Sport | Jahresrückblick | April | Handball | DHB-Pokal | "Final Four" in Hamburg Rückblick: Der SC Magdeburg verliert das DHB-Pokalfinale

Ein Monat - ein Ereignis. Für unseren Rückblick auf 2019 haben wir uns zwölf Sport-Themen des Jahres herausgesucht. Im April: Die Handballer des SC Magdeburg verlieren das deutsche Pokal-Endspiel gegen den THW Kiel.

Die Magdeburger Mannschaft laesst nach der Niederlage die Koepfe haengen.
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Seinen vorerst letzten Titel hatte der ruhmreiche SC Magdeburg im DHB-Pokal gewonnen. Das war 2016, als der erst im Dezember 2015 gekommene Trainer Bennet Wiegert den Traditionsklub zu einem 32:30-Finalsieg über die SG Flensburg-Handewitt führte. 2019 gab es die nächste Chance auf einen Titel, wieder im DHB-Pokal.

Der Weg ins "Final Four" nach Hamburg führte erneut über die SG Flensburg-Handewitt. Das 31:28 im Achtelfinale beim amtierenden Deutschen Meister war eine dicke Überraschung.

Michael Damgaard und Joshua Thiele
Michael Damgaard glänzte im Halbfinale Bildrechte: imago images/wolf-sportfoto

Kurz vor Weihnachten folgte im Viertelfinale ein überzeugendes 40:27 gegen Frisch Auf Göppingen. Im Halbfinale wartete mit dem TSV Hannover-Burgdorf eine Aufgabe, die sich als äußerst schwierig erweisen sollte. Die Niedersachsen, die zu Anfang dieser Bundesliga-Saison die Tabelle anführten, zeigten schon im April ihr Potenzial. 13.200 Zuschauer erlebten ein Herzschlagfinale. 16 Sekunden vor Schluss stand es 29:29-Unentschieden.

Mit einer Auszeit schwor Wiegert seine Jungs auf die letzten Sekunden ein, er wollte den Sieg. Und das gelang. Rückraumakteur Christian O'Sullivan wurde frei gespielt, und der Norweger nutzte in den letzten Sekunden die Chance. Es war zuvor hin und her gegangen. Zur Pause führte seine Mannschaft 15:11, elf Minuten vor dem Ende hieß es dann aber 21:24. Aber angeführt vom überragenden Michael Damgaard, der am Ende die Hälfte (!) aller SCM-Treffer besorgte, und einem sehr guten Torwart Dario Quenstedt kam Magdeburg noch einmal zurück. "Die Mannschaft hat sich ins Finale gekämpft", sagte Bennet Wiegert.

DHB Pokal Finale - SC Magdeburg vs. THW Kiel Uebersicht Barclaycard Arena beim Final4 Hamburg
Elektrisierend: Die Einstimmung auf das große Finale. Bildrechte: imago images / wolf-sportfoto

Finale: Knackpunkt Lagergren

Das Endspiel zwischen dem Pokalsieger von 2016, dem SCM, und dem von 2017, dem THW Kiel, verlief zunächst ausgeglichen. Dass der schwedische Rückraumspieler Albin Lagergren nach 20 Minuten verletzt vom Feld musste, wirkte sich zunächst nicht negativ aus. In der 24. Minute hieß es 13:10 für die Elbestädter. Umso überraschender der Halbzeitstand: 13:14.

DHB Pokal Finale - SC Magdeburg gegen THW Kiel Albin Lagergren
Albin Lagergren verletzte sich schwer und fiel anschließend den Rest der Saison aus. Am Ende der Spielzeit wechselte der Schwede zu den Rhein-Neckar Löwen. Bildrechte: imago images / wolf-sportfoto

Vorentscheidung früh in der Halbzeit

Nach der Pause waren die Kieler, die ihrem Trainer Alfred Gislason nach elf Jahren einen schönen Abschied bereiten wollten, dann nicht mehr zu stoppen. An THW-Schlussmann Niklas Landin war zunächst kaum noch ein Vorbeikommen, insgesamt hielt er vier Siebenmeter. Nach seinen 15 Treffern vom Vortag kam Magdeburgs Damgaard diesmal "nur" auf sechs Tore. Beim 16:24 (44.) war die Partie praktisch bereits gelaufen.

Rune Dahmke (THW Kiel), Torhueter Jannick Green Krejberg (Magdeburg)
Torwart Jannik Green Krejberg (re.) gegen Kiels Rune Dahmke Bildrechte: imago images / wolf-sportfoto

"Weiß, wie es sich anfühlt, enttäuscht zu sein"

Am Ende stand ein 24:28 auf der Anzeigetafel. SCM-Coach Wiegert sagte: "Wir sind auch durch eine Verletzung aus dem Rhythmus gekommen. Das darf uns bei unserer Leistungsdichte nicht passieren. So verliert man Titel. Jetzt weiß ich auch, wie es sich anfühlt, enttäuscht zu sein. Das ist im Moment sehr traurig für uns." 2002 hatte er als SCM-Spieler mit dem Trainer Gislason den Champions-League-Triumph feiern können. Damals der erste überhaupt für eine deutsche Mannschaft.

Außerdem im April

cke

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 08. April 2019 | 18:40 Uhr

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