Handball | 1. Bundesliga DHfK Leipzig bestätigt Abschied von Philipp Weber - Janke nach Minden

Herber personeller Verlust für den Handball-Bundesligisten DHfK Leipzig. Spielmacher und Nationalspieler Philipp Weber wird seinen Vertrag nicht verlängern. Er soll zum Liga-Konkurrenten SC Magdeburg wechseln.

Jetzt ist es also Gewissheit: Handball-Bundesligist DHfK Leipzig muss sich einen neuen Spielmacher suchen. Philipp Weber wird seinen im Sommer auslaufenden Vertrag in Leipzig nicht verlängern. Das bestätigte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther am Montag (1.2.2021) im Sport-im-Osten-Talk. Zuerst hatte die Bild-Zeitung am Sonntagabend darüber berichtet.

Weber soll beim Liga-Konkurrenten SC Magdeburg einen Vertrag bis 2023 unterschreiben. Der SCM hat sich dazu noch nicht geäußert.

Günther erklärt Weber-Personalie

"Es ist sehr schade. Wir hätten Philipp gern behalten, respektieren aber seine Entscheidung", so Günther. Er habe am Samstag von der Entscheidung erfahren, die Mannschaft am Sonntag. "Begeistert war natürlich keiner. Wir sind aber nicht unvorbereitet, haben seit Wochen und Monaten gescoutet und werden unsere Möglichkeiten nutzen, um nächste Saison bestmöglich aufgestellt zu sein", so Günther. Im Rückraum habe man mit Luca Witzke, Marco Mamic und Julius Meyer Siebert drei starke Rechtshänder für die kommende Saison unter Vertrag und noch je einen Platz auf Rückraum Mitte und auf Rückraum Links zu vergeben.

Weber und der Verein hätten seit drei Monaten im intensiven Austausch gestanden. letztendlich entschied sich Weber gegen eine Vertragsverlängerung. "Ich habe meinen Vertrag nicht verlängert, da ich einen neuen sportlichen Schritt gehen möchte. Diese Entscheidung fiel mir absolut nicht leicht, denn es ist kein Geheimnis, wie sehr ich den SC DHfK und die Stadt Leipzig mag. Ich habe aber versucht, diese Aspekte bei der Entscheidung über meine sportliche Zukunft auszublenden und mich für eine neue Herausforderung entschieden“, sagt der 38-malige Nationalspieler.

Für die Leipziger ist sein Abgang ein herber Verlust. Weber ist Dreh- und Angelpunkt beim SC DHfK und ist in seinen fast acht Jahren in Leipzig zu einem absoluten Führungsspieler gereift. Auch ohne Weber verfolgt Leipzig ambitionierte Ziel. Man wolle ins internationale Geschäft, so Günther und lasse erst locker, wenn das gelungen ist. Noch stehen viele Spiele mit Weber an. Diese wolle man voll fokussiert angehen, so der Geschäftsführer im MDR.

Philipp Weber
Philipp Weber Bildrechte: imago images/Fotostand

Schwerer Start in den Männerbereich

Sollte es für Weber tatsächlich nach Magdeburg gehen, wäre es ein Schritt zurück zu seinen Wurzeln. In Magdeburg fing für den 1,94 Meter großen Rückraumspieler einst alles an, wenn auch nicht wirklich glorreich, denn nach sieben Jahren im Nachwuchs brachte ihn eine schwere Schulterverletzung aus dem Tritt. Er musste zweimal operiert werden, sein Vertrag wurde 2013/14 aufgelöst. Die Profikarriere stand am Scheideweg. Der Wechsel zum damaligen Zweitligisten SC DHfK Leipzig sollte sich als Glücksgriff erweisen. Mit seinem neuen Verein gelang ihm nicht nur der Aufstieg in die erste Liga, sondern auch ein persönlich steiler Aufstieg.

Torschützenkönig und Nationalspieler

2016 endete der Höhenflug abrupt. Leipzig verlängerte Webers Vertrag nicht. Er wechselte deshalb zur HSG Wetzlar, wurde dort Torschützenkönig und debütierte am 3. Januar gegen Rumänien für die deutsche Nationalmannschaft. Obwohl er sportlich so erfolgreich war, zog es ihn aus privaten Gründen zurück nach Leipzig. Seit 2017 spielt er wieder beim SC DHfK Leipzig und hat mittlerweile 33 Länderspiele bestritten. Jetzt trennen sich die Wege.

Maximilian Janke sofort nach Minden

Auch Maximilian Janke wird Leipzig verlassen, allerdings nicht erst im Sommer, sondern schon jetzt. Der Rückraumspieler erhielt die Freigabe und wechselt zu Bundesliga-Konkurrent GWD Minden. Das gab die Ostwestfalen am Dienstag bekannt. Bei Minden unterschrieb er bis 2023. Janke, nach einer Schulter-OP wieder voll im Training, freut sich nach sechs Jahren in Leipzig auf die neue Herausforderung: "Ich bin hochmotiviert, endlich wieder Spiele in der Bundesliga zu bestreiten."

Janke lief 137 Mal für den SC DHfK Leipzig auf und erzielte 243 Tore. 2018 schaffte er den Sprung ins Nationalteam. In dieser Spielzeit konnte er wegen einer Schulter-Operation im Sommer noch kein Bundesligaspiel absolvieren, am vergangenen Wochenende gab er im Testspiel sein Wettkampf-Comeback.

"Max ist ein sehr verdienter Spieler, der unseren Verein in den letzten sechs Jahren maßgeblich mitgeprägt hat. Da wir ihm zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine Sicherheit geben konnten, wie es nach Saisonende weitergeht, hat er uns darum gebeten, eine neue Chance zu ergreifen und den Verein schon jetzt zu verlassen", heißt es in einer Pressemitteilung.

Maximilian Janke (SC DHfK Leipzig)
Maximilian Janke verlässt den SC DHfK Leipzig mit sofortiger Wirkung Richtung Minden. Bildrechte: imago images/Eibner

"Da sich meine Rolle im Team und das Spielsystem in Leipzig auch etwas verändert hat, fühlt sich der Wechsel für mich gut und richtig an“, so Janke. "Nach sechs Jahren zu gehen, ohne nochmal ein Punktspiel bestreiten zu können, ist sehr schade. Es hätte mir viel bedeutet, noch einmal vor den Fans in der Arena einzulaufen, denn das habe ich hier in Leipzig immer sehr genossen. Ich bin aber sehr froh, dass ich gestern beim Testspiel nochmal dabei sein konnte und anschließend gemeinsam mit meinen Teamkollegen das WM-Finale schauen durfte. Das war ein schöner Abschied von meinen Mitspielern."

Nationalspieler Max Janke wechselt im Sommer innerhalb der Handball-Bundesliga vom SC DHfK Leipzig zu GWD Minden. Der 27 Jahre alte Rückraumspieler unterschreibt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023. Janke hat seine Stärken auf der Mittelposition und auf Halblinks sowie im Innenblock der Verteidigung.

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sst/sid

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 01. Februar 2021 | 17:45 Uhr

1 Kommentar

faultier vor 14 Wochen

da gehört er als Schönebecker eh hin.