Volleyball | Bundesliga DSC-Coach Waibl will mit jungem Team an alte Erfolge anknüpfen

Während die Volleyball-Bundesliga (VBL) pausiert, basteln die Klubs im Hintergrund bereits fleißig an ihren Kadern für die kommende Saison – so auch der Dresdner SC. Im "SpiO"-Talk sprachen wir mit Cheftrainer Alexander Waibl über die derzeitigen Planungen sowie seine Zukunft beim DSC. Sein Ziel: Weiterhin eins der der erfolgreichsten VBL-Teams zu bleiben.

Der Abbruch der Volleyball-Saison Mitte März infolge der Corona-Krise hat auch beim Dresdner SC reichlich personelle Konsequenzen nach sich gezogen. Aufgrund der verschärften Einreisebeschränkungen mussten die Kontrakte mit sechs Spielerinnen vorzeitig aufgelöst werden. Zudem beendete Aushängeschild und Identifikationsfigur Mareen von Römer nach mehr als 400 Spielen für den DSC ihre Karriere.

Stanford-Trio für den DSC

Kein Wunder, dass sich der amtierende DVV-Pokalsieger in den letzten Wochen bereits namhaft verstärkt hat. Neben Jennifer Geerties und Maja Storck nahm der DSC auch Morgan Hentz, Jenna Gray und Audriana Fitzmorris von der kalifornischen Stanford University unter Vertrag. Der Transfer von Fitzmorris wurde erst vor wenigen Stunden verkündet. Zudem statteten die Elbestädter auch Nachwuchstalent Sarah Straube mit einem Vertrag für die kommenden drei Jahre aus.

Langfristiger Aufbauplan für Straube

Gemeinsam mit Gray soll Straube in Zukunft die Regie im Spiel der Dresdnerinnen übernehmen, wie Trainer Alexander Waibl im "SpiO"-Talk am Montag (8. Juni) berichtete: "Wir setzen zum einen auf unser Nachwuchstalent Sarah Straube. Gray hatte ich schon seit einigen Jahren im Auge – eine tolle Athletin. Die Fans können sich auf unser neues Zuspiel-Duo freuen."

Dabei soll vor allem Youngster Straube behutsam ans Team geführt werden. Man plane für die 17-Jährige einen langfristigen Aufbau, so Waibl. Schließlich müsse Straube noch zwei Jahre die Schulbank drücken. "Wir wollen ihr nicht allzu viele permanente Forderungen auferlegen, sondern sie langsam entwickeln", betonte der 52-Jährige.

Titeljagd soll fortgesetzt werden

Rein sportlich sieht der gebürtige Stuttgarter sein Team für die kommende Spielzeit gut aufgestellt. Man brauche sich vor niemanden zu verstecken: "Wir als junge Mannschaft werden auch in der nächsten Saison wieder Chancen haben, um Titel zu spielen. Wir wollen einer der erfolgreichsten VBL-Teams bleiben."

Dementsprechend wehmütig blickte Waibl auch auf den zwangsbedingten Abbruch der aktuellen Spielzeit zurück. Schließlich hätte man "noch die Möglichkeit gehabt, um die Meisterschaft mitzureden." Umso mehr überwiegt die Freude über den sechsten Pokaltriumph, "ein Sieg für die Ewigkeit", schwärmte der DSC-Coach.

"Im Fußball ziehen die Trainer direkt ins Hotel"

Waibl selbst will seine mittlerweile seit 12 Jahren andauernde Erfolgsgeschichte mit dem fünfmaligen Deutschen Meister fortsetzen: "Ich bin seit 30 Jahren Trainer, schaue gerne über den Tellerrand – das wird auch hier geschätzt. Es gibt für mich wenig Gründe, Dresden zu verlassen." Das sich immer stärker drehende Personalkarussell in anderen Sportarten sieht er dagegen zunehmend kritischer: "Im Fußball suchen sich die Trainer kaum noch Wohnungen, sondern ziehen direkt ins Hotel. Das ist nicht das, was ich mir unter leistungssportlichem Arbeiten vorstelle."

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jsc

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