Jonas Kronseder (Schwarz-Weiß Erfurt, Trainer)
Bildrechte: imago/foto2press

Volleyball | Bundesliga Schwarz-Weiß Erfurt: Zielstellung Klassenerhalt

Mit kleinem Kader, schmalem Etat und einem jungen Trainer geht Schwarz-Weiß Erfurt in die dritte Erstliga-Saison. Und diesmal soll der Klassenerhalt auch sportlich geschafft werden. Für Coach Jonas Kronseder ist es das zweite Jahr bei den Thüringern. Sport im Osten sprach vor dem Saisonstart mit dem 30-Jährigen.

Jonas Kronseder (Schwarz-Weiß Erfurt, Trainer)
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Schwarz-Weiß Erfurt spielt ist im dritten Jahr im Volleyball-Oberhaus. Zweimal reichte es nur zum Klassenerhalt, weil aus der zweiten Liga kein Team nachrückte. Warum schafft es Erfurt diesmal auch sportlich, de Klasse zu halten?

Jonas Kronseder: "Der Unterschied zum letzten Jahr ist, dass wir früher auf potentielle neue Spielerinnen zugegangen sind. Als ich Anfang Juni 2017 kam, war es deutlich schwerer, noch Spielerinnen zu finden. Da haben wir gelernt, wir konnten eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen. Das war ein Schritt nach vorn."

Mit einem geplanten Etat von 600.000 Euro sind auch in dieser Saison keine großen Sprünge möglich. Wie zufrieden sind Sie angesichts der begrenzten finanziellen Möglichkeiten mit den Neuzugängen?

"Ich bin sehr zufrieden. Ich habe viele Telefonate geführt, konnte eine homogene Truppe zusammenstellen. Wir haben zwei erfahrene Spielerinnen geholt, bei den jüngeren müssen wir Geduld haben.  Die 30-Jährigen musst du nur fit halten, die Jungen müssen hart an ihrer Entwicklung arbeiten. Es passt alles, die Einstellung, die Harmonie und der Wille."

Noora Kosonen, finnische Nationalspielerin fällt mit einem Kreuzbandriss für die gesamte Spielzeit aus. Konnte für sie ein Ersatz gefunden werden?

"Wir müssen und wir suchen. Wir durchkämen bereits den Markt. Wir haben einen Kader von zehn Spielerinnen, und auf der Außenangreiferposition haben wir jetzt nur zwei Spielerinnen. Der Druck steigt, wir müssen reagieren. Das Risiko ist zu groß, auch, dass sich die verbleibenden Spielerinnen verletzen. Könnten. Nächste Woche werden wir hier 2-3 Spielerinnen begrüßen. Ich habe mir auf Videos angeschaut, wer mich überzeugt. Es wird aber definitiv eine ausländische Spielerin."

Sindy Lenz
Junges talent in Erfurt: Sindy Lenz Bildrechte: imago/Gerhard König

Diesmal wurde in der Vorbereitung sechs Tage in der Woche trainiert. Spürt man da schon Verbesserungen im Vergleich zu den letzten Spielzeiten?

"Das stimmt. Wir haben Montag bis Freitag zweimal täglich trainiert und auch am Samstag. Es waren mehr Einheiten, wir haben mehr trainiert. Diese Woche haben wir die Belastung runtergefahren. Viele waren platt. Aber wir sehen schon, dass das Athletiktraining Früchte trägt. Jetzt müssen wir es nur noch auf das Feld bringen."

Das Auftaktprogramm mit den Heimspielen gegen Aachen und VCO Berlin könnte für gute Stimmung sorgen. Sind da zwei Siege Pflicht?

"Ein Sieg ist Pflicht. Gegen den VCO Berlin. Aachen kann man nicht so gut einschätzen. Die haben viele neue Spielerinnen, sind aber dennoch Favorit. Mit einem Sieg wären wir im Soll. Jeder Satzgewinn gegen Aachen ist ein Plus. Wer weiß, am Ende entscheidet in der Tabelle vielleicht ein gewonnener Satz. Unser Ziel ist aber natürlich, dass wir beide Spiele gewinnen."

Auf welches Spiel freuen Sie sich besonders? Das Thüringenderby gegen Suhl?

"Das Derby ist immer was Besonderes. Ich freue mich aber auch auf Neuling Straubing. Und auf das Spiel in Aachen, da ist die Atmosphäre toll, es gibt ein total faires Publikum. Da gibt es Anerkennung und Respekt auch für den Gegner."

In Dresden ist auch eine große Kulisse, dort herrscht aber eine andere Fankultur.

Wen erwarten sie im Kampf gegen den Abstieg als direkte Konkurrenten?

"Straubing als Aufsteiger und wir. Bei Suhl ist es unsicher, die haben sich verstärkt. Dort ist die Frage, ob sie das halten können. Wiesbaden und Münster schätze ich diese Saison auch nicht so stark ein. Die unteren Teams sind insgesamt näher zusammen gerückt. Vermutlich, genau kann man das nur schwer vorhersagen."

Wer sind die Topfavoriten? Wer wird sich den Titel schnappen?

"Dresden ist für mich der Meisterschaftskandidat Nummer eins. Schwerin und Stuttgart gehören vom Etat her auch mit dazu, aber Dresden wir es diesmal machen."

Das Interview führte Ronny Eichhorn

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 31. Oktober 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Oktober 2018, 17:32 Uhr

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Neuzugänge bei Schwarz-Weiß Erfurt

Neuzugänge bei Schwarz-Weiß Erfurt

Noora Kosonen - Außenangreiferin
Carly Kann - Libera
Canace Finley - Diagonalangreiferin
Sabrina Krause - Mittelblock
Sindy Lenz -  Außenangreiferin
Clarisa Sagardia - Zuspielerin