Handball | 1. Bundesliga SC Magdeburg steht vor schwieriger Saison

Saisonvorschau

Sportlich ist der SC Magdeburg für die Spielzeit 2020/21 gut gerüstet, finanziell könnte die Saison für den SCM aber schwierig werden. Denn noch ist unklar, wie viele Zuschauer Corona-bedingt in die Hallen dürfen.

Bennet Wiegert muss in diesen Zeiten ein wenig gegen seine eigenen Prinzipien verstoßen. Der Trainer des SC Magdeburg ist nämlich ein "großer Fan von Zielen und Zielvereinbarungen". Doch vor der am 1. Oktober mit einem Heimspiel gegen den Bergischen HC beginnenden Bundesliga-Saison hält sich der 38-Jährige öffentlich bewusst zurück. Ebenfalls zur anstehenden Spielzeit des SCM wird sich Linksaußen Lukas Mertens im "SpiO"-Talk am Mittwoch (13 Uhr) äußern.

Zuschauer entscheidend für finanzielles Überleben

Sportlich wird es schon laufen beim SCM, dafür ist die Mannschaft einfach zu gut besetzt. Sorgen bereitet da schon eher die wirtschaftliche Entwicklung in der von Corona-Beschränkungen geprägten Saison. "Unser Hygienekonzept hat funktioniert. Jeder ist sich der Lage bewusst: Wenn wir uns nicht an die Regeln halten, kann auch ganz schnell wieder Schluss sein", sagt SCM-Geschäftsführer Marc-Hendrik Schmedt.

Die Zuschauer sind für das finanzielle Überleben ein entscheidender Faktor. 2.000 Besucher haben die Behörden für den Saisonstart gegen den Bergischen HC (19 Uhr) genehmigt, weit unter der Hallenkapazität von 6.600. "Gerade zu Hause können wir richtig stark sein", ist Rückraummann Christian O'Sullivan überzeugt. "Wir hoffen sehr, dass zum Auftakt 2.000 Leute kommen und wir dann vor mehr und mehr Zuschauern spielen dürfen. Aber die Gesundheit ist wichtiger."

Nur zwei Neuzugänge für SCM

Der SCM hat die wohl längste Vorbereitung der Vereinsgeschichte hinter sich. Das hat nicht nur Vorteile, wie Wiegert festgestellt hat: "Zum Schluss war es schon so, dass der Wettkampf gefehlt hat. Immer das Gleiche, immer die Wiederholungen im Training - da habe ich gemerkt, dass die Stimmung in der Kabine angespannter war." Aber man habe auch Zeit gehabt, einige Dinge tiefer zu erarbeiten.

Mit Omar Ingi Magnusson und Magnus Gullerud stießen nur zwei Neue zur Mannschaft, dazu kehrte der lange verletzte Gisli Kristjansson zurück. Ebenso ist Marko Bezjak nach einer Schulter-Operation zu Jahresbeginn wieder fit. In der Vorbereitung lief es gut für den SCM: in acht Testspielen gab es acht Siege, zuletzt einen klaren Erfolg gegen Hannover. Richtig einschätzen konnte Trainer Wiegert den Leistungsstand dennoch nicht. "Ich habe jetzt kein superschlechtes Gefühl. Was wir gegen Hannover gezeigt haben, soll uns Sicherheit geben, uns aber auch nicht zurücklehnen lassen."

Bundestrainer Gislason hat SCM auf dem Zettel

Zumindest eine Außenseiterchance auf den Titel sieht Bundestrainer Alfred Gislason für den SCM. "Der THW und Flensburg sind die großen Favoriten», sagte der 61-Jährige dem SID. Allerdings lägen einige Teams in Lauerstellung."Vier Mannschaften sind dicht dahinter und haben auch Meisterschaftschancen." Dazu gehöre neben den Rhein Neckar Löwen, MT Melsungen und den Füchsen Berlin auch der SC Magdeburg. "Zwei, drei Verletzungen in jeder dieser Mannschaften können das Ganze ziemlich durcheinanderwirbeln."

Bundestrainer Alfred Gislason in Einzelgesprächen mit den Spielern.
Bundestrainer Alfred Gislason Bildrechte: imago images/VIADATA

dpa/sid/cdi

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 30. September 2020 | 21:45 Uhr

1 Kommentar

Thoralf vor 50 Wochen

Bei der Kohle, die Trümper und sein kompetentes Team, beim City-Tunnel verbrennt, wird doch wohl 'ne Euro fünzig für den SCM übrig sein, oder?
Die Hüpfburg für den FCM war schliesslich auch drin. Bloss hüpft da keiner mehr.
So eine Besonnungsanlage für den Rasen, müsste doch auch noch drin sein. Ach so... OB Trümper Geld her für den SCM!