Handball | 1. Bundesliga DHfK-Handballer mit der Perspektive Europa

Saisonvorschau

Nach der intensiven Vorbereitung beginnt für die Handballer des SC DHfK Anfang Oktober wieder das harte Bundesliga-Geschäft. Die Leipziger sind eine feste Größe im Oberhaus. Diese Saison wollen sie einen Spitzenplatz ins Visier nehmen, der für das internationale Geschäft berechtigt.

Lukas BINDER SC DHfK Leipzig wirft gegen Torwart Gorazd Skof Eulen Ludwigshafen
Lukas Binder im Wurf gegen Ludwigshafens Torwart Gorazd Skof. (Archiv) Bildrechte: imago images/Beautiful Sports

Lang, lang ist’s her, als die Handballer des SC DHfK Leipzig ihr letztes Bundesliga-Pflichtspiel absolvierten. Am 8. März hieß es zuhause 32:27 gegen die Eulen Ludwigshafen. Und wie es der Zufall so will, nach 207 Tagen voller Wirren in der Corona-Pandemie heißt der Auftaktgegner in der neuen Saison:  Eulen Ludwigshafen.

2.100 Zuschauer dürfen rein

Geschäftsführer Karsten Günther, SC DHfK Leipzig
DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther. (Archiv) Bildrechte: imago images/Picture Point LE

In puncto Zuschauer-Unterstützung inmitten der Krise hatten die Grün-Weißen zuletzt schon eine Vorreiterrolle in der Bundesliga eingenommen. Das Leipziger Modell wurde von der ganzen Liga mit Spannung verfolgt. "Ich habe das Gefühl, es wird sehr genau hingeschaut, was gerade in Leipzig passiert", sagte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther, nachdem das Hygienekonzept der Sachsen "viel Zuspruch aus der Liga" bekam. Gegen Ludwigshafen dürfen 2.100 Fans in die Arena. "Das gibt uns die Möglichkeit, bei Heimspielen immerhin keinen Verlust zu machen", ergänzte Günther.

Der geplante Etat liegt bei 4,5 Millionen Euro und fällt damit gut eine Million geringer aus als in der Saison 2019/2020. Dewnnoch, nach zwei elften sowie drei achten Plätzen "wollen wir die beste Saison spielen, die wir bisher hatten", sagte Günther.

Perspektivisch nach Europa

Für die kommende Spielzeit haben sich die Leipziger viel vorgenommen. Präzise ausgedrückt, sie wollen in ihrer sechsten Bundesliga-Spielzeit oben anklopfen. Andre Haber, der seit 2018 Cheftrainer ist, blickt voraus: "Wenn wir darüber reden, dass wir perspektivisch nach Europa wollen, dann kann ich nur sagen - bei den Heimspielen sind wir es schon." Der 34-Jährige belegte die Zielstellung mit der Bilanz von nur sechs Minuspunkten in der Vorsaison. Damit bewegen sich die DHfK-Männer in der Heim-Tabelle auf absoluter Augenhöhe mit den Europacup-Anwärtern Füchse Berlin, MT Melsungen, SC Magdeburg, TSV Hannover-Burgdorf oder den Rhein-Neckar Löwen.

Zwei Top-Zugänge

Martin Larsen
Martin Larsen, hier beim 28:25-Testspielsieg bei MT Melsungen. (Archiv) Bildrechte: imago images/Hartenfelser

Mit Spieler-Zugängen haben sich die Leipziger eher in Bescheidenheit geübt, zwei Hochkaräter sind es aber schon geworden. Zum einen wurde für den Rückraum der Norweger Martin Larsen verpflichtet, der vom französischen Erstligisten Pays d`Aix zu den Leipzigern wechselte und die Position von Franz Semper einnimmt. Der Linkshänder unterschrieb für zwei Jahre. DHfK-Coach Haber ist froh über die Verpflichtung: "Martin ist ein Spieler, der sich neben seinen sportlichen Qualitäten auch über eine sehr positive Emotionalität auszeichnet. Er hat schon in der Champions League gespielt und bringt viel internationale Erfahrung mit nach Leipzig."

Torwart Kristian Saeveraas in Aktion
Torwart Kristian Saeveraas im Aalborg-Trikot. (Archiv) Bildrechte: imago images/Ritzau Scanpix

Neuzugang Nummer zwei ist der dänische Auswahltorwart Kristian Saeveraas. Er spielte zuvor bei Dänemarks Meister Aalborg und erhielt bei den Messestädtern einen Vertrag bis 2023. Leipzigs Co-Trainer Milos Putera sieht in ihm einen "erfolgshungrigen Torwart, der bei uns den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen und sich in der Bundesliga beweisen möchte. Er bringt ein sehr gutes Komplettpaket mit und hat seine Stärken im Stellungsspiel und Würfen aus der Nahdistanz". Saeveraas bildet mit Joel Birlehm ein junges Torhüter-Duo.

Müller reaktiviert

Unmittelbar vor Saisonstart kehrt Linksaußen Marc Esche nach fast einjähriger Kreuzband- und Meniskusverletzung wieder ins Team zurück. Dafür fällt neben den Langzeitverletzten Maximilian Janke (Schulter-Operation) und Luca Witzke (Knorpelschaden) noch Linksaußen Nicolas Neumann mit einem Rippenbruch aus. Aufgrund der Personallage feierte zuletzt in den Testspielen sogar Routinier Philipp Müller, der nach Beendigung seiner Spielerkarriere neuer Sportkoordinator des Vereins ist, sein Comeback im Team.

jmd/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 01. Oktober 2020 | 21:45 Uhr

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