Handball | Ehrung DDR-Olympiasieger Lothar Doering: Hall of Fame "hat jeder verdient"

1980 gewannen die DDR-Handballer Olympiagold in Moskau. In die Hall of Fame wurden die Helden von damals bis heute nicht aufgenommen. 40 Jahre später könnte sich das nun ändern. Lothar Doering unterstützt den aktuellen Vorschlag seines damaligen Mitspielers Wieland Schmidt und erinnert sich an das dramatische Endspiel gegen die UdSSR.

Es war ein sensationeller Coup, den die DDR-Handballer bei den olympischen Spielen 1980 in Moskau landeten: Ungeschlagen marschierte die Mannschaft von Trainer Paul Tiedemann durch das Turnier und schlug im Endspiel die favorisierte UdSSR nach einer dramatischen Verlängerung mit 23:22. Es folgte grenzenloser Jubel – aus blieb dagegen eine würdevolle Ehrung der einstigen Medaillengewinner, die bis heute auf ihre Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports warten.

Schlusspfiff: Doering fehlte

Auch Rückraumspieler Lothar Doering stand vor 40 Jahren auf dem Parkett – die Erinnerungen sind noch frisch. "Es war ein sehr hartes Finale mit vielen Fouls", erzählte der 70-Jährige im Gespräch mit dem MDR: "Ich habe da fleißig mitgemischt und kurz vor Spielende die Rote Karte bekommen. Im Anschluss wurde ich aus der Halle eskortiert und konnte die letzten Minuten gar nicht sehen. Zu den Feierlichkeiten habe ich mich dann wieder hineingeschlichen."

"Was muss man erreichen, um Zutritt zu erhalten?"

Im Gegensatz zu westdeutschen Spielern wie Erhard Wunderlich, Heiner Brand oder Joachim Deckarm, die sich zwei Jahre zuvor den Weltmeistertitel sicherten, blieb den DDR-Siegern von Moskau eine Aufnahme in die Hall of Fame bis heute verwehrt. "Was muss man erreichen in dieser Sportart, um Zutritt zu erhalten?", machte Doering unmissverständlich deutlich: "Das hat jeder der damaligen Spieler verdient. Die Wertigkeit des Olympischen Golds ist wahrscheinlich sogar ein Stück höher als der WM-Titel."

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 28. Juli 2020 | 19:30 Uhr

3 Kommentare

Rennsteiger vor 1 Wochen

Aber Hallo. da sind wir doch glatt mal einer Meinung.Allerdings ist mir die Ruhmeshalle des deutschen Sports so ziemlich "Wurscht",so lange ein Schur da wegen " Staatsnähe" nicht rein darf, wo der Schmeling schon lange drin ist.
Egal, ich nehme meine Straßenrand - Rufe " Täte ! Täte!" aus den Zeiten der Friedensfahrt nicht reumütig zurück. Ist schon so, wie es Napoleon bereits formulierte- Geschichte schreibt immer der Sieger.

Reisender vor 1 Wochen

Jetzt mal ehrlich, wie haben sie alle gerufen??? “Wir sind ein Volk” , da müssen doch die Sportler aus den gebrauchten Bundesländern für alle reichen??? Wieso will da plötzlich der “gemeine ostdeutsche Sportler “ auch in die Hall of Fame🤔🤔🤔 Die Fußball-Teams dürfen doch auch nicht den Meisterstern in Bl 1+ 2 tragen. Gab es die DDR überhaupt🤭🤭🤭 So ein Mist, sind diese undankbaren nicht mehr zufrieden mit Bananen und Rittersport🤧🤧
Wer Ironie findet, darf sie gern weiter geben,
es ist schon erstaunlich, dass man nach 30 Jahren “Kehre” immer noch um “Gleichbehandlung” streiten muss.
Aber wie haben wir in der Schule gelernt? Der Sieger schreibt die Geschichtsbücher. Nur wo war den da der Wettkampf? Fragen über Fragen.

Pumukl vor 1 Wochen

Bevor sie in die Halle of Fame kommen, sollte man besser mal die Dopingproben aus 1980 prüfen!