Handball | Champions League Könige Europas! SC Magdeburg gewinnt die Champions League

Finale 2002

Der SC Magdeburg hat als erstes deutsches Team die EHF Champions League gewonnen. Im Final-Rückspiel im April 2002 gegen KC Fotex Veszprem setzte sich die Mannschaft von Alfred Gislason mit 30:25 (15:10) durch.

Die beste Handballmannschaft Europas kommt aus Magdeburg. Ein Jahr nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft 2001 setzt sich der SCM die Krone auf und gewinnt als erstes deutsches Team den wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb.

Vor 8.000 Zuschauern in der ausverkauften Bördelandhalle mussten die Magdeburger die 21:23-Niederlage aus dem Hinspiel in Ungarn wettmachen. Vor Anpfiff sorgten die Zuschauer mit tausenden von Wunderkerzen und selbstgebastelten Pappschildern ("Jungs, heute ist ein Tag, um Geschichte zu schreiben") aber zunächst für eine Gänsehaut-Atmosphäre. Auch die Gäste konnten sich auf die lautstarke Unterstützung von 700 mitgereisten Fans verlassen.

Start nach Maß – Veszprem gleicht aus

Das Team von Alfred Gislason zeigte sich von Beginn an hellwach. Nach nicht einmal drei Minuten stand es bereits 3:0 zugunsten der Hausherren. Beim 5:1 (6.) hatten die Magdeburger bereits vier Punkte Vorsprung und brachten die Halle zum Toben. In der Folge kamen aber die Ungarn besser ins Spiel. Auch weil SCM-Toptorjäger Nenad Perunicic drei Mal aus guter Position am gegnerischen Schlussmann scheiterte – nach 15 gespielten Minuten glich Veszprem zum 7:7 aus.

Davon unbeeindruckt setzten die Magdeburger rund um Spielmacher Oleg Kuleschow nach: Drei Treffer in Folge bedeuteten das 10:7 (19.). Bis zum Pausenpfiff baute man den Vorsprung sogar noch weiter aus. Immer wieder schaltete der deutsche Meister nach Ballgewinnen schnell um und konnte sich durch erfolgreiche Tempogegenstöße einen 15:10-Vorteil herausspielen.

Zovkos Taktik-Kniff geht nicht auf

Nach Wiederanpfiff überraschte Gäste-Coach Zdravko Zovko mit einer taktischen Umstellung in der Abwehr, um die bis dahin kaum zu bändigenden SCM-Rückraumspieler Perunicic und Stefansson besser in den Griff zu kriegen. Doch dann schlug die Stunde von Gueric Kervadec. Der Kreisspieler nutzte die sich ihm ergebenden Freiräume und erzielte drei Tore in Folge (21:15). 19 Minuten vor Schluss hatten die Magdeburger damit erstmal sechs Punkte Vorsprung – das Ziel war zum Greifen nah.

SCM muss bis zur letzten Minute zittern

Doch die Ungarn steckten nicht auf und bissen sich zurück in die Partie. Nach einem erfolgreichen Konter machte Dzomba den Punkt zum 24:27 aus Sicht der Gäste. Hielt der SCM den Drei-Tore-Vorsprung, würde es zum Sieg reichen, doch das Spiel stand auf Messers Schneide.

Gislasons Team hielt die Konzentration aber hoch, sodass nach Treffern von Joel Abati und Olafur Stefansson kurz vor Schluss der Wiederstand Veszprems gebrochen war. Fünf Sekunden vor Abpfiff setzte Perunicic den Schlusspunkt zum 30:25 und fiel im Anschluss auf die Knie. Die Magdeburger Party konnte beginnen…

 

Bennet Wiegert umarmt stürmisch Sigfus Sigurdsson 12 min
Bildrechte: imago/Eckehard Schulz
Bennet Wiegert umarmt stürmisch Sigfus Sigurdsson 12 min
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Tore

SC Magdeburg: Stefansson (7), Perunicic (5), Abati (5), Kuleschow (5), Kervadec (4), Kretzschmar (3), Mäuer (1)

KC Fotex Veszprem: Pasztor (7), Dzomba (6), Perez (5), Saracevic (4/3), Diaz (1), Gal (1), Jovic (1)

Dichtes Gedränge von jubelnden Spielern und Fotografen. 98 min
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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR+ | Sport im Osten | 26. April 2020 | 14:00 Uhr

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Bennet Wiegert umarmt stürmisch Sigfus Sigurdsson 12 min
Bildrechte: imago/Eckehard Schulz

Fr 24.04.2020 17:07Uhr 12:27 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-403562.html

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