Neues vom Krügel-Platz | Folge 18 FCM-Sportdirektor Otmar Schork: "Die Mannschaft ist am meisten in der Pflicht!"

Daniel George
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Warum hält er an Trainer Thomas Hoßmang fest? Wie soll der Klassenerhalt noch gelingen? Warum sollten die Fans ihm vertrauen? Und wie zerrüttet ist das Team wirklich? Der neue Sportdirektor des 1. FC Magdeburg im großen Podcast-Interview.

FCM-Sportdirektor Otmar Schork für Podcast 60 min
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MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Mi 03.02.2021 17:00Uhr 60:00 min

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21 Punkte aus 21 Spielen, der drittletzte Tabellenplatz, immer lauter werdende Unruhe im Umfeld – der 1. FC Magdeburg steckt in der Krise. Und mittendrin Otmar Schork, der als neuer Sportdirektor das sportliche Chaos managen muss. Wie, das erklärt Schork im Podcast.

In Folge 18 von "Neues vom Krügel-Platz" spricht der 63-Jährige über ... 

... den Fan-Aufstand beim FCM – ab Minute 2:30

Die Fans des 1. FC Magdeburg haben genug. Sie fordern eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Denn, so ihre Begründung in einem Schreiben der aktiven Fanszene: "Unser Verein taumelt derzeit durch eine massive, existenzbedrohende Krise." Und das bereits seit Herbst 2018.

Was denkt Schork über die massive Kritik der Anhänger? Inwieweit beeinflusst sie seine Arbeit? Und warum sollten die Fans ihm vertrauen?

Otmar Schork sagt: "Ich kann den Unmut der Fans nachvollziehen." Die Kommunikation des Klubs sei verbesserungswürdig. Aber er sagt auch: "Ich muss aufpassen, dass ich mich von den äußeren Umständen nicht zu sehr emotional leiten lasse. Ich muss mit kühlem und klarem Kopf die richtigen Entscheidungen treffen und die Mannschaft auf Vordermann bringen."

... seinen Glauben an FCM-Trainer Thomas Hoßmang – ab Minute 14:50

Die FCM-Fans sind sich offenbar einig: Thomas Hoßmang ist nicht mehr der richtige Mann für den Job als Trainer des 1. FC Magdeburg. Sie werfen ihm Wechselfehler, fehlende taktische Raffinesse oder dürftige rhetorische Fähigkeiten vor. Sprich: unzureichende Führungsqualitäten.

Trotzdem stärkte Sportdirektor Schork dem Trainer direkt nach seiner Ankunft im November und auch in den vergangenen Wochen den Rücken. Warum, das erklärt Schork im Podcast – und auch, ob die Partie gegen Dynamo Dresden am Sonnabend nun wirklich zum Endspiel für Hoßmang wird.

Trainer Thomas Hoßmang (FCM)
Im Zentrum der Kritik: FCM-Trainer Thomas Hoßmang. Bildrechte: IMAGO / Eibner

Otmar Schork sagt: "Geht es um die Sache, oder hat man sich nur auf eine Person eingeschossen? Will man nur, dass eine Person wegkommt oder geht es wirklich um Inhalte? Ich bin derjenige, der das zu beurteilen hat und daran werde ich gemessen. Ich sehe den Zeitpunkt für einen Trainerwechsel aktuell nicht."  

... die zerrüttete FCM-Mannschaft – ab Minute 33:30

Lustlos und unmotiviert – so nehmen die FCM-Fans so manchen Profi in dieser Saison wahr. Was die Mannschaft ohne Frage ist: verunsichert. Immer wieder ist außerdem von Grüppchenbildung innerhalb des Teams die Rede.

Frühere Leistungsträger wie Jürgen Gjasula spielen gar keine Rolle mehr. Ex-FCM-Kapitän Christian Beck wurde nicht zuletzt auch durch öffentliche Aussagen von Geschäftsführer Mario Kallnik demontiert.

