Antonio Serradilla Cuenca (SC Magdeburg), Omar Ingi Magnusson (SC Magdeburg) 2 min
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Handball | Bundesliga SC Magdeburg beendet "schwierige" Saison auf Platz zwei

09. Juni 2025, 10:19 Uhr

Lange konnte der SC Magdeburg von der Meisterschaft im Fernduell mit den Füchsen Berlin träumen. Doch das überragende Team der Saison aus der Hauptstadt setzte sich doch noch durch und verwies den SCM auf Rang zwei. Trotz der Enttäuschung direkt nach Abpfiff kann der SCM auf eine starke Spielzeit in der Liga mit einigen Rückschlägen zurückblicken.

14 Siege im Endspurt einer Saison mit vielen Verletzungen, darunter ein souveräner 35:25-Erfolg zum Abschluss bei der SG BBM Bietigheim und doch wurde es nichts mit der Titelverteidigung für Magdeburg. Zu stark war der Lokalrivale Füchse Berlin, der sich mit einem Punkt Vorsprung den Titel in der Handball Bundesliga sicherte - den ersten in seiner Vereinsgeschichte. SCM-Trainer Bennet Wiegert hatte vor dem letzten Spieltag "maximalen Glauben daran gehabt, dass wir es schaffen können, deutscher Meister zu werden." Doch weil die Hauptstädter gegen die Rhein-Neckar Löwen ihre Hausaufgaben nach Startschwierigkeiten gemacht hatten, fühlte sich der Erfolgscoach der Sachsen-Anhalter "sehr, sehr enttäuscht."

SCM-Saison zwischen Verletzungspech und Spielemarathon

Dabei gibt es wenig Grund für Enttäuschung in einer "schon schwierigen" Spielzeit, die der 43-Jährige einräumte. Von den Olympischen Spielen kehrten Leistungsträger mit Verletzungen zurück, auch danach plagten Rückschläge, wie die langen Ausfälle von Matthias Musche oder Manuel Zehnder, die Magdeburger. Dazu kamen Belastungen ob eines engen Spielplans durch Nachholspiele wegen der Klub-WM und des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg.

Doch trotz all dessen stellte Wiegert Woche für Woche eine Truppe zusammen, die nicht nur ihr Herz auf der Platte ließ, sondern auch spielerisch gegen Topteams bestand – wie etwa zuletzt beim klaren 35:27-Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt.

Bennet Wiegert, Trainer SC Magdeburg 2 min
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Champions League in "tougher" Liga erreicht

Rückraumspieler Philipp Weber sah nach dem Sieg in Bietigheim auch nicht den letzten Spieltag als ausschlaggebend: "Wir haben sicher die ein oder andere Niederlage zu viel gehabt." Nur fünf davon waren es in der HBL am Ende – tatsächlich eine zu viel letztlich. Zweimal hatte der SCM gegen Kiel das Nachsehen, verlor je einmal gegen die Füchse, Melsungen und besonders bitter gegen Hannover-Burgdorf, als Magdeburg sieben Minuten vor dem Ende mit vier Toren führte und letztlich mit leeren Händen dastand.

Philipp Weber, SC Magdeburg 2 min
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"Zum Schluss müssen wir vielleicht sehr, sehr happy sein, wieder in der Champions League spielen zu dürfen. Das ist in der stärksten Handballliga der Welt, wo sich wirklich sechs, sieben Mannschaften battlen um zwei Plätze, ziemlich tough", kolportierte ein sichtlich geknickter Wiegert am SPORT-IM-OSTEN-Mikrofon.

"Traurigste Halle der Welt" in Bietigheim

Und nicht nur er war geknickt, schließlich stürzte der Gegner aus Bietigheim durch den Magdeburger Sieg am letzten Spieltag noch auf einen Abstiegsrang und geht nach nur einem Jahr den Weg zurück in Liga zwei. Denn nicht nur ganz oben war die HBL bis zum Schluss spannend: ein Punkt trennte die Plätze 15 bis 17 vor dem Finale, ein Absteiger war noch gesucht. Und weil die Konkurrenz der Bietigheimer aus Stuttgart und Erlangen Siege zum Abschluss einfuhr, bleiben der TVB mit Ex-Eisenach-Trainer Misha Kaufmann und der HC erstklassig. Kaufmann konnte sich dabei beim SC DHfK Leipzig "bedanken", der eine schwache Saison mit einer weiteren Niederlage gegen Stuttgart beendete. Sein Kollege aus Magdeburg fühlte die Niedergeschlagenheit vor Ort beim tragischen Absteiger in Bietigheim: "Das ist jetzt gefühlt die traurigste Halle der ganzen Welt mit Absteiger und Vizemeister."

Zwei Spieler
Der langzeitverletzte Magdeburg Matthias Musche tröstet den gerade abgestiegenen Bietigheimer Juan de la Pena. Bildrechte: IMAGO / wolf-sportfoto

Zumindest für das Wiegert-Team könnte aber "auf Regen Sonnenschein folgen" – schließlich geht es am kommenden Wochenende beim Final Four in Köln noch um die Champions League. Am Samstag (14. Juni, 18:00 Uhr live im Audiostream und Ticker) wartet der FC Barcelona auf den SCM, im Finale vielleicht die Füchse Berlin für die große Revanche. "Wir kennen es ja schon die letzten paar Jahre", blickte SCM-Routinier Weber voraus. "An dem Wochenende ist alles möglich. Wir sind glaube ich nicht der große Favorit mit unserer Verletztenhistorie, aber wir fahren dahin, um den Titel zu holen." Spätestens wenn das gelingt, würde die Sonne über Magdeburg wieder sehr hell strahlen.


jar

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 08. Juni 2025 | 19:30 Uhr

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