Corona-Krise | Olympia Handball-Nationalspieler Weber begrüßt Verschiebung: "Entscheidung absolut in Ordnung"

Die Olympischen Sommerspiele in Tokio werden aufgrund der Corona-Pandemie erst im nächsten Jahr stattfinden. Eine Entscheidung, die Handball-Nationalspieler Philipp Weber vom SC DHfK Leipzig begrüßt und gleichzeitig neue Optionen für die Bundesliga (HBL) eröffnet.

von Jonas Schlott

Philipp Weber (Deutschland, Handball-EM)
Mit dem DHB-Team belegte Rückraumspieler Philipp Weber zuletzt Rang 5 bei der EM. Bildrechte: imago images/Kessler-Sportfotografie

Dem Coronavirus ist nun auch das größtmögliche Sportevent zum Opfer gefallen. Nachdem bereits die paneuropäische Fußball-EM verschoben wurde, werden zudem die für den Sommer geplanten Olympischen- und Paralympischen Spiele in Tokio auf das nächste Jahr verlegt. In den letzten Tagen war der Druck von Seiten nationaler Verbände und Sportler massiv angewachsen. Die Entscheidung der Veranstalter sorgt bei vielen Athleten für Erleichterung.

"Momentan haben wir andere Probleme"

Auch Philipp Weber, der mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft im April um die Tokio-Qualifikation gespielt hätte, begrüßte die Meldung des Tages: "Ich finde die Entscheidung absolut in Ordnung. Ich denke, momentan haben wir wirklich andere Probleme in der Gesellschaft, als jetzt an Olympische Spiele zu denken", so der 27-Jährige auf Nachfrage des MDR.

Der Profi des SC DHfK Leipzig, der sich aufgrund der Infektion von DHB-Teamkollege Jannik Kohlbacher aktuell in häuslicher Quarantäne befindet, betonte aber auch die negativen Seiten, die die historische Entscheidung mit sich bringt. So sei die Absage der Spiele gerade für die Sportler, die sich länger darauf vorbereitet haben, eine Katastrophe. Mit Blick auf die drastische Entwicklung des Virus, sei eine Verschiebung aber "einfach die logischste Variante", sagte Weber.

Philipp Weber, 20, DHfK, am Ball.
Der Leipziger Philipp Weber in Aktion beim Ost-Klassiker gegen den SC Magdeburg. Bildrechte: imago/Beautiful Sports

Neues Szenario für HBL

Die Verlegung der Olympischen Spiele eröffnet aber auch den derzeit unterbrochenen nationalen Ligen neue Szenarien. Schließlich fallen auch Qualifikationsturniere, wie das der Handballer, welches ursprünglich vom 17. bis 19. April ausgetragen werden sollte, für das Mega-Event in Tokio nun weg. Die HBL, die aktuell ihren Betrieb bis Ende April ausgesetzt hat, könnte dadurch theoretisch bis in den Juni hinein spielen.

Eine Option, die auch Weber für möglich hält: "Das ist mit Sicherheit eine Variante, um die Saison zu Ende zu bringen. Gerade die ersten zwei Wochen konnten wir alle nutzen, um uns zu erholen und Blessuren auszukurieren", sagte der gebürtige Schönebecker zuletzt im Interview mit "Sky" und führte weiter aus: "Die Sommerpause müsste nicht so lang sein, wie es normal der Fall ist."

"Dann fällt mir die Decke auf den Kopf"

Trotz diesem Hoffnungsschimmer rechnet auch der deutsche Nationalspieler nicht mit einem regulären Saisonende. Grund hierfür sieht Weber vor allem in möglichen Zuschauerausschlüssen. Schließlich würde man "gerade mit Geisterspielen dem Verein nichts Gutes tun, weil damit extreme Einbußen verbunden sind."

Ob und wie es in der HBL nach der Zwangspause weitergeht, ist aktuell noch ungewiss. Fest steht, dass auch Philipp Weber die Wiederaufnahme des Spielbetriebs herbeisehnt: "Mittlerweile gehen mir die Ideen aus, was ich Zuhause machen soll. Alle Sachen sind gewaschen, alle Zimmer sind aufgeräumt", beschrieb Leipzigs Rückraumspieler seine aktuelle Situation und fügte mit einem Lächeln an: "Es dauert nicht mehr lange, dann fällt mir die Decke auf den Kopf."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 24. März 2020 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2020, 14:33 Uhr

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