Handball | 1. Bundesliga Handball-Bundesliga peilt Saisonstart im September und mit Geisterspielen an

Die Handball-Bundesliga will schon im September spielen - und bald auch vor Zuschauern. Das Konzept, das auch Geisterspiele und Gehaltsverzicht enthält, stellte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann im MDR vor.

Die Handball-Bundesliga könnte bereits im September starten - zunächst mit Geisterspielen, einem Gehaltsverzicht der Spieler und einem Hygienekonzept. Das erklärte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann, der die Planungen der Liga am Donnerstag (04.06.2020) im "Sport im Osten"-Talk vorstellte.

Erstes Spiel frühestens Anfang September

Die neue Saison beginnt demnach nicht wie ursprünglich geplant Ende August mit dem Supercup zwischen Meister und Pokalsieger  - sondern vermutlich Anfang September. Die Bundesliga soll dann laut Bohmann im September oder Anfang Oktober ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen. "Wann genau, das entscheidet sich in den kommenden zwei Wochen."

Geisterspiele als eine Option

Eine der Optionen zur Wiederaufnahme der Liga sei laut Bohmann, dass die Saison zunächst mit Geisterspielen beginnt. Allerdings, so erklärt der 55-Jährige, noch einmal den bereits bekannten Standpunkt der Liga: "Wir brauchen die Zuschauer." Da die Fans verschiedenen Berechnungen zufolge bis zu 50 Prozent der Einnahmen eines Vereins ausmachen, könnten "Geisterspiele nur in einem minimalen Rahmen stattfinden", wie Bohmann erklärt.

Fünf bis sechs Geisterspiele kosten 40 Prozent Gehalt

Wie viele Geisterspiele die Liga aushält, hat die HBL bereits berechnet. Die Antwort ist: Fünf bis sechs pro Verein. Aber nur, wenn zugleich die Spieler auf Gehalt verzichten. "Bei fünf bis sechs Geisterspielen müssen die Spieler auf 40 Prozent des Gehaltes verzichten. Es muss eine Mischung von Gehaltsverzicht, Geisterspielen und der Perspektive, dass es irgendwann wieder normal weitergeht, sein", so das Konzept der der HBL zur Wiederaufnahme des Spielbetriebes.

Frank Bohmann
Bohmann: "Mischung von Gehaltsverzicht, Geisterspielen und der Perspektive, dass es irgendwann wieder normal weitergeht." Bildrechte: imago images/Eduard Bopp

Zuschauer schnell zurück - "Lasst es uns probieren"

Daher sollen laut Bohmann noch im Herbst Zuschauer wieder in die Hallen dürfen. Zunächst ein paar, vielleicht mit einer Hallenauslastung von 30 Prozent. Bis zum Ende der Saison 2020/22021, in der die Bundesliga auf 20 Teams anwächst, rechnet Bohmann dann wieder mit vollen Hallen. "Als die Fußball-Bundesliga wieder begonnen hat, gab es viele Mahner und viele, die eine Katastrophe beschworen haben. Diese ist nicht eingetreten. So katastrophal waren die Folgen bislang nicht. Die Infektionsfälle gehen zurück. Wir müssen sagen: Lasst es uns ausprobieren".

Keine Hoffnung auf Konjunkturpaket - "Tropfen auf heißen Stein"

Die Zuschauer müssten lauf Bohmann auch deswegen bald zurück in die Hallen, weil er sich vom Konjunkturpaket für den Sport wenig Hilfe erwartet. Die große Koalition aus CDU und SPD will zwar noch am Donnerstag verabschieden, dass auch Profivereine aus Sportarten wie Handball, Volleyball oder Eishockey vom 25-Millarden-Paket des Bundes als Überbrückungshilfen für corona-bedingte Umsatzausfälle profitieren können. Doch, so Bohmann: "Das wird nur ein Tropfen auf einen heißen Stein sein. Wir haben uns etwas anderes vorgestellt. So wie es jetzt ist, ist es keine Hilfe. Es geht um Betriebskostenzuschüsse von April bis Mitte August - da haben wir aber gar nicht gespielt. Den Nachweis können wir gar nicht führen."

Dirk Hofmeister

Dieses Thema im Programm: MDR+ | "Sport im Osten"-Talk | 04. Juni 2020 | 17:00 Uhr

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