Otmar Schork bezeichnet den Teamgeist als "okay" und sagt: "Die Spieler müssen sich auf das konzentrieren, wofür sie hier sind: für den Verein. Sie werden vom Verein bezahlt. Das muss man auch mal klar sagen, dass wir nicht aufgrund von Corona wie andere Vereine Gehaltskürzungen vornehmen, sondern dass bei uns alles sauber und korrekt bezahlt wird. Und ich erwarte auch von den Spielern, dass sich jeder für den Verein und für den Erfolg einbringt."

 Und weiter: "Viele fokussieren sich immer nur auf den Trainer, aber die Mannschaft ist am meisten in der Pflicht!"

... die Machtverhältnisse beim FCM – ab Minute 44:50

Im Zentrum der Fan-Kritik steht immer wieder auch Geschäftsführer Mario Kallnik und dessen vermeintlich zu große Machtfülle. Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen Kallnik und Schork? Welchen Prinzipien folgt der neue Sportdirektor bei seiner Arbeit? Auf wessen Rat hört der erfahrene Funktionär?

Otmar Schork sagt: "Mario Kallnik und ich tauschen uns regelmäßig aus. Die gegenseitige Wertschätzung ist vorhanden." Zum Interview von Kallnik auf dem vereinseigenen YouTube-Kanal hatte Schork aber eine klare, andere Meinung: "Ich habe mit Mario darüber intern gesprochen. Ich halte es grundsätzlich so, dass über einzelne Spieler keine Kommentare von mir in der Öffentlichkeit abgegeben werden. Wichtig ist, dass man gewisse Dinge intern klärt."

Wo der Podcast zu hören ist

Podcasts FCM und HFC
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Quelle: MDR/dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 03. Februar 2021 | 19:00 Uhr

20 Kommentare

Magdeburg1963 vor 14 Wochen

Aus meiner Sicht geht es nicht um ein „Pech in Halle“, „von Schorck bin ich enttäuscht“ oder ähnliches. Das Problem begann mit dem Aufstieg in Liga2 (bloß kein Geld ausgeben für zweitligataugliche Verstärkungen), setzte sich dann über das Trainerkarussell bis hin zu der mangelnden Fähigkeit Leistungsträger zu halten fort. Zum Schluss landet man immer beim „Halbgott“ oder ist er gar schon Gott – Kallnik. Kallnik war mit der Aufstiegsserie auf dem Zenit und dann kam der freie Fall.
Macht kann blind und stur machen, dies ist bei Kallnik ohne dessen Verdienste schmälern zu wollen leider der Fall. Das Schlimmste wäre ein Punkt gegen Dresden (von drei will ich gar nicht reden). Dann wird sich die Führungsetage auf die Schulter klopfen und sagen – seht, es geht voran. Und so geht es dann auch voran, stetig Richtung Liga4.

Soldaten Norbert vor 14 Wochen

Pech in Halle ? Leute, bitte nicht auch so anfangen ! Halle hätte uns in der 2. Hälfte mehrere Tore einschenken müssen. Die Sieg , so bitter es ist, war für Halle total verdient . Schork feiert die 2 Siege gegen kommende Absteiger, als den grossen Aufschwung ? Hallo ? Dann kam Halle, dann kam 1860, die haben uns aufgezeigt wo wir sehen.

R.Heinz vor 14 Wochen

Als Fan ist man wirklich ratlos darüber ob die Führung überhaupt begriffen hat, um was es euch geht. Natürlich hattet ihr auch Pech, z.B. in Halle, aber auch andere Punkte mit Glück gemacht. Wie es eben im Fußball so ist. Herr Schork hat sich anstecken lassen vom Gedanken der "Größten der Welt" und das z.Z. überall der Pokalsieg gegen die Bayern von vor 21 Jahren gefeiert wird. Öffentliche Aufarbeitung der Schuldfrage, wird es ohnehin nicht geben. Nicht einmal bei einer Mitgliederversammlung. Eventuell der Trainer ausgetauscht und sonnst nichts. Dies kann dann aber 4 Wochen zu spät sein. Ich hoffe, dass ihr die Klasse haltet und danach den Laden aufräumt.
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