Handball | Bundesliga "Berühmter Funke wieder übergesprungen" - Begeisterung nach dem SCM-Erfolg über Kiel

Viel besser hätte die Rückkehr von Zuschauern beim SC Magdeburg nicht sein können: Die 1.500 Fans sahen einen Sieg gegen den Rekordmeister THW Kiel. Kein Wunder, dass die Gastgeber danach schwer begeistert waren.

Mit leuchtenden Augen hat der SC Magdeburg den 34:33-Triumph über Rekordmeister THW Kiel in der Handball-Bundesliga kommentiert. Bei der Rückkehr von immerhin 1.500 Fans in die GETEC-Arena hatte der SCM den Champions-League-Sieger von 2020 trotz einer Aufholjagd der Gäste nieder gerungen. Im gesamten Spiel lagen die Gastgeber gegen den Meisterschaftsanwärter, der nun hinter Flensburg ins Hintertreffen geraten ist, nie in Rückstand.

Jubel nach einem Tor
Jubel auf der SCM-Bank: Mittendrin Coach Bennet Wiegert (Mi.) Bildrechte: IMAGO / Eibner

"Die Rückkehr der Zuschauer war phänomenal. Den THW zu schlagen ist für uns immer noch etwas ganz Besonderes und darüber sind wir heute verdammt stolz. Riesendank an die Unterstützung: Wenn sich 1.500 Magdeburger so anfühlen - was kann uns dann noch erwarten, wenn wir eine volle Halle haben? Der berühmte Funke in Magdeburg ist heute einfach wieder übergesprungen", sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert. Erstmals seit Oktober 2020 waren wieder Zuschauer zugelassen.

Mertens: "Dann flippt die Halle halt aus"

Auch Linksaußen Lukas Mertens war begeistert: "Ich habe ein breites Grinsen heute drauf. Das war Wahnsinn, sogar unabhängig vom Ergebnis. Was die 1.500 Fans heute abgerissen haben – vielen Dank. Nach einem Jahr ohne Zuschauer – ich hatte 60 Minuten Gänsehaut. Dann noch das Spiel gegen den THW Kiel zu gewinnen, das war das i-Tüpfelchen. Wie man Magdeburg kennt, dann flippt die Halle halt aus."

Wieder ein Heimsieg gegen Kiel - wieder haarscharf

Mit dem Sieg für die Gastgeber hat sich die Magdeburger Arena wieder einmal als schwieriges Terrain für die Kieler erwiesen. Seit 2015 gab es in der Bundesliga nur Pleiten für den deutschen Branchenführer. Sechs Mal gingen die Norddeutschen nun schon leer aus. Vier Mal davon mit nur einem Treffer. Gegen Kiel ist der SCM besonders nervenstark.

Lukas Mertens SC Magdeburg,22 gegen Patrick Wiencek THW Kiel
Lukas Mertens traf am Mittwoch sechs Mal. Bildrechte: imago images/Christian Schroedte

Ersatzkeeper Thulin als Matchwinner

Am Dienstagabend entscheidend waren zwei Aspekte: "Wir waren extrem effektiv im Angriff", fand Lukas Mertens. Dazu kam im Tor ein extrem starker Tobias Thulin. Der Schwede, der von den Kniebeschwerden von Stammkeeper Jannik Green profitierte und kurzfristig begann, hielt schon zu Beginn vier Würfe und bekam nach dem Spiel sogar ein Extra-Lob von Kiels Trainer Filip Jicha: "Wir haben die Chancen nicht reinbekommen, und Thulin hatte einen sehr, sehr starken Tag. Gleich am Anfang verschießen wir jede Menge Hundertprozentige. In der zweiten Halbzeit, als wir herankamen, scheiterten wir dann wieder mit drei Hundertprozentigen an Thulin." Mit dem 25-Jährigen wurde einer zum Matchwinner, der sich in Magdeburg insgesamt nicht durchsetzen konnte, und der in der neuen Saison zu Liga-Konkurent Stuttgart wechselt. Er selbst analysierte das Spiel schüchtern: "Vielleicht war es mein bestes Spiel, ich weiß nicht. Es war ein gutes Spiel, ich bin zufrieden. Ich hatte heute ein paar frühe Paraden. Das ist natürlich wichtig in so einem Spiel." Er entschied das Duell gegen den mutmaßlich besten Torwart der Welt, Niklas Landin.

Torwart Tobias Thulin, SC Magdeburg
SCM-Schlussmann Tobias Thulin Bildrechte: imago images/Eibner

Rang drei gefestigt

Das Magdeburger Ziel für den Rest der Saison heißt Rang drei. Damit hätte man dann zumindest einen aus der Phalanx Kiel, Flensburg und Mannheim hinter sich gelassen. "Durch den Sieg haben wir den kleinen Vorsprung, den wir schon hatten, weiter ausgebaut", freute sich Mertens. Drei Punkte Vorsprung sind es nun, bei noch fünf Partien. Zuletzt gewann der SCM drei Mal in vier Partien. Die Rhein-Neckar Löwen holten dagegen gerade einmal einen Zähler aus den vergangenen fünf Bundesliga-Spielen. Das Momentum spricht für die Elbestädter.

cke/dpa/sid

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Dieses Thema im Programm: MDR S-ANHALT | Sachsen-Anhalt heute | 09. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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