Beachvolleyball Leipziger Beach-Duo stößt in deutsche Spitze vor

Jannik Kühlborn und Felix Glücklederer haben nicht nur ihren Traum von der Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften verwirklicht, sondern durch regelmäßige Podiumsplatzierungen 2019 auf der deutschen Tour für Aufsehen gesorgt. Als Basis dient dabei mit BeachL der aktuell größte, reine Beachvolleyball-Verein in Deutschland, für den das Duo aufläuft. Zudem bieten sich durch die Errichtung eines neuen Beachvolleyball-Areals in Leipzig ab 2020 noch bessere Trainingsmöglichkeiten.

Felix Gluecklederer (Strandathleten-BeachL), Jannik Kuehlborn (Strandathleten-BeachL)
Felix Glücklederer (li.) und Jannik Kühlborn haben sich in der deutschen Beachvolleyball-Spitze etabliert. Bildrechte: IMAGO

Rang acht in Deutschland

Gestartet mit dem Ziel, sich einen Platz unter den besten 16 deutschen Teams zu sichern, sind Jannik Kühlborn (26) und Felix Glücklederer (30) die Beachvolleyball-Saison 2019 angetreten. Neben Turniersiegen in Aschersleben, Gera und Kiel sorgten für allem die Podiumsplatzierungen auf der deutschen Tour in St. Peter-Ording und Fehmarn für Aufsehen. Auch der vierte Rang in Kühlungsborn unterstrich die Klasse des Duos, das 2019 den Sprung in die Top-Acht der Abschlussrangliste geschafft hat.

Kühlborn, der als zweitbester Blockspieler der Tour ausgezeichnet wurde, sagte MDR.DE: "Wir haben vor dem ersten Turnier an der Küste drei Wochen auf Prerow trainiert und uns dort den Feinschliff geholt". Mit dabei waren zweitweise u.a. der gebürtige Leipziger und World-Tour-Akteur Max Betzien sowie Ex-Hallen-Nationalspieler Philipp Collin. Mit Erfolg: Vor allem mit herausragenden Quoten im Angriff aus der eigenen Annahme, dem "Sideout" sowie mit einer ausgezeichneten Teamchemie, machte sich das Duo einen Namen in der deutschen Beach-Szene.

Zum Saisonabschluss, den Deutschen Meisterschaften am Timmendorfer Strand, verpassten Glücklederer/Kühlborn durch ein 17:19 im Tie-Break gegen die Studenten-Weltmeister von 2018, Dan John und Eric Stadie (Tübingen/Berlin), den Sprung ins Viertelfinale und Rang sieben in der DVV-Rangliste nur denkbar knapp. Dennoch zieht das Duo der Strandathleten BeachL ein durchweg positives Fazit: "Diese Niederlage war im ersten Moment ärgerlich. Aber wir haben uns auf der Tour etabliert und können stolz sein", so der 2,02 Meter große Blockspezialist.

Ziel 2020: Finaleinzug

Beachvolley
Kühlborn (re.) im Angriff gegen das Team John/Stadie auf Fehmarn Bildrechte: Detlef Gottwald Fotografie

Nach dieser erfolgreichen Premierenspielzeit wird das Leipziger Duo auch die Strände 2020 umpflügen. Da vom erspielten Preisgeld der Lebensunterhalt nicht möglich ist, steht bei beiden parallel der Beruf (Glücklederer) bzw. der Abschluss des Masterstudiums (Kühlborn) im Fokus. Die sportlichen Ziele sind dennoch bereits fix. Angepeilt wird "ein Finaleinzug auf der deutschen Tour sowie die Bestätigung der Leistungen aus diesem Jahr". Die Fans dürfen sich also weiterhin auf hochklassigen Beachvolleyball aus Mitteldeutschland freuen.

Dabei können sich die Leipziger auf eine breite Unterstützung verlassen. Sofern möglich war Lena Wilke mit an Bord, Freundin von Abwehrspieler Glücklederer, die ebenfalls für BeachL auf Punktejagd geht. "Großen Dank an unsere Unterstützer, Partnerinnen, Familien und Fans, die die weiten Reisen auf sich genommen haben. Auch direkt nach den Turnieren erreichten uns unzählige Meldungen mit Glückwünschen", ergänzte Kühlborn.

"Sunlight" als neues Beachvolleyball-Areal in Leipzig

Um auch in Zukunft Erfolge auf hohem Niveau einfahren zu können, bedarf es kontinuierlichen Trainings. Beste Bedingungen dafür soll eine neues Beachvolleyball-Areal in Leipzig bieten. Ab April 2020 werden die Bälle im Stadteil Großzschocher über die Netze fliegen. Aktuell laufen die Planungen für das Außenareal namens "Sunlight" mit acht Spielfeldern sowie weiteren Attraktionen wie einem Aufenthaltsbereich und Kinderspielplatz auf Hochtouren. Je nach Bewilligung der Förderanträge bei Stadt und Land soll zudem die Errichtung einer Beachvolleyball-Halle auch im Winter für optimale Trainingsbedingungen sorgen.

BeachL: Größter reiner Beachvolleyballverein Deutschlands als Basis

Organisiert wird dieses Projekt von BeachL. 2015 von sieben Mitgliedern gegründet, zählt der Verein derzeit bereits 360 Mitglieder. Dessen stellvertretender Vorstandsvorsitzender Robert Brandenburg sagte auf MDR-Anfrage: "Wir sind damit der größte reine Beachvolleyballverein in Deutschland. Ab Sommer 2020 wollen wir zudem verstärkt Nachwuchs-Training anbieten und Jugendlichen die Möglichkeit geben, speziell Beachvolleyball zu trainieren."

Passend: Im Trainerteam bei BeachL sind Jannik Kühlborn und Felix Glücklederer tätig, sodass sich nicht nur Jugendliche, sondern auch Hobby-Sportler Tipps und Tricks von den Profis einholen können. Perspektivisch wird weiterhin die Eingliederung von Frauen-Teams in die Leistungssportabteilung des Vereins, den Strandathleten, anvisiert. Das beste mitteldeutsche Frauen-Duo, Sandra Peter (32) und Silvia Sperl (28) läuft aktuell für die Neuseenland-Volleys Markkleeberg auf und spielte sich auf Rang 23 der deutschen Rangliste.

Ein Volleyball liegt im Sand.
Acht Spielfelder im Außenbereich sowie womöglich eine neue Beachhalle - je nach Ausgang der Bewilligung der Förderanträge - sollen in Leipzig ab April 2020 für beste Bedingungen sorgen. Bildrechte: imago/HochZwei

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