Handball | Bundesliga SC Magdeburg: Die Hoffnung auf Zuschauer begleiten viele Fragen

Im September oder Oktober diesen Jahres will die Handball-Bundesliga (HBL) in ihre neue Saison starten. Stufenweise sollen dann auch Zuschauer zu den Spielen zugelassen werden. Beim SC Magdeburg versucht man sich so gut es geht auf die neue Situation vorzubereiten.

GETEC Arena
Die GETEC Arena - Spielstätte des SC Magdeburg - gefüllt mit Zuschauern. Bildrechte: imago images / Hartmut Bösener

Bereits im September könnte die Handball-Bundesliga wieder starten – zunächst wohl mit Geisterspielen, einem Gehaltsverzicht der Spieler sowie einem Hygienekonzept. Erweisen sich die Maßnahmen als erfolgsversprechend sollen auch die Zuschauer das Spektakel auf der Platte Schritt für Schritt wieder erleben dürfen – so zumindest der Plan der HBL.

Bohmann: Start im Januar "ein Rückschritt um 40 Jahre"

Dieser sieht vor, mittels eines Stufenplans die Spielstätten nach und nach auszulasten. Demnach wäre zunächst eine 25-Prozentige Auslastung denkbar, wie HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann am Samstag (6. Juni) den "Kieler Nachrichten" sagte. Ein Saisonstart im Januar 2021 soll zudem tunlichst vermieden werden. Man dürfe "nicht in Schockstarre verfallen", so Bohmann: " Wenn wir den Handball für ein Jahr wegsperren, wäre das ein Rückschritt um 40 Jahre."

SCM: Trainingsstart als "Bestandsaufnahme"

Um diesem Szenario zu entgehen, bereiten sich die Bundesligisten so gut es geht auf die kommenden Herausforderungen vor. Die Ungewissheiten, mit denen eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs einhergeht, sind dabei nicht von der Hand zu weisen. Beim SC Magdeburg bereitet allein der für den 1. Juli vorgesehene Trainingsstart allerhand Kopfzerbrechen. "Wir haben die Spieler ja rund drei Monate nicht gesehen, es ist also auch eine Art Bestandsaufnahme", räumt SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt gegenüber der "Volksstimme" (10. Juni) ein.

Viele Fragen und viel Ungewissheit

Zwar peile man auch in Magdeburg einen Saisonstart mit Zuschauern an, jedoch gibt es im Vorfeld etliche Fragen zu klären, betont Schmedt: "Welche behördlichen Auflagen sind im Herbst zu erfüllen? Wie sind Mundschutz- und Abstandsregelungen sinnvoll kombinierbar? Können die Gaststättenregelungen in den VIP-Räumen übernommen werden?" Es wäre zudem von Vorteil, das Gesamtkonzept der Liga, "auf die Einzelstandorte runterzubrechen. Denn das, was für Magdeburg gilt, muss ja nicht an anderen Standorten gelten."

Marc-Henrik Schmedt
SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt. Bildrechte: imago/Christian Schroedter

"Was in drei oder vier Monate ist, weiß aktuell niemand"

Letztlich ist man sich aber auch bei den Handballern aus der Landeshauptstadt darüber bewusst, dass man nur auf eine Besserung der Gesamtsituation hoffen kann: "Wir können uns nur vorbereiten. Denn was in drei oder vier Monaten ist, weiß aktuell niemand." Dabei spricht sich Schmedt insbesondere für eine sportartenübergreifende Gleichbehandlung aus. So sollte man "nicht schlechtergestellt werden als vergleichbare andere Branchen."

HBL will am Rundensystem festhalten

Über den konkreten Beginn der neuen Spielzeit will die HBL Mitte Juni entscheiden. Fest steht hingegen, dass der Verband trotz seines eng gestrickten Terminplans, infolge der Aufstockung auf 20 Mannschaften, weiter am bisherigen Spielsystem für die kommende Saison festhalten will. Play-Offs seien demnach keine Option, wie der in der HBL-Geschäftsleitung für den Spielplan verantwortliche Andreas Wäschenbach am Dienstag (9. Juni) im Interview mit der "Handballwoche" verriet: "Einhellige Meinung ist, dass ein Rundensystem am besten geeignet ist. Es ist fair, da jeder gegen jeden spielt und beinhaltet einen klaren Modus."

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 13. Juni 2020 | 16:30 Uhr