Herbert Müller, Trainer Thüringer HC
Bildrechte: imago images/Pressefoto Baumann

Handball | WM 2019 in Japan THC-Coach Müller: "Dafür stehe ich auf wie früher bei Muhammad Ali"

Ohne Thüringen geht nichts bei der Handball-Nationalelf der Frauen. Ab Samstag steigt für die DHB-Auswahl die Weltmeisterschaft in Japan. Wir haben vorab mit dem Trainer des Thüringer HC, Herbert Müller, gesprochen.

von Christian Kerber

Herbert Müller, Trainer Thüringer HC
Bildrechte: imago images/Pressefoto Baumann

Man spürt bei Herbert Müller, wie er der Handball-WM in Japan entgegen fiebert. Der Trainer von Bundesliga-Spitzenklub Thüringer HC sagte MDR.DE: "Ich werde mir fast jedes Spiel ansehen, ich freue mich schon sehr!" Dabei lässt er sich auch nicht von einer Anwurfzeit morgens um 7:00 Uhr abhalten: "Nein, das ist kein Problem, die Zeit spielt keine Rolle. Für Handball stehe ich auf wie früher nachts bei Boxkämpfen von Muhammad Ali."

DHB-Damen-Mannschaft bei der Nationalhymne
Bildrechte: imago images / wolf-sportfoto

Neun von 17 im WM-Aufgebot mit Thüringer Hintergrund

Die deutsche Mannschaft startet am Samstagmorgen (30. November) gegen Südamerika-Meister Brasilien in die WM (30. November bis 15. Dezember). Gleich fünf Schützlinge seines THC sind dabei, dazu kommen vier Spielerinnen mit Wurzeln in Thüringen. Neun von 17 im deutschen WM-Aufgebot haben also einen Thüringer Hintergrund. Zur Freude von Herbert Müller: "Wir sind sehr stolz, dass wir fünf Nationalspielerinnen haben und dass unsere Farben da so kräftig vertreten sind. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass der THC in den vergangenen zehn Jahre die dominierende deutsche Mannschaft war. Das macht sich dann auch im Nationalteam bemerkbar." Sieben Deutsche Meisterschaften sind Ausdruck dieser Dominanz.

Herbert Müller
Herbert Müller hat mit seinem Quintett zuletzt den EHF-Cup erreicht und damit für mentalen Rückenwind gesorgt. Bildrechte: imago images / Eibner

"Guter Start richtungsweisend"

Als sehr ausgeglichen auf höchstem Niveau betrachtet der 57-Jährige die deutsche Vorrundengruppe mit Welt- und Europameister Frankreich, dem EM-Achten Dänemark, Asienmeister Korea, Südamerika-Champions Brasilien und Australien: "Da kann man schon fast von einer Todesgruppe sprechen. Es sind fünf starke Mannschaften. Das werden enge Spiele, mit zwei, drei Schlüsselmomenten, die Du für Dich entscheiden musst." Der Auftakt gegen Brasilien dürfte ein Schlüsselspiel werden: "Ein guter Start könnte richtungsweisend sein und Dich auf eine Welle bringen." Landet man unter den besten Sieben, darf die DHB-Auswahl auf ein Wiedersehen mit Japan und auf die Olympia-Teilnahme 2020 in Tokio hoffen: "Darum muss man kämpfen! Das wäre ein Traum. Am besten als Weltmeister, dann hat man es in der Tasche", sagt Müller verschmitzt.

Handball Frauen Deutschland vs. Montenegro, Alicia Stolle (GER, vorn)
Alicia Stolle soll dem Team nicht nur offensiv helfen, sondern auch in der Abwehr Stabilität verleihen. Bildrechte: imago images / Pressefoto Baumann

"Thüringer DHB-Auswahl"

Ein THC-Quintett ist ist nun in Japan mit dabei: Ann-Cathrin Giegerich als dritte Torfrau, dazu Supertalent Emily Bölk, Rückraumspielerin und Abwehrchefin Alica Stolle, Kreisläuferin Meike Schmelzer und Linksaußen Ina Großmann. Ein Quartett hat einen Thüringer Hintergrund: Die Torhüterinnen Dinah Eckerle (Bietigheim) und Isabell Roch (Dortmund) wurden am Erfurter Sportgymnasium ausgebildet. Eckerle gehört für Müller zu den "Big Playern" im deutschen Team. Kreisläuferin Luisa Schulze (Bietigheim) wurde in Altenburg geboren und ging dann im Alter von 16 Jahren zum HC Leipzig. Rückraumakteurin Shenia Minevskaja (Brest/FRA) durchlief die Jugend des Thüringer HC, ehe sie mit 21 zum TuS Metzingen wechselte.

Das WM-Aufgebot

  • Tor: Dinah Eckerle (SG BBM Bietigheim), Isabell Roch (TuS Metzingen), Ann-Cathrin Giegerich (Thüringen HC)

  • Feld: Julia Behnke (Rostov Don/RUS), Maren Weigel (TuS Metzingen), Mia Zschocke (TSV Bayer 04 Leverkusen), Alina Grijseels (Borussia Dortmund, Meike Schmelzer, Emily Bölk, Ina Großmann, Alicia Stolle (alle Thüringer HC), Shenia Minevskaja (Brest Handball/FRA), Jenny Behrend (VfL Oldenburg), Amelie Berger, Kim Naidzinavicius, Kim Antje Lauenroth, Luisa Schulze (alle SG BBM Bietigheim)

Der deutsche Vorrunden-Spielplan

Der Vorrunden-Spielplan der DHB-Damen in der Gruppe B
Samstag, 30.11.2019. 07:00 Uhr Deutschland - Brasilien
Sonntag, 01.12.2019, 10:00 Uhr Deutschland - Australien
Dienstag, 03.12.2019, 12:30 Uhr Deutschland - Dänemark
Mittwoch, 04.12.2019, 11:00 Uhr Deutschland - Frankreich
Freitag, 06.12.2019, 11:00 Uhr Deutschland - Südkorea

Dinah Eckerle
Die in Erfurt ausgebildete Dinah Eckerle im Tor gehört für Müller zu den deutschen Top-Spielerinnen. Bildrechte: imago images/wolf-sportfoto

Die besten Drei kommen weiter. In der zweiten Turnierphase, mit zwei Gruppen á sechs Mannschaften, träfe die deutsche Auswahl auf die drei besten Teams der Gruppe A. Dort sind unter anderem der zweimalige Olympiasieger Norwegen und der EM-Dritte Niederlande mit dabei. Die beiden Besten aus diesen Zwischenrunden-Gruppen erreichen das Halbfinale.

Das DHB-Team will erneut nach Japan, zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Dazu muss bei dieser WM mindestens Platz sieben unter 24 Teams herausspringen. Damit wäre man bei einem der drei Quali-Turniere mit dabei.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 30. November 2019 | 09:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. November 2019, 15:48 Uhr

0 Kommentare