Handball | Bundesliga Magdeburg bei den Füchsen: Zwei Teams sind sich nicht grün

Vorschau 11. Spieltag

Wer hätte das vor der Saison gedacht: Der SC Magdeburg und die Füchse Berlin bestreiten das absolute Topspiel der Bundesliga. Und nicht nur die Ausgangslage verspricht Brisanz, denn beide Teams sind seit langem Konkurrenten. Doch im Tagesgeschäft geht es für die Füchse darum, nicht den Anschluss zu verlieren, während der SCM im direkten Duell am Samstag (ab 18.05 Uhr im Liveticker) sein Polster und seine Ungeschlagen-Serie weiter ausbauen kann.

Als "Maß der Dinge" bezeichnete der ehemalige Weltklasse-Handballer Stefan Kretzschmar vor wenigen Tagen seinen Ex-Klub SC Magdeburg. Und er muss es wissen, war er doch jahrelang das Gesicht der Sachsen-Anhalter und ist auch heute noch immer nah dran am Geschehen. Allerdings auf der anderen Seite. Denn "Kretzsche" ist Sportvorstand bei den Berlinern und dort maßgeblich an der guten Entwicklung beteiligt.

Daher kann er die Brisanz besonders gut einschätzen. Da ist eine Rivalität gewachsen, die mittlerweile sehr groß ist, so der 48-Jährige im "SpiO"-Talk am Freitag (12.11.). Das Aufeinandertreffen sei "etwas Besonderes und kein Spiel wie jedes andere."

Stefan Kretzschmar 23 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fr 12.11.2021 17:56Uhr 23:25 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-572164.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Stefan Kretzschmar 23 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
23 min

Fr 12.11.2021 17:56Uhr 23:25 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-572164.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

SCM in der Vorsaison dreimal der Sieger

Vor allem die Fanlager sind sich nicht grün. Da hilft es auch nichts, dass sowohl die Magdeburger als auch die Berliner die Farbe der Hoffnung in ihren Vereinswappen und auf ihren Trikots haben. Und natürlich hat auch die Vorsaison nicht unbedingt zu einer Entspannung des Verhältnisses beigetragen. Drei Duelle, zwei in der Meisterschaft und eins im Finale der European League, konnte der SCM für sich entscheiden.

Mannschaft vom SC Magdeburg bei der Siegerehrung
Die Mannschaft des SC Magdeburg bei der Siegerehrung der European League. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / wolf-sportfoto

Füchse-Trainer Jaron Siewert nimmt das aber als Extra-Motivation: "Es ist dann immer noch einen Ticken mehr, dass man unter Beweis stellen muss, dass es kein Angstgegner ist." Umso ärgerlicher aus Sicht des Hauptstadtclubs, dass ausgerechnet vor dem Topduell die erste Liga-Niederlage in die Statistik einging. Am Mittwoch (10.11.2021) kassierten die Füchse bei Vizemeister SG Flensburg-Handewitt ein deutliches 23:28.

Nun bedarf es gegen Magdeburg wieder einer deutlichen Leistungssteigerung, soll etwas Zählbares rausspringen. "Wir wollen wieder eine aggressive und antizipative Abwehr stellen. Und wir brauchen eine Topleistung im Tor und leichte Tore im Tempospiel", kündigte Siewert an.

Magdeburg kann davonziehen

Somit liegt der Druck also beim Gastgeber, denn der in dieser Spielzeit in 17 Pflichtspielen ungeschlagenen Klub-Weltmeister könnte im Falle eines weiteren Sieges schon fünf Punkte zwischen sich und seine Verfolger legen. Die Füchse müssen also beinahe gewinnen, um den Vorsprung nicht zu groß werden zu lassen.

"Wenn man dort gewinnt, kommt man für mehr infrage", hatte Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert bereits vor dem Spiel in Göppingen gesagt. Dann scheint der SCM nun also endgültig auf Titelkurs. Tatsächlich kann man nach dem nächsten Sieg seiner Mannschaft mittlerweile die Frage stellen: Wer soll diesen SCM eigentlich stoppen? Rekordmeister THW Kiel und Vize Flensburg spielen eine überraschend unbeständige Saison, beide Schwergewichte wurden von Magdeburg bereits besiegt. Das Spiel bei den Füchsen ist nun die ultimative Prüfung für Wiegerts Team um den auch in Göppingen erneut herausragenden Omar Ingi Magnusson (9 Treffer).

Finale - SC Magdbeurg - Füchse Berlin v.li. Trainer Bennet Wiegert Magdeburg, Stefan Kretzschmar Vorstand Berlin Mannheim
SCM-Coach Bennet Wiegert (li.) und Füchse-Sportvorstand Stefan Kretzschmar. (Archiv) Bildrechte: imago images/wolf-sportfoto

Selbst bei einer Niederlage in der Bundeshauptstadt würde der SCM zwar Spitzenreiter bleiben, doch die Siegesserie wäre erst mal dahin. Trainer Wiegert, ein guter Kumpel Kretzschmars, geht mit dieser Ausgangslage betont gelassen um. "Irgendwann kann eine Siegesserie zwar auch für Druck sorgen. Aber es darf nie passieren, dass die Angst vor dem Verlieren größer ist als die Freude am Gewinnen", sagte er. "Auch wenn wir uns dessen bewusst sind, auch schlagbar zu sein."

___
red/dpa

Aktuelle Beiträge zum Handball

Story Corona
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle anzeigen (52)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 13. November 2021 | 19:30 Uhr

1 Kommentar

Schenkendorf vor 9 Wochen

Auch hier gilt heute:" Kämpfen und Siegen SCM!"