Volleyball | 2. Bundesliga So kommt die 2. Volleyball-Bundesliga durch die Corona-Zeit

Geisterspiele, verpflichtende Corona-Tests und Trainingsbetrieb mit strengen Hygienevorschriften: Die 2. Bundesliga im Volleyball der Frauen und Männer darf zwar im "Lockdown light" trainieren und spielen, steht aber dennoch vor großen Herausforderungen.

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Hinter Volleyball-Zweitligist GSVE Delitzsch liegen harte Tage. Zwei Wochen durfte die Mannschaft nicht trainieren, erst seit Donnerstag (19.11.2020) fliegen die Bälle wieder über das Netz. Schon zwei Tage später ist die Mannschaft  gegen den TV Bliesen gefordert. Es wird der Auftakt von Hammerwochen: Delitzsch hat fünf Spiele weniger absolviert als einige Konkurrenten.  

Während die Delitzscher vom Gesundheitsamt in eine Zwangspause geschickt wurden, konnten die anderen mitteldeutschen Vereine der 2. Bundesliga auch unter den neuen Corona-Verordnungen trainieren und spielen. Die Schatzmeisterin vom VC Gotha, Gabi Fischer, erklärte auf "Sport im Osten"-Anfrage: "Wir hatten das Glück in Thüringen, dass das Land den Sportlern sehr offen gegenüber stand. Wir durften schnell wieder normal trainieren und spielen."

Höhere Ausgaben durch verpflichtende Corona-Tests

Dass die Spiele der 2. Bundesliga überhaupt stattfinden können, liegt unter anderem an den Hygienekonzepten der einzelnen Vereine und den Vorgaben der Liga. Vor jedem Spieltag müssen sich die Mannschaften Corona-Tests unterziehen und diese auch selbst bereitstellen und bezahlen. Für alle bedeutet das zusätzliche finanzielle Belastungen.

Der Delitzscher-Trainer Frank Pietzonka sieht in der Beschaffung und Bezahlung der Corona-Tests erhebliche Probleme. Sportdirektor Sven Dörendahl vom VC Dresden ist etwas entspannter: "Besonders schön ist die aktuelle Situation nicht, für keinen Verein in der Liga. Sollten die Fallzahlen allerdings in die aktuellen Höhen steigen, hatten alle Vereine vor der Saison mehrheitlich abgestimmt, dass verpflichtende Tests vor den Spielen stattfinden. Natürlich bringt das neue finanzielle Belastungen mit sich, mit denen wir alle zu kämpfen haben“. Auch Ulf Kaminski, Vorsitzender des VCO Dresden, bestätigte den höheren Aufwand und die Belastung durch solche Tests. Sein Verein könne sich allerdings auch auf gute Kooperationen mit Partnern und Sponsoren verlassen, die viele Dinge bereitstellen würden. Die Verantwortlichen vom VC Bitterfeld-Wolfen sehen es ähnlich. Ihre zusätzlichen Kosten werden sich voraussichtlich auf 2.000 bis 4.000 Euro für die ganze Saison belaufen.

Corona-Testkapazitäten noch nicht ausgereizt

Eine Baustelle sind zudem vorrätige Corona-Tests. Vereine befürchten Lieferengpässe, Bitterfeld-Wolfen hat den Engpass schon zu spüren bekommen, erhielt aber unkompliziert Hilfe von der Volleyball-Bundesliga (VBL).  

Geisterspiele verkraftbar?

Geisterspiele sind dagegen für die mitteldeutschen Zweitligisten zumindest vorübergehend kein Problem. Der VC Gotha bekomme Unterstützung vom Land Thüringen. Der VCO Dresden generiere die "Einnahmen nicht durch Eintrittsgelder, sondern durch Sponsoren und Förderanträge". Bitterfeld-Wolfen streamt seine Heimspiele und bringt so die Zuschauer zumindest virtuell in den Genuss von Spielen.  

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 22. November 2020 | 19:00 Uhr

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