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Handball | BundesligaNach dem Saisonstart: SCM auf Meisterschaftskurs - SC DHfK sucht Leitwölfe

Stand: 02. November 2021, 20:05 Uhr

Nach neun Spieltagen in der Handball-Bundesliga ist es Zeit zu schauen, wie Magdeburg und Leipzig aus den Startlöchern gekommen sind. Wir sprachen mit den Geschäftsführern Marc-Henrik Schmedt und Karsten Günther.

Im spektakulären Ost-Derby setzte sich der SCM, hier Omar Ingi Magnusson (Mi.), knapp gegen den SC DHfK Leipzig, mit Marko Mamic (li.) und Simon Ernst, durch Bildrechte: imago images/Eibner

SC Magdeburg: "Sind sehr, sehr gut gestartet"

  • Bilanz: Bundesliga-Platz 1 - DHB-Pokal-Achtelfinale - zwei Siege in der Gruppenphase der European League - Triumph bei der Klub-WM "Super Globe"

Der SC Magdeburg ist derzeit so etwas wie das Nonplusultra im deutschen Handball. In der Bundesliga grüßt das Team von Bennet Wiegert nach neun Startsiegen von Rang eins. Der "Hecht im Karpfenteich" hat derzeit die Nase vorne. Die erste Meisterschaft seit 2001 winkt. Erfolge bei Meister THW Kiel und gegen den Vorjahreszweiten SG Flensburg-Handewitt zeigen, dass die Tabellenführung keine Momentaufnahme sein muss. Mit 18:0-Punkten verbesserte man den Startrekord von 2018, damals gab es 14:0-Zähler. Bei der Klub-WM in Saudi-Arabien gewannen die Sachsen-Anhalter im Endspiel gegen Champions-League-Gewinner FC Barcelona. Im nächsten Jahr könnten die Elbestädter selbst wieder in der Eliteklasse mitmischen.

Zweikampf um den Titel? "Ganz sicher nicht!"

Die Handballfans in Magdeburg sind derzeit auf Wolke sieben. Der Traum von der Deutschen Meisterschaft lebt. Kiel schwächelt und ist schon sechs Punkte zurück. Nur die Füchse Berlin sind mit 17:1-Punkten ähnlich gut gestartet. Einen Zweikampf kann SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt aber noch längst nicht erkennen und entgegnet energisch: "Ganz sicher nicht! Wir haben jetzt ein Viertel der Saison herum. Ja, wir sind sehr, sehr gut gestartet mit 18:0 Punkten, das ist wirklich eine tolle Leistung, aber die Meisterschaft wird im März, April entschieden und da gibt es so viele Faktoren. Da gehört Glück dazu, da gehören Verletzungen dazu - das ist noch ein ganz, ganz weiter Weg. Von Meisterschaft zu sprechen ist absolut verfrüht."

Ganz so viel Wasser will er aber dann doch nicht in den Wein kippen: "Wenngleich ich natürlich die Euphorie und die positive Stimmung sehr wohl wahr nehme ... (lächelt)." Der Tabellendritte des Vorjahres hat sich gut verstärkt, dazu finden Akteure, die zuletzt verletzt oder nicht so gut in Form waren, wieder zu ihrer Topverfassung. Eine Mischung, die passt. Schmedt beschreibt es so: "Wir sehen eine Entwicklung, wir haben uns gut verstärkt. Bennet Wiegert hat überragend gescoutet, er hat die Mannschaft gut eingestellt, wir haben einen guten Teamspirit im Moment. Erfolg beflügelt natürlich im Moment und insofern gibt es da viele Momente, die da zusammen kommen."

Nur Kiel hat mehr Fans begrüßt

Die Fans des SCM Bildrechte: IMAGO

Auch die Zuschauer sind ein Faktor, der für den SCM spricht. Die Atmosphäre in der GETEC-Arena ist knackig. Viel zu lachen hat man als Gastmannschaft da nicht. Und mit 4.096 Zuschauer belegt Magdeburg in der Bundesliga-Rangliste hinter dem THW Kiel Rang zwei: "Das Publikum ist elementar wichtig. Es sind die Grundzüge von Profihandball, dass die Halle voll und stimmungsvoll ist. Wir refinanzieren uns über die Partner und über die Zuschauer. Die Zeit, wo man die Turnschuhe hat quietschen hören, ist zum Glück vorbei. Und ich hoffe, dass es so bleibt", sagt Geschäftsführer Schmedt.

SC DHfK Leipzig: "Führungsspieler dringend gesucht"

  • Bilanz: Bundesliga-Platz 12 - Aus in der 2. Runde des DHB-Pokals

Der SC DHfK Leipzig durchlebt eine wechselhafte Saison. Nach acht absolvierten Partien liegen die Sachsen auf Rang zwölf. Im vergangenen Jahr belegte man in Endklassement Platz sechs - so gut war man noch nie. Geschäftsführer Karsten Günther verweist darauf, dass nach 34 Spieltagen abgerechnet wird.

Nach zwei starken Heimauftritten mit hohen Siegen gegen Stuttgart und Göppingen gab es zuletzt einen herben Dämpfer beim 20:30 beim Bergischen HC. Geschäftsführer Karsten Günther analysiert: "Da waren wir in fast allen Mannschaftsteilen schlechter, vor allem, was die Aggressivität im Abwehrverhalten angeht und was Verantwortung für den Ball im Angriff angeht. Das ist ein Thema, das beschäftigt uns schon länger. Dort sind wir noch nicht wirklich stabil. Da sind wir zurückgefallen in alte Muster."

"Keinen Chip, den man programmieren kann"

Karsten Günther (li.) und Luca Witzke, einer der Hoffnungsträger beim SC DHfK. Bildrechte: imago images/Fotostand

Nach dem Verlust der Nationalspieler Philipp Weber (Magdeburg) und Bastian Roschek (Hannover) hat Günther ein Führungsproblem ausgemacht: "Grundsätzlich steht die Frage dahinter: Wer etabliert sich hier als Führungsspieler, der die Mannschaft aus solchen Phasen heraus holt? Vielleicht auch nicht nur einer, sondern zwei oder drei - die suchen wir gerade dringend. Die haben wir noch nicht." Dabei setzt er auf den Faktor Zeit: "Wir haben auch keine andere Wahl, was wollen wir machen? Da gibt es keinen Chip, den man programmieren kann, sondern das ist ein Prozess, der teilweise eben auch mit schmerzhaften Erfahrungen verbunden ist, so wie jetzt beim BHC." Aktuell sei es "keine schöne Momentaufnahme".

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cke

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 02. November 2021 | 19:30 Uhr

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