"Olympia im Osten" - Teil 1 Winterferien und Winterspiele

Raiko Richter ist Chef des ARD-Olympiateams bei den Winterspielen in Pyeonchang. Für MDR.DE schreibt er ein Tagebuch. Heute: Das Wiedersehen mit einem Star aus der Jugend und die Erkenntnis: Deutschland steht Kopf.

ARD-Olympia-Teamchef Raiko Richter.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Liebe Olympiafreunde, 

ab heute werde ich Euch von den Olympischen Winterspielen in Südkorea berichten. Anreise - von Frankfurt ging es zunächst nach Seoul. Fast neun Stunden Zeit im Flugzeug, um ein wenig über die kommenden Tage zu sinnieren – über Biathlon-Wettbewerbe, Produktionsabläufe, Dopingkontrollen, hoffentlich durchgängig gesunde Mitarbeiter, Schneetreiben, asiatische Küche, unleserliche Plakate …

Wiedersehen mit Kati Witt

Katarina Witt bei der Olympiade 1988 in Calgary
Olympia-Star 1988: Katarina Witt Bildrechte: dpa

Olympia ein Traum für jeden Sportler, aber auch für mich als Teamchef. So richtig erlebt habe ich Olympia erstmals mit 13 Jahren am TV-Gerät. Calgary 1988 – Katarina Witt wurde da zum zweiten Mal Olympiasiegerin. Nun fliegt sie mit uns, als ARD-Olympiaexpertin. Lächelnd - wie einst in Kanada. Ich verbrachte damals, vor dreißig Jahren, meine Winterferien bei den Großeltern im tief verschneiten Erzgebirge und lauschte den Worten von Heinz-Florian Oertel. Am Innenfenster die Eisblumen, in optischer Konkurrenz mit den von Oma liebevoll gepflegten Alpenveilchen. Wärme spendete der Ofen in der Nacht kaum, dafür glühte der russische Raduga-Fernseher, sein Bild grün- oder rotstichig. Aber eben Buntfernsehen! Meist schaute ich länger als erlaubt, weil Opa auf der Ofenbank schon eingeschlafen war. Omas Schelte am nächsten Morgen war uns sicher. Die DDR holte viele Medaillen, wesentlich mehr als die größere BRD, und belegte Rang zwei in der Medaillenwertung. Hinter der Sowjetunion. Medaillen für Koreaner gab es keine.

Ankunft am Flughafen in Seoul.
Am anderen Ende der Welt: Deutschland steht Kopf. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Jetzt, 30 Jahre später landen wir gleich in Seoul. Korea ist heute noch geteilt. Das Säbelrasseln der vergangenen Monate ließ einige mit mulmigem Gefühl starten. Wir fliegen nach Asien in die Nähe eines Landes namens Demokratische Volksrepublik Korea im Norden, dessen Staatsoberhaupt gern mit Raketen experimentiert.  Nur ein paar Kilometer entfernt im Süden gehen die Winterspiele über die Bühne. Wir alle hoffen auf den olympischen Frieden. Und auch, dass der Teamchef sein Team gesund zurückbringt …

Olympische Grüße,

Raiko Richter

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 06. Februar 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2018, 13:56 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

2 Kommentare

07.02.2018 12:39 1966 BB 2

Bitte aber nicht scheinheilig nur über Doping in Russland reden, oder glaubt die geblendete Welt, das es das nicht auch woanders gibt. Vielleicht nicht Staatsdoping, aber genau das selbe. Und bitte sportliche anstatt politische Spiele im TV und Radio. Es heißt doch immer, WIR SPORTBEGEISTERTEN LASSEN UNS DOCH VON POLITISCHEN DINGEN UND LEUTEN NICHT DEREN WILLEN AUFDRÄNGEN. Schöne Spiele.

07.02.2018 12:26 elke dreßler 1

Oh, danke. Bin täglich dabei.