Handball | Bundesliga HBL-Geschäftsführer Bohmann: "Die Systeme werden nicht unendlich belastbar sein"

Trotz zahlreicher Corona-Fälle und Spielabsagen hält die Handball-Bundesliga (HBL) weiter an ihrem Spielplan fest. Sollte sich die Lage jedoch weiter zuspitzen, ist ein vorübergehender Lockdown nicht ausgeschlossen. Die Gesundheit steht über allem, betonte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.

Die Handball-Bundesliga bekommt die Auswirkungen der Corona-Pandemie weiter mit aller Härte zu spüren. Aufgrund der jüngsten Coronafälle in der Nationalmannschaft musste auch das für Samstagabend geplante Top-Spiel zwischen dem SC Magdeburg und der MT Melsungen verschoben werden. Es ist bereits die fünfte Partie, die im Zuge der Coronafälle im DHB-Team verlegt werden muss.

Lockdown vorerst vom Tisch

Trotz der prekären Situation halten die 20 Klubs der HBL weiter an ihrem Spielplan fest. Einen vorübergehenden Lockdown wird es nicht geben, die Liga vertraut ihrem Hygienekonzept. Dies ist das Ergebnis einer Video-Konferenz der Bundesligaklubs am Freitag (13. November). "Wir haben uns über die aktuelle Lage ausgetauscht. Es gab auch das Szenario, den kompletten Spieltag abzusagen. Wir glauben aber, dass unser Hygienekonzept die jetzige Situation meistern kann", berichtete HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann nach der Konferenz im "SpiO"-Talk.

"Gesundheit der Spieler steht über allem"

Die Lage spitzt sich jedoch immer weiter zu. Der ohnehin schon aufgeblasene Spielkalender wird durch die Spielverlegungen an die Grenze des Machbaren geführt. Aktuell könne man die Verlegungen noch managen, so Bohmann. "Die Systeme werden aber nicht unendlich belastbar sein. Sollten die Infektionszahlen weiter steigen, stoßen wir an unsere Grenzen. Die Gesundheit der Spieler steht über allem. Wir werden keine wirtschaftlichen Gründe in den Vordergrund schieben", stellte Bohmann klar.

WM in Ägypten in Gefahr

Ähnlich gestaltet sich die Situation mit Blick auf die für Januar geplante WM in Ägypten. Zwar hätten alle Verbände am vergangenen Länderspielwochenende einen sehr verantwortungsvollen Job gemacht, "trotzdem ist es in Deutschland und Slowenien schief gegangen". Aus dieser Erfahrung müsse man nun lernen und entsprechende Konsequenzen mit Blick auf die Hygienekonzepte ziehen, unterstrich der Liga-Boss. Eine verantwortungsvolle Austragung des Turniers hängt in letzter Instanz von der allgemeinen Infektionslage im Januar ab. "Wenn sich die Pandemie-Lage weiter exponentiell entwickelt, wird es schwer, das Turnier durchzuführen", ist sich Bohmann sicher.

jsc

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Dieses Thema im Programm: MDR+ | "SpiO"-Talk | 13. November 2020 | 14:00 Uhr

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