Handball | Bundesliga SC DHfK startet Solidaritäts- und Rekordaktion

Noch ist nicht absehbar, wann und wie der SC DHfK Leipzig die Saison in der Handball-Bundesliga (HBL) fortsetzen kann. Partien vor leeren Rängen sind im Falle einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs aber wohl unausweichlich. Um den finanziellen Einbußen entgegenzuwirken, haben die Grün-Weißen nun eine Unterstützeraktion gestartet und wollen dabei ganz nebenbei einen Rekord brechen.

Karsten Günther (Geschäftsführer SC DHfK Leipzig)
Bildrechte: imago images / pmk

"Ihr fehlt uns – und zwar richtig!" In einem offenen Brief hat sich Karsten Günther, Geschäftsführer des SC DHfK Leipzig, mit emotionalen Worten an die Fans und Anhänger des Handball-Bundesligisten gewandt: "Keine Tore, keinen Jubel, keine Träne und keinen Applaus. Die Ausbreitung des Coronavirus hat die gesamte Sportwelt lahmgelegt."

Auch für die Leipziger Handballer bringt die derzeitige Krise einschneidende Konsequenzen mit sich. Die HBL hat ihren Spielbetrieb bis vorerst 16. Mai ausgesetzt. Zuschauereinnahmen und Sponsoring – überlebenswichtige Einnahmen der Bundesligisten – fallen erst einmal weg. Bereits vor über zwei Wochen (19. März) reagierte der SC DHfK und ordnete Kurzarbeit für alle Mitarbeiter des Vereins an. Auch die Spieler tragen mit einem Gehaltsverzicht zur Besserung der Situation bei. 

"Helden-Tickets" in fünf verschiedenen Kategorien

Um die Existenz des Vereins zu sichern, ist aber vor allem eines gefragt: Solidarität. Das betonte auch Günther: "Ich wünsche uns allen, dass wir gerade jetzt die Werte hochhalten, für die wir als SC DHfK Handball stehen: Disziplin und Durchhaltevermögen, Kampfgeist und Fair Play, Leidenschaft und Ambition, vor allem aber Teamgeist und Zusammenhalt."

Genau auf diese Verbindung zwischen Fans und Klub bauen die Leipziger, um ein "wirtschaftlich solides Fundament" für die Zeit nach der Krise zu gewährleisten. Dafür bietet der Verein seinen Anhängern ab sofort die Möglichkeit das sogenannte "Mein Helden-Ticket" zu erwerben. So können alle bereits gekauften Dauerkarten in "Helden-Tickets" umgewandelt werden. Zudem können neue "Helden-Tickets" gekauft oder verschenkt werden. Als Gegenleistung bietet die Grün-Weißen Unterstützerpakete in fünf verschiedenen Kategorien an. Los geht es mit der Kategorie "Talent" (ab 15 Euro) bis hin zur Kategorie "Superheld" (ab 500 Euro). Zudem unterstützen der SC DHfK mit jedem verkauften oder umgewandelten "Mein Helden-Ticket" die Leipziger Kinderstiftung sowie das Kinderhospiz Bärenherz mit je 50 Cent.   

Ziel: 75.000-Zuschauer-Marke brechen

Mit der Aktion erhofft sich der Handball-Klub nicht nur frisches Geld in die Kassen zu spülen, sondern auch nebenbei den Zuschauer-Saisonrekord zu knacken. In der laufenden Spielzeit sahen bislang 55.038 Fans Sachsens stärkstes Handball-Team. Aktuell stehen noch vier Heimspiele aus. Dafür will der Verein noch einmal knapp 20.000 Tickets verkaufen, um die 75.000-Zuschauer-Marke zu knacken und den bisherigen Rekord von 73.287 Besuchern aus der letzten Saison zu überbieten. Sollte die Spielzeit fortgesetzt und die Heimspiele mit Zuschauern ausgetragen werden, können die Tickets für einen Euro in ein reguläres Heimspiel-Ticket umgewandelt werden.

Es ist augenscheinlich, dass der SC DHfK, wie so viele andere Klubs, sein Schicksal im Zuge der Corona-Krise in die Hand nimmt und gemeinsam mit den Fans das Beste aus der Situation macht. In diesem Sinne gibt auch Karsten Günther die Parole für die kommende Zeit aus: "Werdet unsere Helden und lasst uns schon jetzt mit vereinten Kräften die Zukunft des SC DHfK Handball in die Hand nehmen und positiv gestalten. Lass uns gemeinsam Vorbild sein!"

Nicht verpassen! Karsten Günther exklusiv im "SpiO"-Talk

Doch wie ist man auf die Aktion gekommen? Läuft sie erfolgsversprechend an? Und wie stellt sich die Lage beim SC DHfK derzeit im Allgemeinen dar? Darüber und über vieles mehr sprechen wir mit Karsten Günther am Dienstag (7. April) ab 9 Uhr ausführlich und exklusiv im "SpiO"-Talk.  

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 07. April 2020 | 19:30 Uhr

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