Handball | Bundesliga DHfK-Manager Karsten Günther: "Uns fehlen Konstanz und Stressresistenz"

Noch vor wenigen Wochen gab der SC DHfK Leipzig das Ziel Europapokal aus. Nach fünf Pleiten in Folge ist dieser Traum jäh zerplatzt. Manager Karsten Günther äußerte sich nun zu den Gründen der sportlichen Krise und sparte nicht mit Selbstkritik.

Karsten Günther
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"Wir wollen auf dem Weg Richtung Europa den nächsten Schritt machen. Wir wollen irgendwann eine Spitzenmannschaft sein". Anfang Mai hatte Karsten Günther, Geschäftsführer des SC DHfK Leipzig, das Ziel Europapokal noch unmissverständlich ausgegeben. Gut vier Wochen später steckt der Handball-Bundesligist in einer sportlichen Krise.

Internationale Plätze außer Reichweite

Die letzten fünf Spiele gingen allesamt verloren, die Hoffnung auf das internationale Geschäft ist dahin. Drei Spieltage vor Saisonende haben die Sachsen als Neunter fünf Punkte Rückstand auf den fünftplatzierten Göppingen. Dabei sah es lange nach einer Qualifikation für den Europapokal aus.

v.l. Jerome Müller (TVB), Lukas Binder (Leipzig)
Zu oft, wie hier Lukas Binder im Duell mit Stuttgarts Jerome Müller, hatten Leipzigs Handball zuletzt nach Nachsehen. Bildrechte: IMAGO / Pressefoto Baumann

"Vielleicht war es für die Leistung der Mannschaft nicht optimal, nach der Nationalmannschaftspause im April so offen über die Europacupqualifikation zu sprechen", räumte Günther nun in einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" (Freitagsausgabe) ein. "Wir sind alle sehr enttäuscht, dass wir unser Ziel von 40 Punkten verfehlt haben und es noch nicht mit Europa geklappt hat."

"Knoten in den Köpfen lösen"

Nun wolle man nach der Saison "sehr genau analysieren, wo wir Defizite haben und wo wir uns verbessern müssen." Laut Günther wird es vor allem darauf angekommen, den "Knoten in den Köpfen zu lösen". Offenbar war die Mannschaft dem Druck, der mit dem ambitionierten Ziel einherging, nicht gewachsen.

Es scheint sich für einige eher wie ein schwerer Rucksack anzufühlen

Karsten Günther, Manager SC DHfK Leipzig Leipziger Volkszeitung (27.05.2022)

Fakt ist, dass das Team in den letzten Wochen weit weg von seinem zweifelsohne vorhandenen Potenzial war. "Es scheint sich für einige eher wie ein schwerer Rucksack anzufühlen und nicht wie ein Sehnsuchtsort, für den man bereit ist, alles zu investieren", erklärte Günther.

Europapokal bleibt das Ziel

Andre Haber (SC DHfK Leipzig, Trainer)
Auch Trainer André Haber wirkte nach den jüngsten Pleiten ratlos. Bildrechte: IMAGO / Eibner

Dabei nahm er auch sich selbst in die Pflicht. Schließlich sei er derjenige, der "allen einen Arbeitsvertrag gegeben und die Zielstellung definiert hat." An den Zielen des Vereins ändern die zuletzt enttäuschenden Auftritte aber nichts. Nach wie vor will der SC DHfK in den Europapokal, untermauerte Günther. "Ich halte nichts von Verschleierungstaktiken und wir leben auch nicht in einer Blase. Man sei ein ambitionierter Verein mit ambitionierten Spielern und müsse über die Saisonziele "nicht hinter vorgehaltener Hand sprechen".

Fehleranalyse läuft

In der Aufarbeitung ist man bereits zu den ersten Schlüssen gekommen. Zum einen fehlte die "Konstanz" in den Leistungen. Vor allem gegen Hamburg, Minden und den Bergischen HC wurden die Punkte zuhause leichtsinnig hergeschenkt. Zum anderen fehlt die "Stressresistenz". Zu oft sei das Team verkrampft gewesen, wenn es nicht lief. "Hier brauchen wir noch mehr Disziplin und Führung auf dem Feld und müssen als Team reifer werden", sagte Günther.

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jsc

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Sportblock | 27. Mai 2022 | 12:40 Uhr

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