Handball | Historie Heute vor 20 Jahren: Der SC Magdeburg wird Deutscher Meister

Vor 20 Jahren krönte sich der SC Magdeburg zum deutschen Handball-Meister. Auch wenn die Erinnerungen bei Stefan Kretzschmar und Co. verschwommen sind, bleiben die Gedanken an eine ganze Stadt im Ausnahmezustand unvergessen.

Vorschaubild Kretzschmar 23 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Do 20.05.2021 16:51Uhr 22:43 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-stefan-kretzschmar-sc-magdeburg-erinnerungen-100.html

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Magdeburg, 20. Mai 2001: In der Handball-Bundesliga steht der finale 38. Spieltag an. Das Rennen um die Deutsche Meisterschaft strotzt vor Spannung. Vor 8.000 Zuschauern in der Bördelandhalle empfängt das Team von Alfred Gislason die SG Flensburg-Handewitt. Gewinnt der SCM, sind sie zum ersten Mal deutscher Meister - zehn Jahre nach dem Triumph als letzter DDR-Meister 1991. Und der Traum wurde wahr.

Kretzschmar: "Meine Erinnerungen sind nur von Emotionen geprägt"

Mit einem 30:23-Erfolg krönte der SCM eine bärenstarke Saison und heimste den 24. Titel der Vereinsgeschichte ein. Im Anschluss brachen alle Dämme. "Meine Erinnerungen sind einfach nur von Emotionen und Eindrücken geprägt – wie die Atmosphäre in der Halle war, was auf dem Spielfeld los war, wie wir auf dem Hallenbalkon standen und diese Massen an Menschen, die alle überglücklich waren", erinnert sich SCM-Urgestein Stefan Kretzschmar im MDR-Interview.

Die Magdeburger Handballspieler Stefan Kretzschmar, Steffen Stiebler und Olafur Stefansson, von links nach rechts, jubeln mit der Meisterschale nach der Ehrung als Deutscher Meister in Magdeburg am Sonntag, 20. Mai 2001
Von links nach rechts: Stefan Kretzschmar, Steffen Stiebler und Olafur Stefansson jubeln mit der Meisterschale. Bildrechte: IMAGO / Eckehard Schulz

Gislason und Hildebrandt die Väter des Erfolgs

Dem 48-Jährigen imponierte vor allem die damalige mannschaftliche Geschlossenheit. Ob Oleg Kuleschow, Joél Abati oder Goalgetter Olafur Stefansson: Der SCM wusste Spieler unterschiedlichster Nationen in seinen Reihen, die Mannschaft hatte ein "immenses Talent", so Kretzschmar. "Es hat von der Chemie einfach gepasst. Auch in der Qualität waren wir unheimlich stark." Neben Trainer Gislason, der "wie kein zweiter die Fähigkeit hatte, zu emotionalisieren", war vor allem Manager Bernd-Uwe Hildebrandt ein Vater des Erfolgs. "Er war der Motor, hat Weitsicht und Visionen gehabt. Normalerweise müsste man ihm ein Denkmal bauen", meint Kretzschmar.

Magdeburg im Ausnahmezustand

Auch dank der Verdienste Hildebrandts konnten knapp zwei Stunden nach Spielende tausende Zuschauer den SCM-Tross zu den Feierlichkeiten auf dem Alten Markt begleiten. Dort hatten sich innerhalb kürzester Zeit knapp 18.000 frenetisch feiernde Fans eingefunden. Eine ganze Stadt war im Ausnahmezustand. Die Party sollte Tage andauern – auch für Kretzschmar: "Ich habe keine Ahnung, was die nächsten Tage passiert ist. Das können Magdeburger Kneipenbesitzer besser erklären als ich. Ich habe gelebt, wie noch nie zuvor."

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red

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