Handball | Bundesliga Handball-Bundesliga will Anfang Oktober wieder starten

Es war lange still um die Handball-Bundesliga. Jetzt bietet die HBL ihren Clubs die langersehnte Perspektive. Am 1. Oktober soll die neue Saison starten - möglichst mit Zuschauern. Ob das gelingt, ist offen.

Magdeburgs Christian O Sullivan
Eine Spielszene aus Leipzig gegen Magdeburg Bildrechte: imago images/Beautiful Sports

Die Handball-Bundesliga hat nach wochenlangem Stillstand ein Signal des Aufbruchs gesendet und ihren Clubs eine erste Perspektive für den Neustart aufgezeigt. Die nächste Saison soll am 1. Oktober und dann auch möglichst wieder vor Zuschauern starten, wie die HBL nach einer Telefonkonferenz mit Vereinsvertretern am Mittwoch (24. Juni) mitteilte.

"Wir kommen wieder!", schrieb die Liga auf Twitter. "Wir werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende unternehmen, um passende Rahmenbedingungen für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit Zuschauern zu ermöglichen", sagte HBL-Präsident Uwe Schwenker.

Mit dem geplanten Starttermin Anfang Oktober haben die Clubs der 1. und 2. Liga immerhin schon mal die langersehnte Perspektive für ihre Planungen. Mehr aber auch nicht. Die konkreten Spielpläne sollen bis Ende Juli veröffentlicht werden. Sollte es tatsächlich beim 1. Oktober bleiben, dürften die meisten Teams wohl spätestens im August wieder mit dem Mannschaftstraining beginnen. Am 30. Juni 2021 soll die nächste Spielzeit beendet sein.

SCM hofft auf Partien mit Fans

Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt vom SC Magdeburg sagte auf der SCM-Homepage: "Ich halte es für wichtig und richtig, dass wir den Start der Bundesligasaison nunmehr - bei allen aktuellen Unwägbarkeiten - verbindlich planen werden. Nach mehr als drei Monaten Abwesenheit muss unsere Sportart wieder zurück auf die mediale Bildfläche." Schmedt betonte, dass die Auszeit aufgrund der Corona-Pandemie erforderlich war. "Nun brauchen Spieler, Trainer, Fans und die gesamten Clubs aber wieder eine Perspektive beziehungsweise ein Ziel, auf das sie hinarbeiten können", erklärte der Geschäftsführer.

Magdeburgs Matthias Musche
Magdeburgs Matthias Musche gehört zu den absoluten Fanlieblingen beim SCM. Bildrechte: imago images/Hartmut Bösener

Die HBL und die Bundesligavereine seien nun aufgerufen, entsprechende Konzepte zu erstellen, die die geforderte lückenlose Nachverfolgung sowie umfangreiche Hygienemaßnahmen enthalten. "Dies in der Hoffnung, dass ab Oktober wieder Handballspiele mit einer größeren Zuschauerzahl in Verbindung mit einem größtmöglichen gesundheitlichen Schutz für Publikum und Aktive möglich werden", sagte Schmedt. Der SCM will am 6. Juli wieder in das Teamtraining einsteigen. Zuvor stehen individuelle Testungen und Eingangsuntersuchungen für die Spieler an.

SCM-Manager Schmedt 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Karsten Günther, Manager des SC DHfK Leipzig und Mitglied der sechsköpfigen "AG Spieltechnik" der HBL, sagte: "Ich begrüße die Entscheidung sehr, denn sie gibt uns Zeit, um Konzepte für einen Start mit den Fans zu erarbeiten und hoffentlich auch genehmigen zu lassen." Berlins Sportvorstand Stefan Kretzschmar schrieb auf Twitter: "Endlich wieder Handball. Nun können die Trainer und Spieler planen und auf einen festen Termin hinarbeiten."

Dennoch bleibt eine große Unsicherheit. Auf lange Sicht überleben die extrem auf Zuschauer- und Sponsoreneinnahmen angewiesenen Bundesligisten die Corona-Krise nur, wenn sie so schnell wie möglich zumindest wieder vor einem Teilpublikum spielen können. Ob das schon ab dem 1. Oktober gelingt, kann derzeit niemand beantworten.

Karsten Günther
Leipzigs Geschäftsführer Karsten Günther Bildrechte: imago images/Eibner

Hygienekonzept wird erarbeitet

"Spiele ohne Zuschauer bleiben für uns weiterhin die schlechteste Option von allen", sagte Geschäftsführer Viktor Szilágyi vom Rekordmeister THW Kiel. Die Liga arbeitet an einem entsprechenden Konzept, damit die Fans zeitnah wieder in die Hallen dürfen. "Die Corona-Pandemie ist nach wie vor eine sehr reale Bedrohung, der wir sehr solidarisch und mit einigem Erfolg entgegentreten", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. "Gerade deswegen legt der Handball sehr großen Wert darauf, durch ein überzeugendes Hygienekonzept mit Kontaktverfolgung in die Saison starten zu können."

Dieses Hygienekonzept wird im Moment noch ausgearbeitet und soll in den kommenden Wochen fertiggestellt werden. Die Idee dahinter ist, dass ein Teil der Zuschauer unter Einhaltung der Abstandsregeln in die Arenen gelassen werden könnte. Außerdem müssten wohl die Tickets personalisiert werden, um die Besucher im Falle auftretender Corona-Infektionen zügig kontaktieren zu können. Im Idealfall kann die Liga ihr Konzept Ende September testen. Dann soll der ursprünglich für den 2. September geplante Supercup zwischen Meister Kiel und der SG Flensburg-Handewitt in Düsseldorf stattfinden.

Frank Bohmann
HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann Bildrechte: imago images/Eduard Bopp

Da es wegen des Saison-Abbruchs keine Absteiger, sondern nur zwei Aufsteiger gab, erwartet die in der nächsten Spielzeit auf 20 Clubs aufgestockte Bundesliga im Anschluss ein eng getaktetes Programm. "In jedem Fall erwartet uns eine sehr komplexe Saison, die uns aufgrund der hohen Termindichte viel Flexibilität und Solidarität abverlangen wird", sagte Bohmann.

dpa/red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 13. Juni 2020 | 16:30 Uhr

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