Podcast | Themengrätsche Fußball-Experte Sebastian Wutzler: "Zwickau würde Abstieg am härtesten treffen"

Abstiegskampf pur in der 3. Fußball-Liga! Am Mittwoch kommt es am vorletzten Spieltag zum Duell zwischen dem FSV Zwickau und dem Chemnitzer FC. Für die Zwickauer gilt: verlieren verboten. Die Chemnitzer könnten mit einem Sieg den vielleicht schon entscheidenden Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Eine spannende Konstellation, über die wir in der "Themengrätsche" sprechen – gemeinsam mit Sportjournalist Sebastian Wutzler. Was spricht für den FSV, was für den CFC im Saisonendspurt?

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Sebastian Wutzler ist nah dran an den sächsischen Drittligisten. Er berichtet quasi täglich für die "Bild" und die Deutsche Presse-Agentur über den Chemnitzer FC und den FSV Zwickau. Auch den jüngsten Last-Minute-Sieg der Zwickauer gegen Braunschweig hat er verfolgt: Dass die Mannschaft durch zwei späten Tore in der Nachspielzeit noch den Sieg gegen die Eintracht einfuhr, "wird die Zwickauer jetzt pushen", sagt Wutzler, "die sind extrem heiß gegen den CFC. Stürmer Ronny König hat mir gesagt, dass er immer noch beeindruckt ist davon".

Vorteil also FSV – doch auch den Chemnitzern werde es nicht an Motivation fehlen, glaubt Wutzler, denn auch die hatten ja ihr emotionales Erfolgserlebnis, schafften zuletzt gegen Uerdingen nach Rückstand noch ein 1:1. "Für den CFC spricht auch die ansteigende Form", sagt Sportreporter Wutzler. Auch wenn die Ergebnisse zuletzt nicht immer stimmten, "so langsam findet der CFC wieder zu seiner guten Performance vor Corona zurück."

Sportjournalist Sebastian Wutzler
Sportjournalist Sebastian Wutzler Bildrechte: imago/Picture Point

Gegensätzlich Entwicklung bei Zwickau und Chemnitz

Für die Leistungen der Himmelblauen ist Trainer Patrick Glöckner verantwortlich – "ein absoluter Glücksfall für den Verein", so Wutzler. "Glöckner hat noch einiges rausgekitzelt aus der Mannschaft, die sich unter ihm auch spielerisch weiterentwickelt hat." Glöckner hatte am zehnten Spieltag den CFC als Tabellenvorletzten übernommen.

Der FSV stand damals auf einem soliden Mittelfeldplatz, hatte also einen deutlich besseren Saisonstart. Doch dann schlitterten die Zwickauer nach und nach rein in den Drittliga-Keller. Was lief schief in dieser Saison? "Zwickau hat einfach zu viele Gegentore bekommen", analysiert Sebastian Wutzler, "man hat es nach dem Karriereende von Toni Wachsmuth dem Abgang von Antonitsch nicht geschafft eine Abwehr zusammenzustellen, die wieder ein Bollwerk ist." Offensiv sei das ordentlich, aber in der Defensive sei der FSV anfälliger.

Im Bild v.l.: Gerrit Wegkamp (9, Zwickau) und Matti Langer (29, Chemnitz) und Christopher Handke (3, Zwickau)
Im Hinrundenspiel gab es ein 2:2-Unentschieden. (Archiv) Bildrechte: imago images/Picture Point

Wutzler verspricht Tore

Wie also wird jetzt die Partie zwischen den beiden Klubs ausgehen? Wutzler sieht "keine Vorteile bei einer Mannschaft. Man kann keine Prognose abgeben. Spielerisch ist der CFC besser, mehr Erfahrung hat der FSV. Das hieße jetzt Unentschieden. Aber einen Tipp abzugeben, ist schwer. Nur so viel: Es wird nicht 0:0 ausgehen."

Eine Niederlage der Zwickauer jedenfalls würde wohl deren sicheren Abstieg bedeuten. Und dann müsste "wirtschaftlich in Zwickau auch ein kompletter Neuanfang her", sagt Wutzler, "denn kein Spieler hat einen Vertrag für die Regionalliga. Also Zwickau würde von allen ein Abstieg am härtesten treffen."

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Dieses Thema im Programm: MDR+ | "Themengrätsche" - der "Sport im Osten"-Podcast | 29. Juni 2020 | 14:30 Uhr

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