Handball | Bundesliga Handball: Bundesliga bricht Saison ab - Pokal noch offen

Es ist offiziell! Die Spielzeiten in der 1. und 2. Handball-Bundesliga sind wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochen worden. Das bestätigte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann am Dienstag (21.04.2020) nach einer Telefonkonferenz. Damit steht der THW Kiel als deutscher Meister fest.

Ein Mann spricht in eine Webcam, im Hintergrund Sponsorenlogos. 1 min
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MDR aktuell 17:45 Uhr Di 21.04.2020 17:45Uhr 01:27 min

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Die HBL hat ihre 54. Saison aufgrund der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen. Dies legte die Liga nach einer virtuellen Mitgliederversammlung fest. Zuvor hatten die 36 Erst- und Zweitligisten auf schriftlichem Wege über eine Fortsetzung der Spielzeit abgestimmt.

Bohmann: Dreiviertelmehrheit "deutlich überschritten"

Die erforderliche Dreiviertelmehrheit ist laut HBL-Geschäftsführer Bohmann "deutlich überschritten" worden. "Aus sportlicher Sicht wäre es natürlich das Beste gewesen, die Saison fortzusetzen. Der Rahmen hat gesundheitlich, organisatorisch und wirtschaftlich aber nicht gepasst. Von den ungerechten Lösungen haben wir diese für die Beste gehalten", sagte Bohmann.

Keine Absteiger - SCM in Euro League - Dessau steigt auf

Bei der Wertung der Spielzeit entschied sich das Präsidium der Bundesliga gegen eine Annullierung und für die Anwendung der Quotientenregel, die Tabellenführer Kiel als bestes Team der Saison 2019/20 ausweist. Absteiger wird es nicht geben, Aufsteiger sind Coburg und Essen.

Die HBL startet mit 20 Klubs in die neue Saison, in der es vier Absteiger geben wird. Für Rekordmeister Kiel ist es der erste Meistertitel seit 2015 und der 21. insgesamt. Zum Vizemeister wurde die SG Flensburg-Handewitt erklärt. Beide Teams sind für die Champions League qualifiziert. Der SC Magdeburg, Hannover-Burgdorf und die Rhein-Neckar Löwen spielen in der neuen Euro League (zuvor EHF-Cup). Der SC DHfK Leipzig wird auf Rang acht geführt.

Bennet Wiegert, Magdeburg Trainer
Trainer Bennet Wiegert startet mit seinem SCM in der neuen Euro League. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Der Abbruch betrifft auch die mitteldeutschen Zweitligisten ThSV Eisenach, EHV Aue und HC Elbflorenz. Alle drei Teams spielen auch kommende Saison in der 2. Liga. Hinzu kommt der Dessau-Roßlauer HV, der durch den Saisonabbruch in der 3. Handball-Liga als Aufsteiger in die 2. Liga feststeht. Trainer Uwe Jungandreas sagte: "Ich freue mich über diese Entscheidung. [...] Ich bin froh, dass die Saison nicht annulliert wurde."

SC Magdeburg begrüßt Abbruch

Auch der Tabellendritte der Bundesliga SC Magdeburg begrüßte den Abbruch. "Natürlich hätten wir die Saison gerne sportlich zu Ende geführt. Die aktuelle Situation lässt aber keine andere Entscheidung als den Abbruch zu", erklärte SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt und fügte an: "Die sportliche Saisonwertung ist meines Erachtens die fairste Variante, wenn man unterjährig eine derartige Entscheidung treffen muss."

SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt während eines Interviews. 3 min
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Di 21.04.2020 16:42Uhr 03:17 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-402420.html

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Bennet Wiegert 8 min
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Di 21.04.2020 17:40Uhr 08:22 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-402444.html

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DHfK Leipzig: Günther und Weber unterstützen Entscheidung

SC DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther sagte: "Die Saison abbrechen zu müssen ist ein schwerer sportlicher Einschnitt, den es so auch noch nie gegeben hat. Dennoch ist das in der aktuellen Situation die einzig vernünftige Entscheidung. Sie gibt uns die Möglichkeit, ab jetzt für die neue Saison zu planen."

