Handball | Bundesliga Handball-Saison vor Abbruch - Geisterspiele für Günther kein Thema

Ein Saisonabbruch in der Handball-Bundesliga ist kaum noch zu vermeiden. Noch hält sich die HBL bedeckt, am Dienstag könnte es dann verkündet werden. Für den Ernstfall wurde eine Quotientenregelung ins Spiel gebracht. In puncto Fortsetzung sind sich die mitteldeutschen Bundesligisten uneinig.

Handbälle im Tor
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Ein Saisonabbruch in der Handball-Bundesliga rückt näher. Noch hält sich die Führungsetage der HBL bezüglich dieses Szenario bedeckt, doch eine Entscheidung könnte sehr wahrscheinlich am kommenden Dienstag (21.04.2020) in einer Video-Konferenz fallen. Grundlage der Gespräche wird die vorherige Abstimmung unter den 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga sein. Alle Bundesligisten sollen bis Anfang nächste Woche schriftlich über Abbruch oder Fortsetzung votieren.

Günther: "Das oberste Gebot ist, alle Vereine zu erhalten"

Karsten Günther
Leipzigs Manager Karsten Günther. (Archiv) Bildrechte: imago images/Eibner

Zunächst hatten sich die HBL- und Klubverantwortlichen darauf geeinigt, dass es am 16. Mai sogar mit Zuschauern weitergehen könnte. Mittlerweile ist der Termin aufgrund der Pandemie-Realität illusorisch. Karsten Günther, Manager des SC DHfK Leipzig, war bereits im "Sport-im-Osten"-Talk am 7. April davon ausgegangen, dass der Saisonabbruch bevorsteht.

Zum Thema Fortsetzung mit Geisterspielen sagte er am Freitag im MDR: "Wir haben insgesamt für uns festgelegt, dass Geisterspiele in der aktuellen Saison kein Thema sein können. Das oberste Gebot ist, alle Vereine zu erhalten und die Liga als solches zu erhalten."

Wir haben insgesamt für uns festgelegt, dass Geisterspiele in der aktuellen Saison kein Thema sein können. Das oberste Gebot ist, alle Vereine zu erhalten und die Liga als solches zu erhalten.

Karsten Günther (Geschäftsführer SC DHfK Leipzig) MDR

Dagegen hofft Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert immer noch auf eine Fortsetzung des Spielbetriebs. In der "Magdeburger Volksstimme" (15.04.2020) sagte er: "Anhand der aktuellen Tabelle dann Entscheidungen über Teilnahmen an den europäischen Wettbewerben sowie den Auf- und Abstieg zu treffen, halte ich nicht für fair."

Dreiviertelmehrheit entscheidet

Abbruch oder weiterspielen? Diese Entscheidung müssen neben dem SC DHfK und dem SCM aus mitteldeutscher Sicht auch die Zweitligisten ThSV Eisenach, EHV Aue und HC Elbflorenz bis spätestens Montag (20.04.2020) der HBL mitteilen. Die Tendenz läuft auf das vorzeitige Saisonende hinaus. Dafür müsste in der Umfrage eine Dreiviertelmehrheit stimmen.

Stichtag 12. März 2020 - Kiel wäre Meister

Wie aber würde die Saison gewertet werden? Der Deutsche Handballbund (DHB) empfiehlt Amateuren und Profis eine einheitliche Wertung der Abschlusstabellen auf Basis der Quotientenregelung. In diesem Falle würden die gesammelten Punkte der Teams durch die Anzahl der absolvierten Spiele zum Stichtag 12. März 2020 geteilt. Das Ergebnis würde anschließend mit 100 multipliziert und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet werden.

So viel sei verraten: Nach der Rechnung würde im Handball-Oberhaus der Deutsche Meister THW Kiel heißen. Der SC Magdeburg bleibt Dritter, der SC DHfK Leipzig würde mit Rang acht abschließen.

Michael Damgaard (SC Magdeburg) gegen Hendrik Prekeler (THW Kiel)
Das Saison-Hinspiel (4. Spieltag) gewann der SC Magdeburg gegen den THW Kiel mit 32:31. Ein Rückspiel wird es vermutlich nicht geben. Im Bild: Magdeburgs Michael Damgaard gegen Hendrik Pekeler (Kiel). Bildrechte: imago images / Christian Schroedter

jmd/red/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 17. April 2020 | 18:40 Uhr