magdeburger zwischenzeitlich sogar mit 13:10 in Führung. Bildrechte: imago/Nordphoto

Kiel trumpft auf

Im zweiten Abschnitt übernahm die Mannschaft von THW-Urgestein Alfred Gislason zumeist das Spielgeschehen in der voll besetzten Hamburger Arena. Das lag vor allem an zwei Faktoren: Der SC Magdeburg scheiterte am oftmals überragend reagierenden Kiel-Schlussmann Niklas Landin Jacobsen, der Damgaard und Robert Weber reihenweise zur Verzweiflung brachte. Ebenso merkte man den Norddeutschen an, dass Sie noch einmal alles für ihren Trainer geben wollten. Der 58-jährige Isländer befindet sich nach sieben deutschen Meisterschaften, fünf Pokalsiegen und drei Champions-League-Gewinnen in seiner letzten Spielzeit als Bundesligatrainer. So lag der SCM nach gut 45 Minuten deutlich mit 16:24 zurück.

Die Kieler Mannschaft jubelt.
Jubel auf der Kieler Spielerbank. Die Mannschaft von Alfred Gislason zeigte nach der zweiten Halbzet seine ganze Klasse Bildrechte: imago images / Nordphoto

Aufholjagd kommt zu spät

Nach mehreren taktischen Auszeiten von Bennet Wiegert probierte der Bundesliga-Dritte noch einmal alles herauszuholen und konnte nach drei Toren in Folge auf 19:24 verkürzen (48.). Das brachte im Endeffekt aber nur wenig, denn vor allem Nationaspieler Patrick Wiencek machte die Defensive der Kieler wieder dicht und hatte am Ende einen großen Anteil am letztendlich klaren Kieler Pokal-Triumph.

Die Stimmen zum Spiel

Bennet Wiegert (Magdeburg): "Wir sind auch durch eine Verletzung aus dem Rhythmus gekommen. Das darf uns bei unserer Leistungsdichte nicht passieren. So verliert man Titel. Jetzt weiß ich auch, wie es sich anfühlt, enttäuscht zu sein. Das ist im Moment sehr traurig für uns."

Alfred Gislason (Kiel): "Es ist unbeschreiblich. Ich bin unglaublich stolz auf die Jungs. Mir ist es unglaublich wichtig, den Titel zu holen. Es ist traurig, das nie wieder auf der Fläche zu erleben, sondern nur noch als Zuschauer. Wir werden diesen Moment genießen."

Niklas Landin Jacobsen (Kiel): "Das war ein wunderschönes Spiel von unserer Seite Wir haben von der ersten Minute an Kampf gezeigt."

tw

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 07. April 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. April 2019, 19:05 Uhr

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11 Kommentare

09.04.2019 04:24 Gerd Müller 11

Das späte Siegtor in der 90. Minute lässt Magdeburg grinsen und die "weltbesten" sehen sich bestätigt obwohl mehr Glück als Können dieses Spiel bestimmten. In einer Woche kann HH den 6-Punkte Abstand zu Köln verkürzen oder sich dem Relegationsplatz nähern. Leipzig gilt im Pokalspiel ebenfalls als Favorit und bei Trauma bleibt HH in Liga 2.

08.04.2019 17:11 Thomas B. 10

Ach Peter M., wie kann man vor Boshaftigkeit nur so zerfressen sein. Geh einfach mal hin zu solchem Turnier, da werden Sie wahrscheinlich geheilt werden. Da gibt es solche Töne nicht. Immer sportlich bleiben.
Der SCM hätte einfach in der 1. Hälfte, als sie alles im Griff hatten, konsequent die Chance ergreifen müssen, mit 3-4 Toren in die Pause zu gegen. So ist es aber dann auf höchstem Niveau, da kann es ganz schnell gehen und das Spiel ist verloren.
Und heute: Vorwärts Magdeburger Jungs, auch wenn sie Außenseiter sind.

08.04.2019 11:45 Peter M. 9

Grün Weiß kein Pokalsieger?
Seltsam,waren die doch vor den Spielen in Hamburg schon sicherer Sieger,also laut den Sportexpertenmoderatoren des MDR. Und nun sowas.
Gerade so im Halbfinale siegreich und dann Klatsche im Finale.
Denke Blau Weiß geht es heute ähnlich in HH. Vielleicht können die ja dann den Trainer gleich in seiner Heimat lassen.

08.04.2019 08:41 netzadler 8

mit Verlaub, der scm war so gut wie chancenlos.
kiel wollte das ding und hat das clever angestellt mit seiner personalrotation.
zum glück für die Zuschauer war der erste durchgang ja noch spannend

07.04.2019 20:35 Gohlis 7

Zum Sportlichen: Die schwere Verletzung von Lagergren hat den Plan zerstört. Das hätte auch in den Bericht gehört. Allerdings hat unser Trainer auch in verschiedenen Situationen falsch reagiert. Musche hätte schon i.d. 1.HZ durch Mertens ersetzt werden müssen u.a. Wiegert sollte da auch mal selbstkritisch sein.

07.04.2019 20:29 Gohlis 6

Nun schließt sich auch der mdr den Veranstaltern des Final Four an und akzeptiert auch 29 Jahre nach der deutschen Einheit nur westdeutsche Titel. Richtig muss es heißen "SCM verpasst achten Pokalsieg".

07.04.2019 20:04 fläming 5

Irgendwie hatte ich das vorher schon gespürt. Die Presse hatte vorher auch schon viel zu viel Erwartungshaltung und somit für zusätzlichen Druck gesorgt. War aber trotzdem eine hervorragende Saison für die Handballer.

07.04.2019 19:45 Blau 4

Was soll man sagen? Toll gekämpft und drei mal nicht geschafft, aber bei vierte mal klappt es.
Und morgen wird noch eine Mannschaft in Hamburg Feder lassen.

07.04.2019 19:25 Kiel_oben 3

Gratulation an Magdeburg als 24:28 zweiter Sieger

07.04.2019 18:43 kdm 2

Schade, aber weiter geht's. Jetzt vollste Konzentration auf das Halten des 3. Platzes in der Meisterschaft.

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