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Ostball | Folge 1"Ich gebe nie auf" – MBC-Profi Sergio Kerusch und sein Kampf gegen den Krebs

von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 21. April 2022, 15:37 Uhr

Sergio Kerusch war bereit zu sterben. Es sah so aus, als würde der Krebs gewinnen. Doch dann tat der Basketball-Profi des Syntainics MBC das, was er sein Leben lang schon immer hatte tun müssen: nämlich kämpfen. Folge 1 von "Ostball", dem Podcast über erstklassigen Basketball aus dem Osten. Eine Geschichte über Stärke und Schwäche und die Wahrheit hinter dem Lächeln.

Sergio Kerusch wirft einen Blick auf den Mittelkreis der Stadthalle Weißenfels. Dorthin, wo er seinen Mitspielern damals, im August 2017, erklären musste: "Ich habe Krebs." Manche sanken zu Boden. Alle brachen in Tränen aus.

Sergio Kerusch hat lange überlegt, ob er diese Geschichte heute, im April 2022, noch einmal öffentlich erzählen will. Und er ist zu dem Schluss gekommen: Ja, er will – und zwar so offen wie nie zuvor. Denn: "Darüber zu sprechen", sagt der Rekordspieler des Syntainics MBC, "erinnert mich daran, wie stark ich sein kann."

Folge 1 von "Ostball" in der Übersicht:

Der Protagonist

Sergio Kerusch ist 33 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Memphis, Tennessee. Die Mutter stammt aus den USA, der Vater ist Deutscher.

Seine Profi-Karriere startete Kerusch 2011 in Griechenland. Über die Artland Dragons und die Eisbären Bremerhaven ging es 2016 nach Weißenfels. Dort stieg Kerusch in seiner ersten Saison mit dem Syntainics MBC von der Pro A in die Bundesliga auf.

Sergio Kerusch (Dritter von links) stieg 2017 mit Weißenfels in die BBL auf. Wenig später kam die Krebs-Diagnose. Im Podcast erinnert sich auch sein damaliger Mitspieler Benedikt Turudic (rechts) an die schwere Zeit und gemeinsame Momente im Krankenhaus. Bildrechte: IMAGO

Nach sechs Jahren in Weißenfels ist der Flügelspieler das Gesicht des Klubs, die einzige Konstante im sich sonst von Jahr zu Jahr komplett verändernden Aufgebot. Kerusch ist der Spieler mit den meisten Einsätzen und den meisten Punkten in der Geschichte des Syntainics MBC.

Seine Geschichte

Im August 2017 kam der Schock: Diagnose Hodenkrebs. Nach der Aufstiegssaison hatte sich Kerusch mit Weißenfels gerade auf die neue BBL-Spielzeit vorbereitet. Doch plötzlich kämpfte er mit dem Klub nicht mehr um den Klassenerhalt, sondern um sein Leben.

"Kerusch, Kerusch, Kerusch is on fire" – das singen die Fans des Syntainics MBC, wenn der Flügelspieler auf dem Parkett heiß läuft. Warum dieser Fan-Gesang seiner Meinung nach ein Zeichen Gottes ist, erklärt Kerusch im Podcast. Bildrechte: IMAGO / Hartmut Bösener

Die spannendsten Aussagen

Sergio Kerusch erinnert sich im Podcast an schwere Momente im Krankenhaus. "Es gibt etwas, das ich noch kaum jemanden erzählt habe", sagt er: "Ich wollte aufgeben. Es gab eine Phase, in der ich nicht mehr konnte. Genug war einfach genug."

In "Ostball" blickt der 33-Jährige auf diese Zeit zurück und erklärt, wie ihm sein ehemaliger Mitspieler Benedikt Turudic dazu gedrängt hat, weiterzukämpfen (ab Minute 12:30).

Offen spricht Kerusch, der nach außen immer gut gelaunte Publikumsliebling, über mentale Probleme: Angststörungen und Depressionen (ab Minute 20:40). "Hinter meinem Lächeln", sagt er, "verberge ich einige ziemlich dunkle Sachen."

In "Ostball" spricht Sergio Kerusch über die Wahrheit hinter dem Lächeln. Bildrechte: IMAGO / fotoduda

Die Geschichte von Sergio Kerusch ist die Geschichte eines Kämpfers. Eines Mannes, der viele Menschen, nicht nur in Weißenfels, inspiriert – und den die Liebe der Fans antreibt.

Im Podcast spricht Kerusch über seine besondere Beziehung zu den Anhängern des Syntainics MBC und erzählt von einer emotionalen Begegnung mit einem Fan (ab Minute 33:00). "Das hat meine Seele berührt", sagt er.

Die Fans des Syntainics MBC haben für immer einen Platz im Herz von Sergio Kerusch – und umgekehrt ist es genau so. Bildrechte: IMAGO / opokupix

Über den Podcast"Ostball" – das ist der Podcast über erstklassigen Basketball aus dem Osten. Alle zwei Wochen erzählt Moderator Daniel George in einer neuen Folge die besten Geschichten des ostdeutschen Basketballs.

Mit Chemnitz und Weißenfels bei den Männern sowie Halle bei den Frauen gibt es schließlich drei Erstliga-Standorte im Osten. Aber auch viele Protagonisten wie Spieler, Trainer und Verantwortliche, die mittlerweile anderswo tätig sind, haben dort ihre Wurzeln.

Wo der Podcast zu hören ist

Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Über den ModeratorDaniel George wurde 1992 in Magdeburg geboren. Er erkannte schnell, dass es auf dem Parkett für mehr als eine stabile Landesliga-Karriere beim großartigsten Dorfverein der Welt, dem TSV Niederndodeleben, nicht reicht.

Also begann der Zwei-Meter-Center mit dem Schreiben über Basketball. Zunächst für die Mitteldeutsche Zeitung über den Oberligisten BC Anhalt aus Dessau, dann über den Regionalligisten Aschersleben und schließlich über den Bundesligisten Weißenfels.

Inzwischen hat er für den MDR mehrere Dokumentationen über Basketball produziert: unter anderem "Plan A" über Nationalspieler Andreas Obst und "Built to win" über die SBB Baskets Wolmirstedt. Außerdem schreibt er für das Fachmagazin "BIG" über Basketball im Osten. Im Podcast "Ostball" spricht er nun auch regelmäßig über den Sport seines Herzens.

Mehr erstklassiger Basketball

MDR (Daniel George)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 23. April 2022 | 10:00 Uhr

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