Handball | Bundesliga SCM-Trainer Wiegert: "Bleiben wir bitte demütig"

Handball-Bundesligist SC Magdeburg eilt von Sieg zu Sieg, was natürlich hohe Erwartungen schürt. Nach dem Erfolg im Gipfeltreffen bei den Füchsen Berlin will SCM-Trainer Bennet Wiegert jedoch von der Meisterschaft noch nichts wissen und mahnt zur Bescheidenheit.

Magdeburger Jubel nach der Partie mit Marko Bezjak, Kay Smits, Magnus Gullerud, Philipp Weber und Keeper Jannick Green
Magdeburger Jubel nach der Partie mit Marko Bezjak, Kay Smits, Magnus Gullerud, Philipp Weber und Keeper Jannick Green. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Contrast

Der SC Magdeburg ist bereit für die Wachablösung in der Handball-Bundesliga. Nach dem 33:29 am Samstagabend (13. November) bei Verfolger Füchse Berlin beträgt der Vorsprung des SCM auf die Hauptstädter bereits fünf Punkte. Von der ersten Meisterschaft seit 2001 wollte Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert aber noch nichts wissen. "Es ist eine Momentaufnahme", sagte der 39-Jährige.

Erfolg weckt Erwartungen

Die beeindruckende Serie von elf Siegen in elf Ligaspielen sorge bei den Magdeburgern zwar für ein gutes Gefühl, aber mit jedem Erfolg wachsen auch die Erwartungen. "Und Erwartungen im Sport können ganz schnell zu Enttäuschungen führen", stellte Wiegert klar, der 2001 als Linksaußen zur Meistermannschaft der Elbestädter gehörte.

Bundestrainer Gislason: "So ein Lauf ist unwahrscheinlich schön"

Magdeburger Trainer vor 20 Jahren war Alfred Gislason, der das Spitzenspiel am Samstag in seiner Funktion als Bundestrainer verfolgte. "Ich kenne das. So ein Lauf ist unwahrscheinlich schön", meinte der 62-jährige Isländer, der in der Spielzeit 2011/12 den THW Kiel mit 68:0 Punkten zum Titelgewinn geführt hatte.

Wiegert denkt an den Umgang mit Niederlagen

Mit einer solch perfekten Saison rechnet Wiegert nicht. "Es wird Niederlagen geben", sagte der SCM-Coach. Entscheidend werde sein, wie man mit solchen Rückschlägen dann umgeht. In der Partie gegen die Berliner gab es aber von Beginn an kaum einen Zweifel, wer das Feld als Sieger verlässt. Mit hoher Effizienz zog der SCM sein Spiel durch.

Bennet Wiegert (Trainer SC Magdeburg)
Wiegert: "Es wird Niederlagen geben." (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Jan Huebner

Füchse zu viele Fehler im Angriff

Und die ersatzgeschwächten Berliner, bei denen Paul Drux, Fabian Wiede sowie Viran Morros fehlten und Nils Lichtlein während des Spiels verletzt ausschied, taten ihren Teil dazu bei. "Heute töten uns unsere eigenen Fehler im Angriff“, analysierte Füchse-Coach Jaron Siewert nach dem Abpfiff.

Magdeburger bestrafen jeden Fehlwurf

Angeführt vom isländischen Regisseur Omar Ingi Magnusson bestraften die Magdeburger jeden Fehlwurf. Der 24 Jahre alte Isländer ist der derzeit wohl der beste Spieler in der Bundesliga. Gegen die Füchse traf er neunmal und setzte dazu auch immer wieder seine Mitspieler in Szene.

SCM bis zur EM noch sieben Ligapartien 

Für den souveränen Spitzenreiter stehen in der Bundesliga bis zur Europameisterschaftspause im Januar 2022 noch sieben Ligapartien auf dem Programm. Ein echter Härtetest wartet dann am zweiten Weihnachtstag mit dem Spiel bei der SG Flensburg-Handewitt auf das Team aus Sachsen-Anhalt. "Bleiben wir bitte demütig", sagte Wiegert nach dem Sieg in der Hauptstadt und fügte mit einem Lächeln hinzu: "Demut kann man auch genießen."

jmd/dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsen-Anhalt heute | 14. November 2021 | 19:00 Uhr

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