Handball | Champions League Kein Tag wie jeder andere – SC Magdeburg erklimmt Handball-Olymp

Am 27. April vor 18 Jahren schrieb der SC Magdeburg Geschichte und gewann als erstes deutsches Handball-Team die EHF Champions League. "Sport im Osten" zeigt das entscheidende Rückspiel gegen den KC Veszprem am Sonntag um 14 Uhr im Re-Live. Zur Einstimmung blicken wir auf die Ausgangslage vor der Partie zurück.

Bennet Wiegert umarmt stürmisch Sigfus Sigurdsson 12 min
Bildrechte: imago/Eckehard Schulz

Fr 24.04.2020 17:07Uhr 12:27 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-403562.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bennet Wiegert umarmt stürmisch Sigfus Sigurdsson 12 min
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Video

"Wenn die Leute in der Halle richtig Krawall machen, dann holen wir den Pott. Das ist das Spiel der Spiele und wir packen uns dieses Ding." Mit gewohnt deutlichen Worten äußerte sich SCM-Legende Stefan Kretzschmar selbstbewusst vor dem alles entscheidenden Rückspiel im Kampf um die wichtigste europäische Vereinstrophäe im Handball.

Gislason: "Fahre Fahrrad und hacke Holz, um mich abzureagieren"

Die Chancen dafür standen gar nicht schlecht. Obwohl sich das Team von Trainer Alfred Gislason im Hinspiel gegen Fotex Veszprem (Ungarn) mit 21:23 geschlagen geben musste, war man guter Dinge, vor heimischen Publikum den Spieß umzudrehen. Schließlich sollte nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft und des EHF-Pokals im Jahr zuvor der nächste große Wurf gelingen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Aussicht, die mittlerweile acht Jahre andauernde Phalanx spanischer Teams in der Champions League zu durchbrechen, war mit Sicherheit ein zusätzlicher Motivationsschub.

Doch ein Selbstläufer würde die Partie gegen den zehnmaligen ungarischen Meister nicht werden. Das war auch Gislason bewusst: "Der Druck ist schon gewaltig. Ich fahre immer Fahrrad und hacke Holz, um mich abzureagieren", so der spätere Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Zumal sich auch das Team aus Veszprem, rund um seine Topspieler Zlatan Saracevic und Istvan Pasztor, nicht verstecken musste und mit der Unterstützung von 800 Fans in die Landeshauptstadt reiste.

SCM mit Kuleschow, Stefansson und Wiegert

In der mit 8.000 Zuschauern restlos ausverkaufen Bördelandhalle ließen die Magdeburger von Beginn an keinen Zweifel daran, wer Herr im Hause ist. Bis zur Pause erspielte man sich einen komfortablem 15:10-Vorteil. Auch eine taktische Umstellung der Ungarn in Hälfte zwei konnte die Angriffe der Gastgeber nicht stoppen. Fünf Sekunden vor Schluss netzte Peruničić ein letztes Mal ein, fiel im Anschluss auf den Boden, streckte die Hände vors Gesicht und konnte sein Glück genauso wenig fassen, wie tausende Magdeburger Fans: Durch ein 30:25 sicherte sich der SCM die europäische Handball-Krone und feierte den größten Erfolg der Vereinsgeschichte seit der Wende.

Die Euphorie auf dem Platz und in der Halle kannte keine Grenzen mehr – eine ganze Stadt befand sich im Ausnahmezustand. 20.000 Fans feierten wenig später mit ihren Helden vor dem Magdeburger Rathaus. Der SCM hatte den europäischen Handball-Olymp erklommen.

Stefan Kretzschmar will den Ball werfen.
Stefan Kretzschmar - einer der Helden von 2002. Bildrechte: imago/Eckehard Schulz

Das Rückspiel am Sonntag live bei SpiO

Die komplette Ladung Spannung, Gefühle und pure Emotionen können Sie sich am Sonntag (26. April) ab 14 Uhr in unserer App, auf dem Red Button in Ihrem Smart-TV und auf www.sport-im-osten.de abholen. Denn dann zeigen wir Ihnen das entscheidende Rückspiel noch einmal in voller Länge.   

 

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jsc

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