Volleyball | Bundesliga DSC-Urgestein von Römer: "Corona hat uns das Brett vor den Kopf gehauen"

Sie war das Aushängeschild des Dresdner SC: Mareen von Römer. Nach 22 Jahren Volleyball und mehr als 400 Spielen für ihren Heimatklub beendet die talentierte Zuspielern nun ihre Laufbahn. Im "SpiO-Talk" berichtete sie über ihre Beweggründe sowie ihre weiteren Pläne.

Dresdner SC, Mareen von Römer
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Es ist noch gar nicht lange her, da sah die Volleyball-Welt bei Mareen von Römer (früher Apitz) und dem Dresdner SC noch ganz anders aus: In einem packenden Viertelfinal-Rückspiel im Challenge Cup gegen den griechischen Vertreter AO Thiras Santorini gewann der DSC Anfang März im entscheidenden Golden Set und machte den Einzug ins Halbfinale perfekt.

"Corona hat sein Übriges getan"

Wohl kaum jemand vermutete zum damaligen Zeitpunkt, dass dies von Römers letzter großer Auftritt werden sollte. Denn mit der Corona-Krise kam auch der Volleyball zum Stillstand – gleichbedeutend mit dem Entschluss der Dresdner Identifikationsfigur, ihre Karriere zu beenden.

Volleyballerin Mareen von Römer im SpiO-Webtalk 18 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR+ Di 19.05.2020 14:30Uhr 18:00 min

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"Es war ein längerer Prozess. Vor allem nachdem ich krankheitsbedingt länger ausgefallen bin. Da rattert es schon im Kopf", berichtete von Römer im "SpiO"-Talk am Dienstag (19. Mai): "Dann habe ich mich wieder zurückgekämpft. Corona hat dann sein Übriges getan und uns das Brett vor den Kopf gehauen." Die Entscheidung der Volleyball-Bundesliga (VBL), die Saison vorzeitig abzubrechen, habe ihren Entschluss dann erleichtert.

Von Römer prägte eine Ära beim DSC

Mit Ausnahme zweier einjähriger Intermezzi im Ausland hat die gebürtige Elbestädterin ihrem Heimatverein stets die Treue gehalten – trotz zahlreicher Angebote namhafter Bundeliga-Konkurrenz. "Wenn du mit elf Jahre anfängst zu spielen, wächst du mit dem Sport, der Stadt und dem Verein auf. Ich hatte immer einen Bezug zu meiner Heimat. Deshalb hat mich nie ein anderes Angebot aus Deutschland gereizt", erklärte die 145-malige deutsche Nationalspielerin.

v.l.: Rene Hecht DVV-Präsident übergibt an Lena Stigrot, Lenka Dürr und Mareen von Römer, alle Dresden, den Pokal, Siegerehrung, der Dresdner SC ist Pokalsieger 2020
Sensation im vergangenen Februar: Mareen von Römer (re.) stemmt mit Lenka Dürr den DVV-Pokal. Bildrechte: imago images/Hentschel

So prägte von Römer beim DSC eine Ära, gewann zwei Meistertitel, feierte 2010 den Gewinn des europäischen Challenge Cups und holte drei Pokalsiege. Eigentlich also alles erreicht, oder? "Ich hätte gerne noch das Double nach Dresden geholt. Das stand schon noch auf meiner Agenda", so die ehemalige Regisseurin: "Keiner weiß aber, wie es ausgegangen wäre. Von daher ist ein Spiel auf internationaler Ebene, das im Golden Set entschieden wird, ein guter Abgang."

Trainerjob? Nein, danke!

Das sehen mit Sicherheit auch die vielen Fans der 33-Jährigen so – die zahlreichen Lobeshymnen der letzten Tagen schmeicheln ihr sehr. "Ich bin froh, wenn ich meinen Anteil an der DSC-Geschichte mitschreiben konnte. Für mich ist er Heimatverein und Stolz in einem. Es reicht nun aber auch mit den Lobeshymnen", sagt von Römer lachend.

Wie es für den Dresdner Publikumsliebling zukünftig weitergeht, ist noch offen. Die Hochzeits- und Eventbrache wäre aber durchaus ein Bereich, in den sie "gerne hineinschauen würde", so die gelernte Bankkauffrau, "aber konkret gibt es noch keinen Plan." Ein Engagement auf der Trainerbank kommt vorerst jedenfalls nicht in Frage: "Nein, danke. Der Reiz ist aktuell nicht da."

Dieses Thema im Programm: MDR+ | "SpiO"-Talk | 19. Mai 2020 | 14:30 Uhr

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