Guenther 3 min
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Genauso sah es Philipp Weber. Insbesondere mit Blick auf die noch längst nicht gebannte Pandemie unterstrich der DHfK-Nationalspieler im "SpiO"-Talk des MDR: "Das Wohl und die Gesundheit der Menschen geht auf jeden Fall vor und das können wir nicht zu 100 Prozent gewährleisten, daher ist die Entscheidung auf jeden Fall richtig."

Auch eine Fortführung der Spielzeit vor leeren Rängen hätte den 27-jährigen Rückraumspieler keineswegs begeistert. "Ich finde die Entscheidung komplett richtig. Wir gehen unserem Sport nach, um Leute zu begeistern, ihnen Freude zu machen und wenn die halt nicht live mit dabei sein können, dann wäre es extrem schade", betonte Weber. Es wäre immer "ein bisschen Testspielcharakter dabei gewesen. Von daher sind wir schon froh, dass wir nicht vor leeren Rängen spielen müssen."

Philipp Weber 1 min
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Di 21.04.2020 17:03Uhr 01:13 min

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Schwenker: "Sehr bitter, aber alternativlos"

Liga-Präsident Uwe Schwenker betonte, dass "ein Wiedereinstieg zu einem noch späteren Zeitpunkt nicht mehr machbar" gewesen wäre, "da das Zeitfenster, das uns bis zum 30. Juni bleiben würde, zu klein wäre, um den Spielern auch nur annähernd die Chance zu geben, sich im Trainingsbetrieb auf den harten Wettbewerb vorzubereiten". Der Abbruch sei daher zwar "sehr bitter, aber alternativlos".

Pokal-Endrunde verschoben - kein All-Star-Spiel

Die HBL kämpft zumindest um die Austragung der Pokal-Endrunde. Für das Final-4-Turnier in Hamburg soll ein neuer Termin gefunden werden. Die Endrunde sollte ursprünglich am 4./5. April steigen und war auf den 27./28. Juni verlegt worden. Weil in Deutschland alle Großveranstaltungen bis zum 31. August untersagt sind, kommt es nun zu einer weiteren Verschiebung. Im Halbfinale treffen Kiel und der TBV Lemgo Lippe sowie Melsungen und Hannover-Burgdorf aufeinander. Abgesagt wurde hingegen das für den 16. Mai in Hannover geplante All-Star-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen eine internationale Bundesliga-Auswahl.

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fth

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 21. April 2020 | 19:30 Uhr

4 Kommentare

aus Elbflorenz vor 32 Wochen

Es soll in der nächsten Saison weitergehen...und da macht eine vertretbare, nach ca. 3/4 der Saison getroffene Quotienten-Regelung in Bezug auf Meisterschaft, CL-Plätzen, EHF-Plätzen, Supercup-Teilnehmern einfach Sinn. Auf- und Abstieg hätte man auch konsequent entscheiden können.

rainer vor 32 Wochen

Handballer in der 1. Liga sind keine Profis? Schauen Sie sich mal die geschätzten! Gehälter an. Die machen das nur aus Spaß. Wie Tennisspieler, Eishockeyspieler oder u.s.w. an. Natürlich verdienen Handballer in den großen Ligen viel Geld. Natürlich verdienen Fußballer mehr. Bekommen Handballspiele Millionen Zuschauer? Also weniger Fernsehgeld oder weniger Geld über Marketing. Aber weinen müssen die auch nicht.

ExilSch8er vor 32 Wochen

Den Abbruch kann man nach vollziehen. Einen Meister zu küren sicher nicht. Im Eishockey hätte man wenigstens noch eine komplette Hauptrunde nehmen können. Kiel hätte z.B. noch nach Flensburg gemusst. Naja. So kann man eine jahrelange "Durststrecke" auch beenden xD.

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