Fußball Rangnick und Dörner sehen Entwicklung im Ost-Fußball kritisch

Der DFB feiert seinen 120. Geburtstag in Leipzig. Logisch, dass da auch die Frage nach der gelungenen Fußballeinheit aufkommt. Ralf Rangnick und Dixie Dörner hatten dazu im MDR eine explizite Meinung.

Ralf Rangnick 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Di 28.01.2020 15:02Uhr 05:11 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-377282.html

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Geht man allein nach den Tabellenplätzen und den Mannschaften, die in den einzelnen Ligen spielen, kann man schon sagen, dass die Fußballeinheit gescheitert ist, sagte Dixie Dörner, 100facher DDR-Nationalspieler und aktuelles Aufsichtsratsmitglied bei der SG Dynamo Dresden im Rahmen der Feier zum 120. Geburtstag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Leipzig dem MDR.

Dörner: Viele Vereine selber schuld

Viele Vereine seien an dieser traurigen Situation selber schuld. "Man hat nicht die Aufbauarbeit geleistet, die notwendig gewesen wäre, um sich über Jahre hinweg im Profifußball halten zu können", kritsierte Dörner, der am Samstag seinen 69. Geburtstag feierte.

Rangnick kritisiert RW Erfurt

120. DFB-Geburtstag, Feierveranstaltung im DFB-Gründungshaus Büttnerstraße Leipzig
120. DFB-Geburtstag: Ralf Rangnick im Gespräch mit Dirk Thärichen und Fritz Keller. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Auch Ralf Rangnick, der aktuell als Head of Sport and Development Soccer bei Leipzigs Hauptsponsor Red Bull tätig ist, sparte nicht mit Kritik. Dass der Ostfußball Nachholbedarf habe, stimme, es bringe aber nichts, eine Ost-West-Debatte zu führen. Vielmehr sieht Rangnick die Probleme im Führungsstil.

"Es geht im Fußball darum, dass Menschen Vereine führen, die etwas vom Fach verstehen." Als konkretes Beispiel nannte er Rot-Weiß Erfurt. Der Thüringer Regionalligist hat ein zweitligataugliches Schmuckstückstadion und spielt möglicherweise bald in der Oberliga. "Das ist ein Drama. Das tut mir in der Seele weh." Die Erfurter Schieflage habe nichts mit Ost und West zu tun. Laut Rangnick gebe es in der Stadt genügend Wirtschaftsunternehmen, die die Kraft hätten, so einen Verein zu unterstützen.

Rangnick spricht von Misswirtschaft

Das Problem sei die Glaubwürdigkeit. "Wenn ich ein Wirtschaftsunternehmen in Erfurt wäre und mir anschauen würde, was da in den letzten Jahren für Misswirtschaft betrieben wurde, dann würde ich wahrscheinlich auch dreimal überlegen, ob ich diesen Verein unterstützen würde", erklärte Rangnick im MDR. Grundsätzlich sehe er vom Potential in Erfurt genauso viele Möglichkeiten wie es sie in Leipzig gab, "aber es müssen sich eben Leute finden, die so einen Verein führen, übernehmen und wissen, wie so etwas geht."

Erfurt kämpft ums Überleben

Auch wenn es beim FC Rot-Weiß Erfurt wieder ein klein wenig Hoffnung gibt, glauben die Spieler wohl nicht mehr an die Rettung. Am Montag schloss sich Rico Gladrow Energie Cottbus an, einen Tag später gab Morton Rüdiger seinen Abschied nach Lübeck bekannt. RWE-Trainer Robin Krüger erklärte, dass die Mannschaft am Samstag gegen den FC Energie Cottbus (16 Uhr, live im MDR-Fernsehen und auf sport-im-osten.de) nur antreten wird, wenn die Gehälter bis dahin gezahlt sind, sagte er in der TLZ.

sst

Informationen zur Feier zum 120. DFB-Geburtstag

Dieses Thema im Programm: MDR+ | Talk zum 120. Geburtstag des DFB | 28. Januar 2020 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2020, 10:49 Uhr

9 Kommentare

sieg55-steff54 vor 10 Wochen

Es zählt nur Geld,da braucht nur jeder Einzelne sich selbst zu betrachten.Menschlichkeit ist schon lange zur Scheinheiligkeit verkommen, da wird sich immer hinter das Wort Demokratie versteckt,von Ausnahmen abgesehen.

Seniorfan vor 10 Wochen

Selbstdarstellung und leeres Gefäßel. Der Ostfussbal wird auch in den nächsten 30 Jahren keine Chance bekommen. Solange die Westvereine (3.Liga) weiter ungestraft Schuldenberge anhäufen dürfen und die Spielergehaelter in die Höhe treiben werden noch mehr Insolvenzen folgen. Neben dem Financial-Fairplay-Topf sollten Sanktionen für solche Machenschaften eingeführt werden. Ein Thema ist auch die am Einfluss der West und Südwestvereine gescheiterte Reform der 4. Liga. Hier sieht mann woher der Wind weht!!! Von Herrn Keller hätte ich mehr erwartet. Ich halte auf, es reicht😫


Kimme1966 vor 10 Wochen

Schätze mal, der Schreiber Emigrant hier ist Rangnick selbst und HOFFE mal, dass den im Fußball-Osten (außer sicher bei der RB-Gemeinde) mit seinem Selbst-Schuld-Gefasel keiner ernst nimmt.