Handball | Bundesliga SCM-Erfolgsserie im Top-Spiel von der SG Flensburg-Handewitt gestoppt

24. Spieltag

Der SC Magdeburg hat nach 22 Pflichtspielen ohne Niederlage wieder einmal verloren. Das Bundesliga-Spitzenspiel gegen den Zweiten Flensburg-Handewitt glich einer Achterbahn-Fahrt. Eine Rote Karte war mitentscheidend.

Die unglaubliche Serie des SC Magdeburg ist gerissen. Das Team von Trainer Bennet Wiegert verlor am Ostersonntag 29:32 (16:17) gegen die SG Flensburg-Handewitt und kassierte damit die erste Niederlage seit dem verlorenen Derby in Leipzig Ende November. Flensburg holte sich mit dem Sieg die Tabellenführung zurück. Beste Werfer des SCM waren Christian O'Sullivan und Omar Magnusson mit je sieben Treffern, für Flensburg trafen Johannes Golla und Mads Mensah Larsen mit je acht Toren am häufigsten.

Nach Rot für Flensburgs Gottfridson kommt der SCM vom Kurs ab

Flensburg musste auf Simon Hald verzichten, der kurz vor der Partie mit Herzproblemen ins Krankenhaus musste. In einer dynamischen ersten Hälfte ging der SCM auf drei Treffer davon (12:9/20.). Dann sah Flensburgs bester Spieler, Jim Gottfridsson, nach hartem Einsteigen gegen Marko Bezjak die Rote Karte ( 21.). Kurze Zeit später verletze sich auch noch Flensburg Magnus Röd am Knie und war danach gehandicapt. Doch nun waren die Gäste besser im Spiel, glichen aus (13:13/24.) und gingen mit der Halbzeitsirene soger erstmals in Führung.

v.l. Jannick Green Krejberg Magdeburg, 16 im Tor.
SCM-Keeper Jannick Green Bildrechte: imago images/Jan Huebner

SCM-Aufholjagd bringt doch keine Wende

Magdeburg verlor nach der Pause den Faden, Flensburg baute die Führung auf vier Treffer aus (18:22/36.). Defensiv bekam Magdeburg Golla und Mensah Larsen, der gerade von einer Corona-Erkrankung zurückkam, nicht in den Griff. Nach einer Auszeit glichen die Gastgeber mit einem 5:0-Lauf zwar aus (25:25/48.). Doch Flensburg konterte sofort, bekam die dritte Luft und beendete die SCM-Serie. Der Deutsche Meister von 2019 hatte zuletzt 2011 in Magdeburg gewonnen.

Magdeburgs Zeljko Musa
Der SCM, hier Zeljko Musa, kam nach dem Wechsel nicht mehr so gut durch. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Das sagten die Trainer Wiegert und Machulla

Bennet Wiegert
SCM-Coach Bennet Wiegert Bildrechte: IMAGO/Jan Huebner

Bennet Wiegert (Magdeburg) bei "sky": " Wir haben gut begonnen, waren voll im Spiel. Aber dass ich dann sagen muss, dass uns die Rote Karte von Gottfridsson komplett aus dem Rhythmus bringt, das tut schon arg weh. Wir haben uns zu sehr von Sachen, die wir danach nicht mehr beeinflussen konnten, beeindrucken lassen. Das tut weh, weil ich schon glaube, dass wir heute durchaus die Chance hatten, als Sieger vom Parkett zu gehen. Aber da reichen 20 Minuten nicht, da braucht man die restlichen 40 Minuten auch noch. Und nach den Nackenschlägen, die Flensburg, auch mit der Verletzung von Röd, wegstecken musste, waren sie dann präsenter und waren zum Schluss auch die bessere Mannschaft und haben auch verdient gewonnen."

Mach Machulla (Flensburg-Handewitt): "Unglaubliche Moral der Jungs, wie sich alle in der Abwehr reinhängen. Im Angriff haben wir es auf drei Schultern verteilt. Ich bin wahnsinnig stolz, stolz, Trainer dieser Mannschaft zu sein. Als Röd dauch noch ging, da dachte ich, okay, jetzt haben wir eine Abwehr, die noch nie zusammengespielt hat, da ging es ums Improvisieren. Manchmal geht es aber auch nicht um Taktik, sondern um Kampf."

cke/dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 04. April 2021 | 19:30 Uhr

2 Kommentare

Gohlis vor 25 Wochen

Nicht die Niederlage selbst, sondern das Zustandekommen (+3 vor, Ballbesitz, Rot für Flensburg - dann völlig von der Rolle und unclever) ist enttäuschend. Damit sind die Champions-League-Plätze endgültig vergeben und es reicht wie immer "nur" zum EHF-Cup. Sehr schade.

Kiel_oben vor 25 Wochen

Bessere haben gewonnen, aber anders als beim Fussball sind Handballer fair und nicht so ekelich überheblich.