Basketball und Handball | Bundesliga Nach 2G-Einführung: Niners nicht als "Prellbock" - SC DHfK für Tests statt 2G

Die sächsischen Hallen-Bundesligisten Niners Chemnitz und SC DHfK Leipzig stellen sich auf die neue 2G-Regel in Sachsen ein. Beide gehen "2G" pragmatisch an. Bestärkt von Experten, sieht der SC DHfK allerdings noch Verbesserungsbedarf.

Die Bundesligisten Niners Chemnitz und SC DHfK Leipzig haben bei einer Pressekonferenz des "Teamsport Sachsen" in Chemnitz auf die neue sächsische 2G-Regelung reagiert. Seit Montag (08.11.2021) gilt aufgrund der erhöhten Inzidenzzahlen im Freistaat eine verschärfte Corona-Verordnung, nach der nur noch Geimpfte und Genesene, zu den Bundesliga-Partien dürfen. Zudem wird die Auslastung auf 50 Prozent der Hallenkapazität begrenzt. "Teamsport Sachsen" ist ein Verbund von 22 sächsischen Spitzensportvereinen.

Viele Fans in einem Stadion. 1 min
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"Haben beim Basketball eine sehr hohe 2G-Quote"

NINERS-Geschäftsführers Steffen Herhold
Niners-Geschäftsführer Steffen Herhold Bildrechte: NINERS Chemnitz GmbH

Steffen Herhold, der Geschäftsführer von Basketball-Bundesligist Niners, sieht es zunächst einmal unpolitisch: "Wir gehen da als Verein nicht so tief rein, wir möchten da auch nicht zum falschen Prellbock werden." Es gelte sich an die neue Verordnungslage zu halten. Wie viele Zuschauer nun nicht kommen, kann er noch nicht sagen, man versuche "in Einzelgesprächen die Situation zu klären". Grundsätzlich sei man beim Basketball aber "sehr positiv gestimmt. Wir haben da eine sehr hohe 2G-Quote", berichet Herhold. Die Basketball-Bundesliga BBL hatte "fast 100 Prozent Impfquote bei den Spielern" gemeldet. Angesichts einer Hallenkapazität von 12.000 konnten die Niners die Zuschauerzahlen schon zuvor povisorisch reduzieren, auf 4.800. So viele sind auch am Sonntag (14.11.2021) im Pokal gegen Bayern München erlaubt. Herhold ist zuversichtlich, dass man diese Anzahl auch beibehalten kann.

SC DHfK für Tests statt 2G

SC DHfK Leipzig: Geschäftsführer Karsten Günther
Karsten Günther Bildrechte: imago images / opokupix

Auch beim Handball kommt die Liga nach Einschätzung von Geschäftsführer Frank Bohmann auf eine "Impfquote bei den Aktiven von mindestens 95 Prozent". Karsten Günther, Geschäftsführer von Handball-Erstligist SC DHfK Leipzig und Sprecher von "Teamsport Sachsen, berichtet von Gesprächen im Vorfeld der neuen Verordnung mit der Landesregierung. So habe man das flächendeckende Training im Kinder- und Jugendsport erhalten können. Den 2G-Status sieht er kritisch: "Wir tragen die 2G-Regel mit, wir sind aber weiterhin der Meinung, dass Tests für alle Zuschauer das viel sicherere Instrumentarium ist, wenn man Ansteckungen vermeiden will."

Günther auf der Seite von Virologen-Duo

Jonas Schmidt-Chanasit
Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit Bildrechte: imago images / teutopress

Zuletzt hatten sich Sachsens Ministerpräsident Kretschmer (CDU), Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU) und der Gesundheitspolitiker Lauterbach (SPD) für 2G ausgesprochen. Auch Virologe Hendrik Streeck (Bonn) sieht die 2G-Regel bei Veranstaltungen skeptisch. "Die Geimpften haben das Gefühl, sie sind nicht mehr Teil der Pandemie und verhalten sich auch entsprechend risikoreich", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Sein Kollege Jonas Schmidt-Chanasit (Hamburg) sprach bei der 2G-Regel von einer "Scheinsicherheit". Im "Deutschlandfunk sagte er: "Auch Geimpfte könnten sich infizieren und das Virus übertragen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit geringer sei. Wenn man wirklich Sicherheit wolle, helfe nur 1G weiter – also alle zu testen, egal ob geimpft, ungeimpft oder genesen."

SC-DHfK-Chef appelliert an die Heimfans

SC-DHfK-Profi Lucas Krzikalla bei seinem Covid-Impftermin (mi.). Mit dabei: Geschäftsführer Karsten Günther.
Karsten Günther (re.) bei einem Impftermin mit Rechtsaußen Lucas Krzikalla (3. v. re.) Bildrechte: SC DHfK Leipzig

Sauer stößt Karsten Günther die Begrenzung der Zuschauer auf. Noch sei das bei 5.000, die am Donnerstag (11.11.2021) gegen Hannover und am Sonntag gegen Wetzlar kommen dürfen, kein Problem: "Ganz so viele werden da ohnehin nicht kommen." Aber langfristig verursache diese 50-Prozent-Regelung "irreparable wirtschafliche Schäden". Schon jetzt müsse der SC DHfK die Hälfte der Dauerkarten zurückgeben: "Das ist völlig unsinnig", findet der Leipziger. Da könnte man mit einer Maske den gleichen Effekt erzielen. Allerdings appelliert er auch an die Anhänger, sich impfen zu lassen: "Es wird unsere Fans ein Stück weit treffen, nämlich die, die noch keine Impfung haben. Denen möchte ich noch einmal zurufen: 'Leute, bitte jetzt noch einmal darüber nachdenken ... und gegebenfalls auch nachjustieren, damit wir uns alle bald wieder sehen, und vor allem damit wir diese Pandemie bald wieder in den Griff kriegen."

Mehr als 250 Millionen Fälle weltweit

Nach den neuesten Daten der John-Hopkins-Universität in Baltimore (USA) ist die Zahl der weltweiten Coronavirus-Infektionen auf mehr als 250 Millionen gestiegen. Mehr als fünf Millionen Todesfälle wurden bislang gemeldet.

cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 08. November 2021 | 19:30 Uhr

1 Kommentar

mitch vor 9 Wochen

Die Angaben zur Kapazität der Spielstätte der Basketballer ist so ja nicht richtig. 12.000 Zuschauer passen in die Halle nur bei Konzerten mit ausschliesslich Stehplätzen. Die Sitzplatzkapazität bei Basketballspielen liegt bei knapp 5.000 Zuschauern. Noch vor kurzen haben die Niners deswegen freifillig auf das 3G+ Modell mit PCR Test umgestellt, damit sie die Kapazität nicht auf knapp 2.500 beschränken müssen. Und jetzt mit der neuen, strengeren Verordnung gilt auf einmal nicht mehr die vorher relevante Kapazität? Das klingt eher nach einem Schlaumeiertrick. Was man dabei aber nicht beachtet hat, die Coronaverordnung schreibt auch ein "Abstandsgebot" bei der Ticketvergabe vor. Wie will man das einhalten, wenn man jetzt trotzdem alle verfügbaren Sitzplätze zum Kauf anbietet? Bin gespannt, ob das so durchgeht.