Handball | Bundesliga Jerabkova und Scheffknecht lassen Thüringer HC in letzter Sekunde jubeln

Mit einem Sieg in allerletzter Sekunde hat der Thüringer HC die Heimreise aus Oldenburg angetreten. In einer Partie, die lange Zeit nicht nach Punkten für den THC aussah, hielt die überragende Marketa Jerabkova ihr Team lange Zeit am Leben und hatte dann im entscheidenden Moment noch das goldene Auge für Beate Scheffknecht zum schmeichelhaften 30:29 (13:14)-Erfolg. Die Bad Langensalzaerinnen bleiben damit auch im sechsten Bundesligaspiel der Saison ungeschlagen und belegen aktuell Rang zwei.

Handball 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR aktuell 21:45 Uhr Mi 14.10.2020 21:45Uhr 01:12 min

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Helfried Müller konnte selbst nicht erklären, wie dieser letzte Ball Wimpernschläge vor der Schlusssirene aus den Händen von Marketa Jerabkova unter Bedrängnis noch den Weg zur völlig freien Beate Scheffknecht fand: "Abenteuerlich, wie der Ball da noch an den Kreis kommt", atmete der in Abwesenheit seines jüngst am Knie operierten Bruders Herbert die Verantwortung tragende Müller erst einmal tief durch.

Müller: "Lange Zeit pomadig, langsam, schläfrig"

Beate Scheffknecht (THC)
Beate Scheffknecht behielt im letzten Moment die Nerven. Bildrechte: imago images/Karina Hessland

Es war die entscheidende Aktion zu einem in der zweiten Halbzeit zeitweilig kaum mehr für möglich gehaltenen 30:29-Auswärtssieg, den sich die Thüringerinnen in einer dramatischen Endphase und angeführt von Jerabkova (11 Tore) erkämpften. "Wir waren lange Zeit pomadig, langsam, schläfrig", monierte Müller mit gutem Recht, vergaß dabei aber nicht den couragierten Auftritt der jungen Niedersächsinnen: "Oldenburg wurde mit jeder Minute stärker. Sie haben eine unglaubliche Leistung geboten."

Dem VfL unterliefen gerade vor dem Pausenpfiff kaum Fehler. Zudem mussten sich die auch wiederholt von unnötig eingebrockten Zeitstrafen aus dem Rhythmus gebrachten Gäste gegen ihre in der Defensive bestens organisierten und aggressiven Kontrahentinnen bis zuletzt jedes einzelne Tor hart erarbeiten. Als Kreisläuferin Julia Huber durch ihre dritte Zwei-Minuten-Strafe die Rote Karte sah und Oldenburgs Merle Carstensen den folgenden Siebenmeter zum 24:26 aus THC-Sicht verwandelte, schien der Abend so gut wie gelaufen.

Jerabkova nicht mehr zu stoppen

Marketa Jerabkova
Marketa Jerabkova hatte entscheidenen Anteil am nicht mehr für möglich gehaltenen THC-Sieg in Oldenburg. Bildrechte: imago images/Karina Hessland

"Aber wir waren immer in Schlagdistanz, haben gefightet und hatten dann natürlich auch das Quäntchen Glück auf unserer Seite", unterstrich Helfried Müller. Die Niedersächsinnen fanden schlichtweg kein Gegenmittel mehr gegen die vollkommen heiß gelaufenen Marketa Jerabkova, die wiederholt vom Siebenmeterpunkt eiskalt blieb und auch mit tückischen Aufsetzern aus der Distanz traf.

Als dann Petra Blazek Carstensens Siebenmeter abwehrte und im Gegenzug Lydia Jakubisova über Rechtsaußen traf, bedeutete das die erste Führung der Gäste (29:28, 60.) seit dem 11:10 vor dem Halbzeitpfiff. Die Müller-Sieben hatte nun endgültig das Momentum auf ihrer Seite, zeigte sich auch von Kathrin Pichlmeiers Ausgleich unbeeindruckt und erzwang Scheffknechts vielumjubelten Siegtreffer.

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mhe

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 14. Oktober 2020 | 21:45 Uhr

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