Handball | 2. Bundesliga Ausnahmesituation nach Corona-Fällen beim EHV Aue: "Extreme Belastung für die Spieler"

Nach zwei positiven Corona-Fällen ist der Spielbetrieb beim Handball-Zweitligisten EHV Aue einstweilen lahm gelegt. Wie es weitergeht, ist derzeit noch unklar. Aber die Lage ist angespannt, wie EHV-Geschäftsführer Rüdiger Jurke berichtet.

Rüdiger Jurke im SpiO Talk 8 min
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Das Coronavirus hat den Spielbetrieb von Handball-Zweitligist EHV Aue einstweilen lahm gelegt. Der EHV ist nach einem Positiv-Fall in Quarantäne. Wie bewältigt der Verein die aktuelle Ausnahmesituation, Rüdiger Jurke?

Sport im Osten Fr 23.10.2020 10:10Uhr 08:23 min

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"Ich bin der letzte Mohikaner", scherzt Rüdiger Jurke. Der Geschäftsführer des EHV Aue ist nach zwei positiven Corona-Fällen in der Mannschaft einer der wenigen Mitarbeiter des Handball-Zweitligisten, der in der Geschäftsstelle weilt. Spieler und Funktionsteam befinden sich derzeit in einer 14-tägigen Quarantäne. Geplant ist, den Trainingsbetrieb am 2. November wieder aufnehmen zu können. Zwei Wochen Trainingsausfall sind dennoch "nicht schön", betonte Jurke im "SpiO"-Talk am Freitag (23. Oktober).

Zwei Partien bereits abgesagt

Die Hiobsbotschaft erreichte die Auer ausgerechnet am Mittwochvormittag, wenige Stunde vor dem mit Spannung erwarteten Derby gegen den HC Elbflorenz. Mittlerweile wurde auch die für Sonntag geplante Partie gegen den ThSV Eisenach abgesagt. "Das ist sehr bitter. Es wären zwei Derbys gewesen. Das tut einfach weg", meinte Jurke.  Möglich, dass sich die EHV-Spieler am vergangenen Freitag im Duell mit dem HSV Hamburg mit dem Virus infizierten, darüber könne man aber nur spekulieren.

eif Tissier (Hamburg) ; weiter von links: Petr Slachta (Aue) , Maximilian Lux (Aue) und Gabriel De Santis (Aue)
Am vergangenen Freitag empfingen die Auer den HSV Hamburg. Gut möglich, dass sich die EHV-Spieler bei der Partie infizierten. Bildrechte: imago images / Kruczynski

"Wenn noch mehr Spiele ausfallen, wird es immer komplizierter"

Die ersten Spielausfälle haben gezeigt, wie fragil sich die Lage aktuell darstellt. Der ohnehin schon volle Terminkalender wird durch die Spielverlegungen weiter ausgereizt. Weitere Spielabsagen sind keineswegs auszuschließen. "Wenn noch mehr Spiele ausfallen, wird es immer komplizierter. Für die Spieler wird es eine extreme Belastung", mahnte Jurke. Das Derby gegen Dresden soll nun am 2. Dezember nachgeholt werden.

Erneuten Saisonabbruch würden viele Vereine nicht überleben

Die Zweitligisten tauschen sich derzeit regelmäßig mit der Handball-Bundesliga aus. Ein Saisonabbruch steht aber aktuell nicht nur Debatte. Das hat seinen Grund: "Wenn die Saison wieder abgebrochen werden würde, würden es viele Vereine nicht überleben", ist sich Jurke sicher. Auch der EHV Aue stünde dann vor einer schwierigen Aufgabe. Die durch den Saisonabbruch im Frühjahr hervorgerufenen finanziellen Einbußen konnten die Sachsen zwar abfedern, bei einem erneuten Abbruch wird die Luft aber dünn.  

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jsc

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Sportblock | 23. Oktober 2020 | 11:40 Uhr

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