Volleyball | Bundesliga Dresdner SC kann Meistertraum perfekt machen

Showdown um die Volleyballkrone: Nach vier dramatischen Spielen steht es zwischen dem Dresdner SC und dem MTV Stuttgart 2:2. Am Samstag fällt die Entscheidung. "Sport im Osten" ist live am Ball.

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Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Die Lage stellte sich schon als aussichtslos dar. Die Volleyballerinnen des Dresdner SC hatten gerade das zweite Spiel um die Meisterschaft beim MTV Stuttgart verloren, lagen in der "Best-of-five"-Serie 0:2 zurück und standen mit einem Bein vor dem Aus. Kritik oder böse Worte von Chef-Trainer Alexander Waibl? Pustekuchen! Der Trainerfuchs wusste genau, was in seiner Mannschaft steckt, kitzelte Glaube, Hoffnung und Selbstvertrauen heraus.

Die beiden weiteren Spiele waren wieder Krimis, doch diesmal mit dem besseren Ende für die Dresdnerinnnen. Ausgleich: 2:2. Die Meisterschaft wird nun am Samstag (ab 14 Uhr in voller Länge im Audiostream in der SpiO-App) im letzten und entscheidenden fünften Spiel entschieden. Der DSC hat Heimrecht.

Waibl - Motivator und Hellseher

Trainer Alexander Waibl (Dresdner SC)
Trainer Alexander Waibl schreit seine Freude heraus. Bildrechte: IMAGO / Pressefoto Baumann

Wenn es erst einmal mit einem Sieg geklappt hat, "kommen wir in einen Flow und für Stuttgart wird es schwer, uns zu stoppen", hatte Waibl nach den ersten beiden verlorenen Spielen im Talk bei "Sport im Osten" prophezeit. Der Hellseher sollte recht behalten. In den beiden folgenden Duellen war seine Mannschaft in den entscheidenden Momenten nervenstark.

Waibl: "Tie-Break war nicht nötig"

Allerdings schmeckte dem gebürtigen Stuttgarter, der seit zwölf Jahren in Dresden lebt und arbeitet, der letzte Auftritt am Mittwoch in Stuttgart nicht. Nach einer 2:0-Satzführung verspielte der DSC im dritten Durchgang einen satten Vorsprung (14:10) und damit auch den schnellen Sieg. Wie schon in den beiden Spielen zuvor, musste wieder der Tie-Break entscheiden. Der DSC versemmelte drei Matchbälle, der vierte zum 15:13 saß aber. Waibl ärgerte sich dennoch: "Es war nicht nötig, in den Tiebreak zu gehen. Im dritten Satz musst du das Ding zumachen. Das war nicht gut."

Erfolgsrezept: Nachwuchs

Bemerkenswert ist das Nervenkostüm der Elbestädterinnen dennoch. Im Durchschnitt ist die Mannschaft erst 22,5 Jahre alt, fünf Spielerinnen sind nach der Jahrtausendwende geboren, einige gehen noch zur Schule.

Der Verein setzt seit Jahren bewusst und erfolgreich auf den Nachwuchs. Die Suche nach Talenten beginnt schon in den Grundschulen. Die interessierten Mädchen werden so früh an den Verein gebunden und im Landes- und Bundesstützpunkt weiter gefördert. In dieser Saison schaffte Lina-Marie Lieb den Sprung in den Bundesligakader.

Zudem ist der Verein bestrebt, den eigenen Talenten langfristige Verträge anzubieten. Das Konzept zahlt sich aus: Ein Europapokalsieg, fünf Meistertitel und sechs Pokalsiege sprangen für die Dresdnerinnen, die seit 1997 in der Bundesliga spielen, bisher heraus. Der Traum vom sechsten Meistertitel lebt und könnte sich am Samstag erfüllen.

Druck bei Stuttgart größer

Dabei ist der Druck auf Seiten der Gäste größer. Der MTV Stuttgart hatte die Hand quasi schon an der Meisterschale - und beginnt am Samstag nun also bei "Null". Dazu bangt der Verein um Starspielerinen Krystal Rivers, die am Mittwoch völlig überraschend wegen gesundheitlicher Probleme nicht auf der Platte stand. "Was genau sie hat, darüber möchte ich im Moment nichts sagen", sagte Kim Renkema, Sportdirektorin von Allianz MTV Stuttgart und schob geknickt hinterher: "Sie ist nicht zu ersetzen." Ob die Amerikanerin am Samstag zurückkehrt, ist ungewiss.

von links: Michaela Mlejnkova / Maria Segura Palleres / Athina Papafotiou ( Stuttgart )
Pure Enttäuschung: Michaela Mlejnkova / Maria Segura Palleres und Athina Papafotiou nach dem verlorenen Spiel am Mittwoch. Bildrechte: IMAGO / Pressefoto Baumann

5. Endspiel live in der SpiO-App hören!

In der Sport-im-Osten-App hören Sie das Spiel in voller Länge. Außerdem gibt's von dem entscheidenden Duell um die Meisterschaft einen Live-Ticker.

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Alexander Waibl Dresdner SC 1 min
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Der Dresdner SC steht in der Finalserie um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft mit dem Rücken zur Wand. Trainer Alexander Waibl bleibt aber Optimist.

Do 15.04.2021 14:56Uhr 00:33 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-alexander-waibl-dsc-zur-niederlage-100.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 23. April 2021 | 16:00 Uhr

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