Bombenattrappen und versuchte Attentate

6. Oktober 1996

Im Ernst-Abbe-Stadion in Jena wird eine rote Holzkiste gefunden, die mit Hakenkreuzen bemalt ist und eine Bombenattrappe enthält. Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt gegen mehrere Verdächtige, unter anderem gegen die in Jena lebenden Rechtsextremisten Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe.

Jahreswechsel 1996/1997

Bei der Lokalredaktion Jena der "Thüringischen Landeszeitung", der Stadtverwaltung Jena und der Polizeidirektion Jena gehen insgesamt drei Briefbomben-Attrappen ein. Sie sind jeweils mit Begleitschreiben versehen, in denen unter anderem Innenminister Richard Dewes (SPD) und der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignaz Bubis, bedroht werden. Die Schreiben sind außerdem mit Hakenkreuzen und Runen versehen. Auch hier ermittelt die Staatsanwaltschaft Gera gegen mehrere Rechtsextremisten, unter anderem gegen Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe, wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.

7. Juni 1997

Die Polizei findet bei einer Durchsuchung der Wohnung des Rechtsextremisten Henning H. in Stadtroda eine funktionsfähige Nagelbombe. Der Mann war zuvor in einem Freibad unter anderem wegen lautstarker Neonazi-Musik aufgefallen.

18. Juni 1997

Die Staatsanwaltschaft Gera stellt das Ermittlungsverfahren gegen Mundlos, Böhnhardt, Zschäpe und andere wegen der Bombenattrappen ein, weil keine Beweise für eine Tatbeteiligung der Verdächtigen gefunden wurden.

2. September 1997

Auf dem Jenaer Theaterplatz wird ein mit einem Hakenkreuz bemalter Koffer entdeckt. In ihm befinden sich einige Gramm TNT-Sprengstoff. Eine Zündvorrichtung hat das Behältnis jedoch nicht. Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt gegen insgesamt sechs Rechtsextremisten, unter anderem Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe.

18. November 1997

Die Polizei findet in einem Wohnhaus in Stadtroda einen Sprengsatz. Das Haus wird zu diesem Zeitpunkt von Gastarbeitern aus Portugal bewohnt. Der Sprengsatz liegt neben dem Kessel einer Gasheizung. Eine Störung am Zünder verhindert eine Explosion.

24. November 1997

Der Thüringer Verfassungsschutz beginnt auf Bitte des Landeskriminalamts eine mehrtägige Observierung von Uwe Böhnhardt in Jena. Bei der Überwachung werden Kontakte Böhnhardts zu Uwe Mundlos und Beate Zschäpe festgestellt. Böhnhardt und Mundlos werden unter anderem dabei beobachtet, wie sie in einem Baumarkt und in einem Supermarkt zwei Liter Brennspiritus und Gummiringe kaufen und zu einem Garagenkomplex in der Nähe der Kläranlage in Jena bringen.

26. Dezember 1997

Auf dem Nordfriedhof in Jena wird ein rot angemalter Koffer mit aufgesprühten Hakenkreuzen gefunden. Der Koffer ist leer. Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt gegen mehrere Rechtsextremisten, unter ihnen Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe.