Handball | Bundesliga "In diesem Jahr ist alles anders" – Thüringer HC startet in die Saisonvorbereitung

Nach dreieinhalb Monaten Pause haben die Bundesliga-Handballerinnen des Thüringer HC wieder das Training aufgenommen. Dem Verein steht sowohl auf als auch neben dem Parkett eine herausfordernde Saison bevor. Trainer Herbert Müller hofft, auch international wieder auftrumpfen zu können.

Anfang März bestritt der Thüringer HC sein letztes Pflichtspiel. Dreieinhalb Monate später ist der Bundesliga-Klub endlich wieder ins Training eingestiegen, schließlich soll ab September die neue Saison beginnen. Dass diese jede Menge Veränderungen mit sich bringen wird, weiß auch THC-Coach Herbert Müller. "In diesem Jahr ist alles ganz anders. Wir müssen uns an bestimmte Voraussetzungen gewöhnen und haben ein Gesundheitskonzept, dass wir einhalten müssen", berichtete der 57-Jährige im "SpiO"-Talk am Mittwoch (15. Juli).

Personeller Umbruch nach enttäuschender Saison

Die lange Pause hat natürlich Spuren bei der Mannschaft hinterlassen. Dementsprechend soll das Training ruhig und im Sinne einer "Vorvorbereitung" angegangen werden. Hinzu kommt, dass ein personeller Umbruch beim THC vollzogen wurde. Laut Müller ein unausweichlicher Schritt: "Wir haben für unsere Verhältnisse eine enttäuschende Saison gespielt. Wir waren keine Mannschaft und haben keinen Charakter auf dem Platz gezeigt."

Herbert Müller im SpiO-Talk 16 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Mi 15.07.2020 12:00Uhr 15:57 min

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Neuzugänge müssen "charakterlich passen"

Das soll sich nun ändern. Mit Spielerinnen wie beispielsweise Marketa Jerabkova oder Asli Iskit hat der THC in den zurückliegenden Wochen die personellen Weichen gestellt, das Team setzt sich mit Athletinnen aus zwölf verschiedenen Nationen zusammen. Müller ist mit den Neuzugängen zufrieden: "Das Wichtigste war, dass sie charakterlich zu uns passen. Wir haben hungrige Spielerinnen geholt. Spielerinnen, die noch nicht den Schritt zu einem Topteam gewagt haben. Den wollen sie mit uns jetzt gehen."

Trainer Herbert Müller und Ines Khouildi, Arwen Rühl, Anouk Nieuwenweg, Emma Ekenman-Fernis, Torhüterin Petra Blazek, Kerstin Kündig, Marketa Jerabkova, Torhüterin Laura Kuske und Nina Neidhart
Trainer Herbert Müller mit den THC-Neuzugängen (v.li.) Ines Khouildi, Arwen Rühl, Anouk Nieuwenweg, Emma Ekenman-Fernis, Torhüterin Petra Blazek, Kerstin Kündig, Marketa Jerabkova, Torhüterin Laura Kuske und Nina Neidhart Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

THC hofft auf Europapokal-Wildcard

Ob der THC in der nächsten Saison auch auf internationalem Parkett wieder auftrumpfen kann, steht noch in den Sternen. Als Bundesliga-Fünfter der abgelaufenen Spielzeit hätte man theoretisch kein Startrecht im internationalen Geschäft. Müller gab sich dennoch optimistisch: "Morgen wird die EHF (Europäische Handballföderation, Anm. d. Red.) die Meldungen sortieren und die Wild Cards rausgeben. Wir haben international super gespielt und die deutschen Farben in den letzten Jahren gut verkauft. Ich bin guter Dinge, dass wir eine Wild Card kriegen."

"Wir brauchen -, vermissen- und wollen unsere Fans!"

Ab September geht es für den siebenmaligen Deutschen Meister aber erst einmal auf nationaler Bühne wieder los. Die Hoffnung, dann auch vor Zuschauern spielen zu können, ist groß. "Wenn wir mit unserem Gesundheitskonzept 600 bis 700 Zuschauer in unsere Halle kriegen, wären wir schon zufrieden", hob Müller die Bedeutung der THC-Anhängerschaft hervor: "Wir haben die besten Fans bundesweit, eine rote Wand, die immer hinter der Truppe steht. Wir brauchen unsere Fans, vermissen unsere Fans und wollen unsere Fans!"

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 15. Juli 2020 | 17:45 Uhr

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