Handball | Bundesliga SC DHfK Leipzig lässt Punkt im Topspiel gegen Füchse Berlin liegen

3. Spieltag

Erster kleiner Dämpfer für den SC DHfK Leipzig: In der Spitzenpartie gegen die Füchse aus Berlin reichte es für die Mannschaft von André Haber am Sonntag (11.10.2020) nur zu einem 24:24 (10:13)-Unentschieden. Vor allem in der Anfangsphase hatten die Grün-Weißen alle Hände voll mit dem Berliner Angriffsspiel zu tun.

"Heiß wie Frittenfett" war Leipzigs Trainer André Haber im Vorfeld der Partie. Nach zwei souveränen Auftaktsiegen gegen Ludwigshafen und Coburg stand für seine Mannschaft gegen die Füchse Berlin der erste richtige Härtetest der noch jungen Bundesliga-Saison auf dem Programm.

Füchse bestimmen die Anfangsphase

Zweikampf um den Ball zwischen Marian Michalczik und Marko Mamic
Leipzigs Mamic im Zweikampf mit Marian Michaelczik Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Vor 2.041 Zuschauern rissen die Gäste aus der Hauptstadt das Geschehen zunächst an sich, nach neun Minuten stand erstmals ein Drei-Tore-Vorsprung für die Mannschaft von Jaron Siewers auf der Anzeigetafel (2:5). Im Anschluss kamen die Leipziger aber besser in die Partie. Vor allem der agile Philipp Weber brachte sein Team mit erfolgreichen Gegenstößen immer wieder heran. Nach 24 Minuten gelang den Hausherren so auch die erste Führung (9:8). Berlins Jacob Holm musste fünf Minuten zuvor (18.) nach einem groben Foul mit Rot vom Feld. Das Haber-Team konnte den Aufwind jedoch nicht nutzen. Vielmehr waren es die Füchse, die mit wütenden Gegenangriffen reagierten und zur Halbzeitpause den alten Drei-Tore-Vorsprung wieder herstellten. Einen noch höheren Rückstand verhinderte DHfK-Torwart Kristian Saeveraas mit einigen klasse Paraden.

Leipzig dreht auf - Ausgleich kurz vor Schluss

Jubel bei Spielern des SC DHfK Leipzig
Jubel beim SC DHfK nach der erneuten Führung. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Der Gastgeber kam gut aus der Pause und stellte binnen drei Minuten durch die Treffer von Lukas Binder, Alen Milosevic und Lukas Krzikalla auf 13:13. Kurz darauf sprang sogar die erneute Leipziger Führung heraus, nachdem Marko Mamic den Ball aus zentraler Position wuchtig zum 17:16 einnetzte.  In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch – Fouls und Ungenauigkeiten im Spielaufbau prägten das Geschehen, kein Team konnte sich so wirklich absetzen. Bemerkenswert: Trotz mehrmaliger Unterzahl schafften es die Leipziger immer wieder mit einem Treffer in Front zu gehen. So auch beim Stand 24:23 zwei Minuten kurz vor dem Ende. Berlins Fabian Wiede gelang in der letzten Minute schließlich der umjubelte Ausgleich. Auf Seiten der Leipziger zeichnete sich Krzikalla mit acht Treffern aus. Für die Füchse war Lasse Andersson mit sieben Toren erfolgreichster Schütze.  

Stimmen zum Spiel

Jaron Siewert (Trainer Berlin): "Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben aus den Fehlern der Niederlage gegen Magdeburg gelernt. Bis zum 5:2 läuft es, dann kommt Leipzig besser ins Spiel. Der Schlussspurt vor der Pause war unsere beste Phase. Dann geben wir in der zweiten Halbzeit einen Drei-Tore-Vorsprung zu schnell her. Ein 0:4-Lauf gegen uns und 15 technische Fehler gegen uns waren der Knackpunkt, warum wir mit einem Unentschieden zufrieden sein müssen. Das darf uns nicht passieren."

André Haber (Trainer Leipzig): "Ich war in der Pause sehr unzufrieden. Entsprechend war meine Halbzeitansprache. Wir hatten vor der Pause kein gutes Tempospiel. Wir können von Glück reden, dass die Füchse eine ähnlich hohe Fehlerquote hatten. Nach der Pause haben wir den Rückstand schnell egalisiert. Wir waren emotional voll auf der Höhe. Wir hätten uns aber die Fehler sparen müssen, das ist der Hauptkritikpunkt heute. Wer schnell spielt, spielt immer auch mit einem gewissen Risiko. Ich nehme den Punktgewinn unter den Umständen gern mit."

Andre Haber bei einer Pressekonferenz
DHfK-Coach André Haber (r.) und Füchse-Trainer Jaron Siewert auf der Pressekonferenz. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister.

Stefan Kretzschmar (Vorstand Sport Berlin): "Wir haben eine Steigerung im Vergleich zum Magdeburg-Spiel gesehen. Wir sind gut ins Spiel gekommen, aber machen zu viele technische Fehler. Am Kreis haben wir viele Schwächen gehabt und auch Mijajlo Marsenic ist nicht am Optimum gewesen. Wenn unsere Leute ihre Leistungen abrufen, dann kann es nur nach oben gehen. Aber wenn man zu viele Fehler macht und nicht konsequent spielt, dann wird es eng. Man merkt, dass man nach einem negativen Erlebnis etwas mehr zittert und zu lang nachdenkt. Das muss man mit einem Erfolgserlebnis schnellst möglich korrigieren. Dann hat jeder Spieler dieser Mannschaft die Qualität, ein Top-Spieler zu sein."

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jsc

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 11. Oktober 2020 | 19:30 Uhr

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