Corona-Pandemie | Profisport Zuschauer-Rückkehr frühestens Ende Oktober - Arbeitsgruppe soll Konzept entwickeln

Die Hoffnungen des Fußballs und der anderen Sportarten auf eine nennenswerte und zeitnahe Zuschauer-Rückkehr in die Arenen haben sich zerschlagen. Änderungen sind frühestens Ende Oktober in Sicht. Dann soll eine Arbeitsgruppe Vorschläge zu einer einheitlichen Regelung in Sachen Zuschauer-Rückkehr vorstellen.

Profipartien vor leeren Rängen - wie hier RB Leipzig gegen Borussia Dortmund im Juni - werden wohl weiterhin zum Sportalltag gehören. Bildrechte: imago images / Poolfoto
Ein leeres Stadion 2 min
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MDR aktuell 19:30 Uhr Do 27.08.2020 19:30Uhr 01:36 min

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Der Profisport in Deutschland muss möglicherweise noch lange ohne Zuschauer in Stadien und Hallen auskommen. Das ist eines der Ergebnisse der Beratungen vom Donnerstag (27.08.2020) zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten zum Thema Zuschauer-Rückkehr. Bund und Länder sind sich zudem einig, dass Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden sollen.

Stadien zu Beginn weitgehend leer

Zum einheitlichen Umgang mit Zuschauern bei bundesweiten Sportveranstaltungen soll eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien bis Ende Oktober einen Vorschlag für den Umgang mit Fans bei bundesweiten Sportveranstaltungen erarbeiten. Damit ist vorerst offen, ob die Fußball-Bundesliga bis zum Jahresende ihre Spiele vor leeren Zuschauerrängen austragen muss. Zu Beginn bleiben die Stadien definitiv leer.

Sportligen stark von Zuschauereinnahmen abhängig

Inwieweit schon früher zumindest einige Hundert Fans zugelassen werden, blieb zunächst offen. Die Beschränkungen für Teilnehmer an solchen Veranstaltungen unterscheiden sich derzeit in den Bundesländern stark. Ein Verbot würde neben den Fußballclubs von der Bundesliga bis zur Regionalliga auch die Spitzenvereine im Handball, Basketball und Eishockey sowie weitere stark von Zuschauer-Einnahmen abhängige Sportarten empfindlich treffen. Auch Boxen ist eine dieser Sportarten. Promoter Ulf Steinforth hat sich dazu im "Interview mit Sport im Osten" geäußert.

Ulf Steinforth im Interview 6 min
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Do 27.08.2020 19:52Uhr 06:27 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/ulf-steinforth-interview-100.html

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Ligen planen für Zuschauer-Rückkehr

Die 36 Vereine der Deutschen Fußball Liga hatten sich Anfang August auf ein einheitliches Vorgehen zur möglichen Rückkehr zumindest einiger Zuschauer in die Stadion geeinigt. Als einen zentralen Punkt beschlossen die Clubs, "bei ihren Spielen sicherzustellen, dass im Fall von Infektionen die Identität und Kontaktdaten möglicher und eventuell betroffener Stadionbesucher ermittelt werden können." Dies würde die geforderte Kontaktverfolgung ermöglichen.

Enttäuschung beim NOFV

Hermann Winkler, Vizepräsident vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV), reagierte enttäuscht auf die Beschlüsse in Bezug auf eine mögliche Zuschauer-Rückkehr und bezeichnete sie als Schonkost: "Stadionatmosphäre ist das Salz in der Suppe bei Sportveranstaltungen, für Sportler und Zuschauer. Die Zuschauereinnahmen sind weiterhin elementar wichtig für Vereine und Verbände. Regional- und Oberligen leben von Zuschauereinnahmen und den Umsätzen. Ich befürchte langfristige Schäden in der Sportlandschaft." Winkler hoffe nun auf die einberufene Arbeitsgruppe, und dass sich Positionen wie in Sachsen durchsetzen, wo demnächst mehr als 1.000 Zuschauer möglich seien.

(red/dpa/sid)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 27. August 2020 | 17:45 Uhr

28 Kommentare

Schachter vor 8 Wochen

Nur mal zur Klarstellung:
An Corona direkt ist niemand gestorben, zumindest nicht definitiv nachweisbar. Gestorben sind Menschen mit Corona -Beteiligung. Das sollte man dann schon
auch so ausdrücken.
Und ja, jedes Opfer ist eines zu viel auch die eines Verkehrsunfalls oder in Kriegen.
Wir leben seit Jahrtausenden mit Viren, da es deren geschätzt 700 bis 800 Millionen gibt.
Sinnvoller Umgang mit Erkrankungen ist komplett richtig, aber eben auch mit Augenmaß und Verstand.
Regionen (wie Sachsen) mit absolut geringer Infektionsrate sollten definitiv den Weg ins Normale suchen. Dazu gehören auch Fußballspiele mit Zuschauern, wenn auch berechtigterweise vorerst mit eingeschränkter Anzahl.
Das es geht, beweist eindrucksvoll die Regionalliga.
Glück auf!

Thoralf vor 8 Wochen

Lieber Voice, in unseren Foren wird leider immer weniger über Fussball gesprochen. Ihre Frage : Was ist wichtiger - Vereinsleben oder Menschenleben? - stellt sich für viele Menschen gar nicht! Ich will hier nicht sie soziologische Keule rausholen, aber für einen sehr grossen Teil der Bevölkerung ist Vereinsleben ihr Menschenleben! Verabschieden wir uns hier einmal vom Fussball. Wie viele Sachen im gesellschaftlichen Leben funktionieren denn ohne Menschen, die in Organisationen und Vereinen tätig sind? Ehrenamt ist hier zu nennen! Es gibt auch solche, die die Türen abschliessen, Blut an den Türpfosten streichen und warten das das Böse vorüberzieht. Zu leben heisst täglich Risiken einzugehen. Das wir nicht alle schon hinweggerafft sind, hat mit Disziplin, Verantwortung und Vernunft zu tun.
Wir haben eine wunderbare Gesellschaft, weil wir auch wunderbare Mitbürger haben. Das ist die Mehrheit! Die Politik sollte sich nicht immer auf eben diese verlassen!
BWG an die Messestadt

Voice vor 8 Wochen

Lieber Hubert,
Sie sprechen mir aus dem Herzen. Wer Corona und alles damit Verbundene leugnet, ist völlig auf dem falschen Dampfer. Anerkennung an alle, die in dieser schweren Zeit dafür sorgen, dass "der Laden läuft".
Großveranstaltungen mit Zuschauern bitte nicht blind, gegen alle Vorschriften. Dazu gehört auch unser geliebter Fußball! Ob uns das gefällt oder nicht. Der Schutz von Menschenleben und vor Ansteckung ist das Allerwichtigste im Moment. Dahinter MUSS alles Andere zurück stehen.

Haben Sie ein schönes Wochenende!!

Beste Grüße aus der Messestadt!!